Die Österreichische Eisenstraße

Reformation und Gegenreformation an der oö. Eisenstraße 93 Eine wesentliche Rolle in der Geschichte des Eisen– wesens in Oberösterreich spielten die Reformation und insbesondere die Gegenreformation. Die Region war im Zuge der intensiven wirtschaftlichen Beziehungen zu den deutschen Ländern schon früh zu einem Zentrum der Reformation geworden. Die ersten Förderer der neuen Ideen waren Adelige, in der weite– ren Folge bekannten sich besonders die Händler und zahlreiche Betreiber von Werkstätten zu der neuen Leh– re. Viele wirtschaftlich benachteiligte Bauern und Hand– werker schlossen sich der Lehre an, da sie sich von der Reform eine Verbesserung ihrer Situation erhofften. Die Unterdrückung und Vertreibung in der Gegenreformati– on brachte das gesamte Eisenwesen in Schwierigkei– ten und hemmte die Entwicklung der Region nachhal– tig. Vielfach verließen die besten Fachkräfte das Land . .t'tlc:til,.,rg·.,,1fi,. • S-'XO ~ ... h.:ß-:f.,. ;P,,l-1ti- 'i1t ,,f/,.1,,,-j,,,., "' .,,., JE';,,, , ~.-•-. J,;i... .J.--.t~;~ ~k ,l .:_,.~ ,;,~~,t;; Georg Mauritius, der aus Wittenberg kam, war Rektor der protestantischen Lateinschule in Steyr. Schon 1520 kamen die ersten Meldungen über religiö– se Neuerungen aus Steyr. Neben dem lutherischen Pro– testantismus war in Oberösterreich und insbesondere auch in Steyr die Bewegung der Wiedertäufer sehr stark. 1545 wurde der Benediktinermönch Wolfgang Waldner der erste evangelische Stadtpfarrer von Steyr. Die mei- 40 sten Mönche des Klosters Garsten waren evangelisch, verheiratet und hatten Kinder. Steyr war im 16. Jahr– hundert weitgehend vom Protestantismus geprägt, hat– te als landesfürstliche Stadt jedoch keinen Rechtsan– spruch auf evangelischen Gottesdienst. Protestantische Prediger wurden daher immer wieder ausgewiesen. Zum Unterschied von anderen Adeligen war der Steyrer Burg– graf Hannß Hofmann Katholik geblieben, er versuchte immer wieder, auf die protestantische Bürgerschaft ein– zuwirken . Sein Sohn jedoch wurde Anhänger der pro– testantischen Lehre, sodaß Steyr um 1550 fast völlig protestantisch war. Eines der Adelsgeschlechter, die intensive auch per– sönliche Beziehungen zu Luther unterhielten, waren die Jörger, die Ende des 16. Jahrhunderts in den Besitz der Herrschaft Scharnstein kamen und dort die Sensen– industrie förderten . Wolfgang Jörger, der evangelisch eingestellte frühere Landeshauptmann von Oberöster– reich , sandte 1522 seinen Sohn zum Studium nach Sachsen. Dieser bat nach seiner Rückkehr Luther um die Entsendung eines Predigers. Taufbecken in der Stadtpfarrkirche Steyr. Die abge– bildeten Themen beziehen sich auf wesentliche Inhalte der lutherischen Lehre. Im Jahr 1597 setzte auf Befehl von Kaiser Rudolf II. die Gegenreformation ein. Steyrer Bürger wurden nach Linz zitiert, sie erhielten den Auftrag, die Prediger wegzu– schicken und die protestantischen Kirchen zu sperren. In der Reaktion der Stadt wird bereits darauf hingewie– sen, das es zu ernsten wirtschaftlm

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