Auf den Spuren der Schwarzen Grafen

l'tlllWUtJl.ttaBM P^^numr I ip5 , ■•* 5»^

Vorwort Im Oktober 1995 begannen wir, an unserem Projekt "innenhöfe der Renaissance in Weyer" zu arbeiten. Viele unserer Geschichtestunden nutzten wir dazu, um, ausgestattet mit Photoapparat, Papier und Bleistift, Informationen über die Bauten der Renaissance in Weyer zu sammeln, sie zu zeichnen und zu fotografieren. Um auch an nicht schriftlich überliefertes Material zu gelangen, wandten wir uns an alt-eingessene Weyrer Bürger. Viele von Ihnen waren sehr bemüht, uns möglichst zahlreiche Informationen zu beschaffen. Hiermit möchten wir uns bei allen für die Hilfe und das Entgegenkommen bedanken. Fast alle Fotos und vor allem die Zeichnungen wurden von uns für diese Arbeit angefertigt. Der Führer durch das "Innenleben" der Weyrer Bürgerhäuser beginnt beim Pfarrhof und begleitet uns rund um den Marktplatz. Nur die Hälfte der besprochenen Häuser ist auch öffentlich zugänglich. Auf Anfrage ist es aber sicherlich möglich, die verborgensten "Schätze" zu entdecken. IV. HLWb 1995/96 Mag. Adolf Brunnthaler

Seite Inhaltsverzeichnis Vorwort. Einleitung. 1 Pfarrhof. 2 Hotei Post. 3 Pantzhaus. 4 Prevenhueberhaus. 5 Egerer Schloß 6 Stacheihaus. 7 Sylesierhaus... 8 Sparkasse 9 Bezirksgericht. 10 Brauhaus Literaturverzeichnis.

tJeyer ,5. 9Ao- 's<>

Einleitung Am Montag, den 9. September 1532, begann für Weyer die "Stunde Null". Eine türkische Streifschar legte den Markt in Schutt und Asche, nur das Fischerhaus am Kirchenberg blieb verschont. Wer von den Bewohnern nicht geflohen war, wurde niedergehauen oder verschleppt. Fast alle Privilegien und Urkunden wurden ein Raub der Flammen. Schindeldächer, Dachstühle, Holzauf bauten und die meisten Stockwerke brannten aus. Das mittelalterliche Weyer hatte zu bestehen aufgehört. In den folgenden Jahrzehnten entstand aus den Trümmern eine Reihe von Bürgerhäusern, die im neuen Baustil der Renaissance von italienischen Baumeistern errichtet wurden. Nur im Erdgeschoß waren noch die spätgotischen Steinpfeiler zu sehen. In der Zeit der wirtschaftlichen Blüte, die Weyer auch die Bezeichnung "Güldenes Märktl" einbrachte, waren es die Hammerherrenfamilien, die durch eine großzügige Ausstattung ihrer Innenhöfe neue Akzente setzen konnten.

Am 5. August 1533 wurde Weyer von Kaiser Ferdinand I. das Privilegium des Eisenhandels bestätigt, und am 4. Oktober 1535 erneuerte er das Recht auf einen Wochenmarkt, der jeden Dienstag abgehaiten wurde. Auf Betreiben des mächtigen Hammerherrn Sebastian Händl wurde am 2. Mai 1564 durch den Kaiser dem Markt ein Wappen verliehen. Es bestand aus dem steirischen Panther im grünen Feid, dem babenbergischen Bindenschiid, aus Mond und Stern des Kiosters Garsten und aus der Darstellung der Gründungssage von Weyer, in der ein Biber aus einem "Weiher" steigt. 1576 bestand die Bürgerschaft von Weyer aus den Besitzern von 93 Häusern, und um 1583 lagen sieben Hammerwerke am Gafienzbach. Der Reichtum durch die Eisenverarbeitung drückte sich bei vielen Bürgern in dem Spruch aus, daß ihre "Putschendl" (kleine Siibermünzen) aile rot, das heißt zu Dukaten, geworden wären. Die bekanntesten Hammerherrenfamiiien waren die Egerer, Händl, Ochs von Sonnau, Kernstock, Kerzenmandl, Pantz, Prevenhueber, Tredl, Scheuchenstuehl und Wurschenhofer.

1.DER PFARRHOF Das Erbauungsjahr des Pfarrhofes ist zwar nicht genau festzustellen, aber es ist bekannt, daß das Gebäude im Jahr 1633 unter Post Nr. 46 „Ihro Gnaden Hauss" aufschien. Unter Nr. 63 erschien ein Pfarrhof, in dem „Schulmeister, Messner und Tuchscherrer sambt ihren Weibern", wie es hieß, wohnten. Es ist anzunehmen, daß sich der rechte Teil des Pfarrhofes, der mit kunstvollen Bögen versehen ist, auf Nr. 63 bezieht, da dieser der ältere ist. Der linke Teil wurde erst etwa 100 Jahre später, nämlich um 1735 durch Zukauf von der Familie Schönthan erweitert und ausgebaut. Er wurde 1760 mit einem prächtigen Fassadenstuck versehen. t. Ä ^ ff r> Iii itT viAri^rr ket trriier. -{um «Vo jrra «riaa<1if )am Unteres Stadttor mit Pfarrliof und alter Post. Jos. Gabriel Frey, 1843

Weyer bekam 1643 dauernd einen selbständigen Pfarrer. Es könnte aber auch sein, daß die heutige Tischlerei Zisch - früher das Alunische Haus - oder aber auch der Kindergarten der ehemalige Wohn sitz des Pfarrers war. Genau ist es deshalb nicht festzustellen, weil das berühmte Fischerhaus ebenso noch zum Pfarrhof gehört(e). ■V Auch der heutige Kindergarten einschließlich der Tischlerei zählten zum Pfarrhof. Nicht zu vergessen das reizvolle Gartenpavillon, das 1750 erbaut wurde. Es weist Deckengemälde auf, welches die Personifikation für Frühling, Sommer und Herbst zeigt. Das zierliche Gebäude war übrigens ein Rokokohäuschen! Heute ist es bekannt als „Kriegerdenkmal".

DER ARKADENHOF --I 8» ?* ÄL* i? nff/fi w i i j CT#l5iy#|fitTji'|?

Er weist eine schöne Bänderung auf und Säulen, die 1987 renoviert worden sind. Die Fenster, die einen Einblick in den Pfarrhof gewähren, sind mit kunstvollen Gittern ausgestattet. Der Boden besteht aus Katzenpflaster, das kreisförmig verlegt ist. Er ist reich an Bögen und Bändern, er ist nicht sonderlich groß, aber die schönen Verzierungen, die schwungvoll auf Säulen und über den Fenstern gemalt sind, sprechen für sich.

Der Arkadenhof verbindet den rechten - älteren! - Teil mit dem linken. Im älteren befindet sich heute der „Dritte-Welt-Laden", im Erdgeschoß des linken und rechten Teils Räume für die pfarrlichen Aktivitäten. Im ersten Stock gibt es einen großen Saal, der für diverse Veranstaltungen herangezogen werden kann. Derzeit lebt eine vietnamesische Familie im Pfarrhof, die ihn und den Garten pflegt. Stangl

2, DAS HOTEL POST Oberer Markt 2 Der Kern des Gebäudes stammt aus der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Um 1900 wurde es als Hotel Bachbauer in seiner derzeitigen Form von der Fa. Schönthaler neu errichtet und mit Holzfachwerk, Ecktürmen und Veranden versehen. - • - , -CZV'- r' Im 1. Stock des Arkadenhofes stammen die Säulen vermutlich aus der Renaissance (19 Säulen). Im 2. Stock befinden sich 19 Säulen, die aber jüngeren Datums sein dürften. Die Pfeiler im Erdgeschoß stammen im Kern aus dem 16. Jahrhundert.

m

Anna Bachmayrin hatte als 1. Besitzerin das Hotel Post 1793 erworben. Nachfolgende Hausbesitzer waren: Hubner (1809), Heiserer, Indra, Bernauer, Krempiberger, Steininger (1840), Partisch (1841), Kloiber (1844), Preisinger (1846). Nach dem Tod ihres Mannes war Theresia Preisinger alleinige Besitzerin (31.10.1857). Am 27.12.1859 wurde Josef Bachbauer zufolge der Ehepakte Mitbesitzer am Hotel Post. 'ZV 4^-- -- - - V ■ m m 1 isi • /■ '%'i

Im Erdgeschoß befindet sich eine Gedenktafel, die an den Besuch des Kronprinzen Rudolf am 9. Juni 1870 erinnert. KRONPRINZ Ürilipriini liiiftiii if/f, /nn- rm M fiuj)/n /(iJuni 1874 führte Josef Bachbauer das Hotel Post alleine, heiratete dann Cacilia, geborene Stummer. Nach dem Tod Josef Bachbauers erhielt am 28.9.1895 Cäcilia Bachbauer das Hotel Post. Am 14.9.1912 erwarb der Sohn Josef Bachbauer nach seiner Mutter Cäcilia das Hotel Post. Sonja Hofer Heike Stübler

3. DAS PANTZHAUS Marktplatz Nr. 4 lU |SI,1 f ki^ 1^1 ll^ fr'!. gl m ^ |§ ö>JX:a:. Das Pantzhaus - es ist auch als Haus Marktplatz Nr. 4 bekannt - wurde im 16. Jh. von der Fam. Mandl erbaut. In der 2. Hälfte des 16. Jh. ging das Haus an die Fam. Ochs Von Sonnau . Die Ochs sind seit 1567 in Weyer ansässig. Ein Peter Ochs war 1585 und 1594 Marktrichter. Später wurde er zugleich kaiserlicher Hof-kammer-sekretär und Hammerherr. Um 1600 ging das Haus an Jakob Pantz. Er war zu dieser Zeit Mitgewerke und Oberwaldmeister von Weyer. 1624 wurden er und seine Brüder in den Reichsritterstand erhoben. In späterer Zeit wurde das Pantzhaus zum Stammhaus der Reichsritter von Pantz erklärt. Bis heute wurde das Haus viele Male verkauft und befindet sich zur Zeit im Besitz von Frau Grogger.

Das Haus Marktplatz Nr. 4 war einst ein großer straßenseitiger Giebelbau. Ende des 18. Jh. wurde das Haus mit einer hohen geraden Blendmauer ausgestattet, und Mitte des 19. Jh. wurde es mit nachbiedermeierlichem Stuckdekor versehen. Außerdem kam noch ein gotisches Portal hinzu. 1981 wurde das ganze Gebäude renoviert. t

^,I'mI -^-i. ■ % fflll ' -''j' Das wahrscheinlich Schönste an diesem Haus ist der kleine, aber sehr interessante Innenhof. Der Innenhof ist nach oben hin offen. Das Erdgeschoß besteht aus 6 Stützpfeilern, die mit rotbrauner Farbe bemalt sind. Es sind auch Ansätze von 7 Bögen zwischen diesen Pfeilern zu sehen. Das Obergeschoß ist auf 3 Seiten von einem Säulendurchgang umgeben. Die 12 Säulen sind durch 12 Bögen verbunden. Der Innenhof ist durch die Farben der Wände und Säulen sehr hell gestaltet. Die Farben weiß und rosa kommen am häufigsten vor. Da diese Farben einen sehr warmen und freundlichen Eindruck hinterlassen, sieht der Innenhof sehr einladend aus. Gabriele Eibenberger Barbara Dichlberger

4. DAS PREVENHUEBERHAUS Marktplatz 6. Das spätgotische Bürgerhaus wurde im 16. Jahrhundert erbaut. Besonders auffallend ist das original erhaltene Renaissanceportal aus rotem Marmor aus dem Jahre 1642. Über dem Türstock ist das Wappen der Innerberger Hauptgewerkschaft zu sehen. Ä

Links daneben findet sich das Halbmaßzeichen der Prevenhueber, die ab 1593 als Hammer-herren in Weyer ansässig waren und denen das Haus seinen Namen verdankt. w Später beherbergte es für kurze Zeit das Urbaramt. 1813 war es bischöflicher Besitz und verschiedenste Handwerksbetriebe, wie Tischler, Schneider und Schuhmacher richteten dort ihre Werkstätten ein. Heute ist das Prevenhueberhaus im Besitz der Familie Huber. Sabine Steinauer Susanne Stangl

'4- :

5. DAS MARKTSCHLÖSSL, auch EGERERSCHLÖSSL Marktplatz 30 Es liegt in etwas erhöhter Lage am NO-Ende des Marktplatzes. An Stelle eines älteren, im großen Türkensturm 1532 von einer Streifschar unter Kassim Pascha mit den Markthäusern eingeäscherten Wehrbaues wurde es von dem Eisen - Gewerken Wolf Egerer um 1560 zum Schloß ausgebaut. Das Schlößl diente später bis 1848 als Sitz des Pflegegerichtes und wechselte dann häufig die Besitzer. Vom Pflegegericht stammt das im Münchner Nationalmuseum aufgestellte Justifizierungsrad. Vom Schlößl führte seinerzeit ein Höhenweg, der sogenannte Delinquentensteig zum Galgen in der Nähe des Bauerngutes Neudorf Nr. 1, heute noch „Galgenwinkler" genannt. 1 ■ -• s W'- ■

Die Leichen der Justifizierten wurden in dem nahegelegenen Waid verscharrt, daher der Name Gerichtsieiten. Über Dipi.-Ing. Pakosta, dessen Vater als sogenannter „Billiger Jakob" im vorigen Jahr hundert nach Weyer gekommen war, ging das Schlößl 1979 an die Marktgemeinde Weyer. Besonders stimmungsvoll ist der fünfeckige Arkadenhof. Über den beiden Torbögen sind die Initialen der Egerer zu sehen. An der Rückseite befindet sich ein großer spätgotischer Flacherker auf Konsolensteinen mit hübschen Verzierungen und Stabumrahmung.

Die Räume im Untergeschoß haben weite Tonnengewölbe, im Obergeschoß zierliche Kreuz gratgewölbe. Über dem großen Rundbogenportal sind spätgotische Fenster angebracht. Portale und Fenster sind aus rotem Marmor. i !h Jii' Bl Der straßenseitig schmale Baukörper mit zwei runden Eck-Erkern und verstäbten Steinfenstern stammt aus der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die Türmchen sind wahrscheinlich erst 1749 hinzugefügt worden (Jahreszahl an der Decke im SW-Turm). Verschiedene bauliche Abänderungen in den Räumen erfolgten bei der umfassenden Renovierung 1980, die dieses Kleinod vor dem Verfall gerettet hat. Heute ist darin die Musikschule untergebracht, und es dient für kulturelle Veranstaltungen. Daniela Sattler Birgit Reisinger

6. DAS STACHELHAUS Marktplatz 25 Die derzeitigen Besitzer des Doppel-Hauses sind Dr. Annemarie und Dr. Wolfgang Stieger, die den marktplatzseitigen Teil bewohnen, und Mag. Gertraud und Ing. Hans Harrer im rückwärtigen Teil, der in die Stachelgasse reicht. Diese Gasse ist nach den Vorfahren von Frau Harrer benannt. I

Die Herren der Familie Stachel waren Waldmeister und Hammerverwallter der Innerberger Hauptge werkschaft. Ein Wappen der Stachel, das die Jah reszahl 1713 trägt, hängt im Speisesaal des Kom paniehofs (Forstverwaltung). Wappen- und Kauf briefe der Familie befinden sich noch im Besitz von Frau Harrer. Das Haus trug früher die Hausnummer 3. e -Hürljr rt'Ä '»"jf .f* ^ ' n.M'rr : 's^.W S'l.VI'.lil.. i L\,

1532 wurde das Haus stark zerstört, nur der steinerne Torbogen an der Hinterseite zeigt noch den alten gotischen Stil. Das Gebäude wurde im Stil der Renaissance wieder aufgebaut. Ein sehr schöner kleiner Arkadenhof mit Gängen und 4 Tuffsteinsäulen gibt noch ein Zeugnis von dieser Zeit. ■n i«v'

Der Boden des Innenhofes wurde vor einigen Jahren mit Steinpflastern ausgelegt. Einige Räume des Hauses und die Arkadengänge weisen interessante Deckengewölbe auf. Im heutigen Geräteschuppen waren früher die Pferde untergebracht, mit denen der Waldmeister die Förster bis nach Reichraming kontrollierte. Die derzeitige Fassade stammt aus der Barockzeit.

A Sylvia Gartlehner Karin Gsöllpointner

7. DAS SYLESIERHAUS Nr. 15, „Marktcafe" fx. ^ \ Das stattliche Giebelhaus mit seinem reizenden Arkadenhof stammt aus der 2. Hälfte des 16. Jh. Die Fassade wird von einem Flacherker geschmückt und ist aus dem 19. Jh.. Dieses Haus wurde 1810 vom Bader und Chirurgen Ernst Sylesius an die Innerberger Hauptgewerkschaft verkauft. Die Badergerechtsame, die Berechtigung zur Ausübung des Badergewerbes, wurde auf das benachbarte Mally Haus (Marktplatz 17) übertragen. In diesem kam auch Freiherr Dr. Hermann Widerhofer, der Leibarzt Kaiser Franz Josefs, zur Welt.

yv p^?>« "tJrT I •■:f''Ä^ /@-=?!iH''«"-;->CS5»4^^ Angeblich waren im Sylesierhaus einst auch Stallungen untergebracht. Vor einigen Jahren fand man bei Kanalarbeiten in einer Tiefe von einem Meter das alte Katzensteinpflaster, das früher den Marktplatz bedeckte. Einer der Besitzer war die Fam. Thavonat, die laut Erzählungen etwa zwischen 1860 - 1880 von Südtirol nach Weyer kam. Von 1974 - 1983 gehörte dieses Haus der Familie Jarisch, die heute hier noch in Untermiete wohnt.

Herr Jarisch machte sich auch die Mühe, im heutigen Wohnzimmer, eine Renaissancesäule freizulegen, die ein echtes Prachtstück ist.

1983 wechselte dieses seinen Besitzer; seitder die Farn. Käfer ihr Eiger as vorerst letzte Mal

8. DIE SPARKASSE Marktplatz 5 Die Sparkasse ist eines jener Hammerherren häuser, deren Baukern mindestens aus dem Jahr 1532 stammt. In diesem Jahr wurde es von den Türken niedergebrannt und ausgeplündert. J; j R. ^ ® ■ w '"tr-7; ••ss gsy. g n I I II Es ist ein großartiger Bau mit vorkragenden Stockwerken und barockem Ziergiebel. Unter der Fassade befinden sich zwei gotische Häuser, die durch eine Rokokofassade verbunden sind.

Der Arkadenhof ist rechteckig angelegt. Er besteht aus 8 Säulen und 10 Rundbögen im Erdgeschoß und 16 Säulen und 16 Rundbögen im 1. Stock. 1640 kaufte die Innerberger Hauptgewerkschaft das Gebäude, und seit 1924 ist es im Besitz der Sparkasse der Marktkommune Weyer. In diesem Haus wurde auch der Ehrenbürger Dr. Hans Sperl, einer der namhaftesten Rechtsgelehrten seiner Zeit, am 13. November 1861 geboren. ■4 Elisabeth Windhager Andrea Immerl

9. DAS BEZIRKSGERICHT Marktplatz 3 m~ßSm a BSIfl IiiIi SB Ii Das Gebäude besteht in seinem Baukern aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts; die Fassade stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Es gehörte seinerzeit der „Bürgerschaft Weyer insgemein" und seit rund 140 Jahren der „Marktkommune" (heute Agrargemeinschaft) Weyer. Im Inneren befindet sich ein gotisches Portal und ein schöner zweigeschoßiger Arkadenhof, dieser ist nach oben offen und weist im unteren Geschoß 11 Bögen und 4 Säulen, im oberen 10 Bögen und 10 Säulen auf. Im Jahre 1742 wurde das Gebäude Herrn Josef Gottlieb Leschenprandt abgekauft und diente dann bis 1850 als Rathaus. Später war das Bezirksamt darin untergebracht und dem folgte das Bezirksgericht. Der rückwärtige Trakt erhob sich seinerzeit zu einem mächtigen quadratischen Turm, der 1850 abgetragen wurde.

Gegen die Gaflenz war im 19. Jahrhundert bis 1850 eine, heute noch teilweise erkennbare, Schießstätte untergebracht. Im Arkadenhof befindet sich ein alter Ziehbrunnen, der zwar außer Betrieb, aber ein schöner Blickfang ist.

Das Gebäude wurde 1993 renoviert und steht derzeit im Eigentum von 60 Anteilsberechtigten. Im Gebäude sind das Bezirksgericht Weyer, die Forstkanzlei der Agrargemeinschaft Weyer, der Alpenverein Weyer, eine Zahnarztpraxis, ein Kinderbekleidungsgeschäft und 2 Wohnungen untergebracht. Martina Krenn Gudrun Golob

10. DAS BRAUHAUS Oberer Markt 5 Das prächtige spätgotische Gebäude befand sich im 17. Jahrhundert im Besitz der Hammerherrnfamilief^trtz;

1701 wurde es zum Brauhaus. Ab 1770 war das Haus im Besitz des H. Karl Adler, der es zustande brachte, daß sich sein „Adler-Bier" wegen seiner aligemein anerkannten Qualität auch außerhalb der Grenzen Österreichs größter Beliebtheit erfreute. In den letzten Jahrhunderten wechselte das Brauhaus einige Male den Besitzer: unter anderem waren dies die Familien Niehs, Dreher und Fritsch. Am 6. November 1970 ging dann schließlich der Besitz an die Familie Bittner über, die 1984 das einstöckige Gebäude renovieren ließ.

Besonders bemerkenswert ist die spätgotische Dachbodentür, das schöne schmiedeeiserne Rokokohauszeichen, die 8 spätgotischen Steinsäulen mit 12 Bögen im Erdgeschoß und 12 Säulen im 1. Stock des eindrucksvollen Arkadenhofes. i

Andrea Kölbel Sabine Prader

Literaturverzeichnis Lammerhuber Karl: Weyrer Hammerherrnweg, Wanderführer durch Landschaft, Kultur u. Geschichte, Österr. Jugendherbergswerk, Weyer Grüll Geora: Der Markt Weyer und sein Archiv Weyer 1937 Gansimavr Josef: Chronik des Marktes Weyer, Typuskript (275 Seiten) Lemoch Wilhelm: Weyer im Wandel der Zeit, Typuskript (52 Seiten) Weyer 1947 Führer durch Weyer und Umgebung,1901 Reiseführer: Burgen und Schlösser in Oberösterreich,Salzkammergut und Alpenland. Wien 1983 H.E. Baumert/G. Grüll: Perndl Josef: Weyer an der Enns eine kunstgeschichtl. Studie, Jahresbericht des Kollegium Petrinim Landes-Verlag Linz 1959/60

TilJMrrll f Naturschutzgebiet Kreuzberg '^PfiätTlJRRrjr 1 'P Vh rfl*-S T Eisenwüiieny Ennsmuseum Kastenreith Kunstsammlung Sieghartsleitner Katzensteiner-Mühle Jk. EISCNSTRASSE „.Herzlich, willKommen!

Herausgeber: IV. HLWb 1995/96, Mag. Adolf Brunnthaler Druck: Offset-, Endlos- und Digitaldruck Priet ei, Pachergasse 3, 4400 Steyr

1 fV * V'

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2