Steyrer Werksarbeiter, 32. Jg. April 1980, Nr. 3

Jetzt erst recht: Herabsetzung des Pensionsalters Eine Fülle von arbeitsmedizinischen Untersuchungen hat ergeben: Schicht- und Nachtarbeit macht krank. Dies zeigt sich in allen Betrieben. • Von 279 Arbeitern, die aus dem Linzer Werk der VOEST-Alpine im vergangenen Jahr ausgeschieden sind, mußten rund 33 Prozent infolge von Krankheit schon vor der Erreichung des 60. Lebensjahres die Arbeit aufgeben. Der Auftrag des letzten ÖGB-Kongresses an den Bundesvorstand des ÖGB, in dieser wichtigen Frage initiativ zu werden, gewinnt durch die gravierenden Tatsachen eine ganz besondere Aktualität. Schon über 12.000 Unterschriften Der Gewerkschaftliche Linksblock hat daher heuer die Initiative ergriffen und eine breite Unterschriftensammlung für die Herabsetzung des Pensionsalters für Schicht-, Nacht- und Schwerarbeiter eingeleitet. Diese Aktion ist schon bisher recht erfolgreich verlaufen. Es wurden bis jetzt über 12.000 Unterschriften für diese wichtige Forderung geworben. Eine Reihe von Beschlüssen und Stellungnahmen hat inzwischen gezeigt, daß diese Forderung tatsächlich voll der Auffassung der Kollegenschaft entspricht und daß zur Verbesserung der Lage der Schicht- und Schwerarbeiter wirksame Maßnahmen gesetzt werden müssen. • Die Vollversammlung der Ortsgruppe der VOEST-Alpine in Linz hat sich hinter diese Forderung gestellt, ebenso die Linzer Bezirkskonferenz der Gewerkschaft Metall, Bergbau und Energie. Eindeutiges Befragungs-Ergebnis In der Frage der Erleichterung der Schicht- und Schwerarbeit hat auch die Metallarbeitergewerkschaft eine Umfrage durchgeführt. In dieser Umfrage konnten sich die Kollegen auch zu anderen Möglichkeiten einer Verbesserung, wie verlängerter Urlaub, Vermehrung der Pausen und Humanisierung der Arbeitsplätze äußern. • 55 Prozent aller Befragten haben sich eindeutig für den Vorrang der Herabsetzung des Pensionsalters für Schicht- und Schwerarbeiter ausgesprochen. • In den Aluminiumwerken Ranshofen, in denen diese Befragung auf einer besonders breiten Basis durchgeführt wurde, sprachen sich sogar 64 Prozent der befragten Kollegen für die Herabsetzung des Pensionsalters aus.

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