Steyrer Werksarbeiter, 20. Jg., Juni 1967, Nr. 2

Steyrer Werksar ·eiter IUTTEILUNGSBLATT der LISTE der GEWERKSCHAFTLICHEN EINHEIT der STEYRWERKE Jahrgang 20 . J un i 196 7 Nummer 2 D ie brave O pposition : W I THA L M P FE I FT K q FJSKY TANZT Die ÖVP hat aus der 20 jährigen Koal it ionspolitik unzwei felhaft den grössten Nut - zen ge zo gen , und zwar zugunsten der Unter nehmer . Di e Profit e sind ins Uner mes siche gest iegen und haben nut den anderen kapitalistischen Ländern in Westeuro - ~a sehr gut Sch ritt ge h alten . Unsere Löhne und Gehälter liegen dagegen weit hinter den Europa- Löhnen . Abe r das genüg t der ÖVP noch nicht . Seit dem 6 . März , seit dem sie allein r egiert , verschärft sie noch ihre profitgierige Politik . ~i ne Sicherung i hrer Pl äne gib t e s jedoch nur dann, wenn die SPÖ, der ehemalige Koalitionspartner, der jetzt in die Opposition gedrängt wur de , eine recht br a v e Opposition betreibt . Die Opposition darf zwar reden und kritisieren, denn das schaut so demokratisch a u s . Aber das darf nicht solch e Auswirkungen haben , dass die Zi e l e der ÖVP gestört oder gar zu Fall gebracht we r de n. Um jeden Erfo l g der Opposition zu verhindern, darf es a uch keinen Fall zu einer Situation kommen, in der durch außerpar l ame nt arische Maßn ahmen eventuelle Kor rekturen zugunsten der Arbei t erschaf t vorgenomme n werden . Das fürchtet die OVP und ihr General sekretär '/Ji t hal m. Daher v e rsuchen sie auch immer wieder, die Poli tik der SPÖ dementspre - chend zu beeinflussen. Si e haben auf und n a ch de m Parte itag der SPÖ al l es unter - nommen, um di e Führung der SPÖ nach r e c hts zu drä ngen. Withalm verlangte,dass die .::1?ö endlich ei nen klaren "Tr ennung ',strich" gege n links machen mu ß . Und KREISKY r f ü llt e di eses Verlangen der ÖVP prompt . Der n eue Pa rteivorsitzende der SPÖ tanzte sehr rasch und ge l ehrig nach der fei f e Wi thalms. In e iner Versammlung in We l s b e zeichnete Kre isky ;'Gerüchte über eine kommunist enfreundliche Haltung seiner Partei a ls haltlos ~nd falsch: Es kann und wird lmi - ne Gemeins amkei t der Sozialistische n Rtrtei mit de n Kommunisten geben . Zwischen de r SPÖ und der KPÖ gibt es nicht die kleinste Brücke , die uns verbinden könnt e .11 So weit Dr. Kreisky . Genau das will Withalm . Keine Brücke soll es zwische n den beiden Arbeiterparte i en uns ere s Landes geben . Denn er weiß genau , dass eine Aktionsgemeinschaf t der SPÖ und der KPÖ diePläne der ÜVP ge fährd en würde n. -o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-oKLUGE LEUTE LESEN 0

SPO-Funktionäre ohne Ausweg? Betrlebs~ot Gvstl· Musct,er· (üewerks~hoflUche !Einheit) \antwortet dem tfGB•WJrtschaflsexperlen Dr. Lachs Dr. -laclis,' 'Wi rtschaftsexp~ rte des 0GB, setzte sich vor rund ·.?oo:- Defe,; gierten aus ' allen ' Tei len d_ei- SteyrWerke. mit brJ!nneoo~n Wirtscflaf\sirageri auseinander. · Es · war ~ein rosiges Bild, das der Referent zeigen konnte: me· Zeit ,des •Wirtschaftswunders•· ge~t ·zu Ende, in Westdeutschland •haben · aliein im laufe eines Jahres rund eine Mil; lion (1) Arbei.ter durch Kündi'g:mgen, Umstelh.mge_n und Kurzarbeit i;d1were wirtschafüiche Schäden ·erlitten. In Österreich sei die L~e zwar .etwas günstiger, dQch allein die . Tatsache, d:iß auch hjer ur:i) rund .35 Pro~ent -weniger Arbeitsplätze angeboten werden, -g~öe zu denken. Dje Investitionen gehen zu~ rück, das •frisierte zwar die Zahlungsbilanz durch gedngere . . Importzahlen; mache sich aber auf die Dauer durch ·eine Stagnation de r Produktivität bemerkbar. Nach Dr. · Lachs ·sind 'in · den nächsren Monaten Preissteigerungen von mindestens viereinhalb Prozent zu erwarten. . Die Steyr0D'aimler--Puch AG - erzeuge -nach wie vor Motorräder und · Mopeds; die in der Gesamtwirtschaft .abgeschri_eben • sind. - □a~egen denke in -<1:eser renommierten Autofirma niemand .an die Pkw-Produktion; die nach Ansicht von Dr. Lachs groB'e Entwicklungsmöglichkeiten hätte. · Dr. : Lachs s~gte . hier nichts Neues: Schon· vor Jahren hat Betriebsrat Custl Mascher (Gewerkschaftliche E·inhei tl dieses - Pro_ble_m . vor · den Kolleg!in des Werkes angeschnitten. An Hand des Beispieles Holland· zeigte Dr. Lachs; daß auch ein kl eines :L'and nicht am Ran·d der Weltwirtschaft stehen muß :' Ph il_;ps, Unilever · tmd Shell . mischen· im ·wettwirtschaitsleben · kräftfg mit, Österreich hat ·m,t seinf,! n mächJigen Vöes t im Weltmaßsfab höchstens . ei nen . Mitte lbe trieb zu bieten. · Die Forsch4ng -sei das Mark der Wirt• soliaft, in Osterreich ist sie · ein Stiefkind. Die Au~aben für Forschung seien deilkbar·· gering, ·osterreich rang iert im Weltmaßstab in derselbe~ Gruppe wie Pakistan und Ghana. Die Ver-suche des OVP-Finanzmihisters. das Wachstum der Wirtschaft mittels der bekann ten Wachstumsgesetze zu ·steigern, ~ind danebengegangen. Die Kaufkraft · wurde riicht erhöht. Dr. · Lachs kr itisierte den Erpressungsversuch des Finanzministers an deri ·Gewerkschaften: Er will ~gnadenhalber:" die neuen Lohnsteuerreformen schon ab 1. Oktober 1967 ;n Kraft setzen; wenn sich die Gewerkscha,ften verpflichten, bis zum ·1. September 1967 keine Lohnforderungen mehr z u stellen. Derartige Vorschläge, meinte der. Reterent. sind unannehmbar. , Programme auch _durchsetzen , Betrie_bsrat . Gustl Mascher (Gel-'/erkschaftliche .Einheit) antwortete: Wa.s Dr, Lachs gesa-gt hat, ist ·sicher richtig. Di~ Frage ist nur : Weiß man das erst selt gestern? Wohl hat der 0GB Programme auf dem ' laufenden Band produziert, .er hat sil! aber nicht .durchgesetzt. Wenn die Gewerksohaften nicht die ·Kraft · der anderllhalb Millionen Mitglieder ·einsetzen. wird niemand mehr deri Gewerksch~ftsbund . ernst nehmen. Gustl Mascher . verwies · auf Doktor Kreiskys verhängnisvollen Irrtum: Nur nicht- ·. außerhalb · des -Parlamentes kämpfen. Sicher, meinte- Genosse Mascher, könnten die gewerkschaft• li<;het1 Forde'ningen mit den Stimmen der ÖGB-Abgeordneten iin Parlament durchgesetzt : werden. •Die Erfahrung aber hat" gezeigt ,daß die ÖAAB-Leute im Parlament immer auf der Seite der OVP-Parteiführurig stehen. Bet;i_el?srat Mascher beantragte . ,ne. Resolution der rund 8000 Steyr-Wetk• Arbeit_er geg~n. die V_erschleppungs.ta.kti.k.. . des F1nanzmm1sters ·. m der . Lohnsteuer• frage. · · In seinem Schlußwort zeigte Dr. Lachs sein zweites Gesicht : War er. in seinem Referat ein Arzt, der eine riol:,tige Diagnose stel-l te, erwies er sich . in . der Antwort an den Sprecher der Gewerkschaftlichen .Einheit als , einer, der: keine Behandluhg?möglichkeit des Leidens weiß : Nur keiner Streik. nur keine Aktionen, war der tiefe Sinn ~einer opportunisti-· $Chen .Kur•-. In seiner von den Delegierten mit großer Skepsis aufgenommenen „Rechtfertigung" der SPÖ-Politik (Marke Kreisky) wurde er vom Nat:onalratsabgeordneter .Schmiol, dem Zentralbetriebsratsobmann des Konzerns noch übertroffen. Schmid! versuchte' den Del'egierten vorzurechnen, was' unter Umständen ein Streik jedem Arbeiter kosten könnte. Und seinen spitzfindigen Kalkulationen folgte die für einen Soz;a. listen unfaßbare Äußerung: .,Demokratie kann man nicht mit Streiks zurechtzimmern.• . • •Was würden wohl die französischen, die . belgischen oder italienischen Sozialisten zu dieser ff These• sagen? Was wäre_der Werkzeugmacher Josef Sd,midl heute, wenn die Vorkämpfer der Arbe:iterbewegung Österreichs vor siebzig Ja~ren auch so gedacht .hättenl. · Steyr-Werke wehrten sich gegen Prämie ■ ll ■ ... obwohl die wirtschoftllche Lage gut ist.... t~eu• Direktortnpostan In den Steyr-Werken hat es zwar im letzten , Halbjahr keine Künd igungen gegeben. durch natürlir:hen Ab· gang abe r ist d ie Be legscha ftszahl ·von . 11124 auf 8051 zurückgeganget, . Es werden auch we iterhin mehr Arbe itsplä tze ~esucht als angeboten . Di esen Zustand henützen die Unternehmer als Wa ffe gegen d ie berechtigten Forderungen de r Arbe1terschilft. Dies erkläite ·:eet rieb,- ra tsobmann Hans Heigl- vor rund 200 .Delegierten aus allen Teilen des Werkes _Zur · Illustrat ion zeigte · er, d aß di~ Produkt ivitätsprämi e 1966, d ie am 1. Jul i 1967 in Form einer ·Werksak tie ausbezahlt wird, erst nach langen zähen Verhandlungen erkämpft we rden konnt e. Ursprüngli ch wollte die Firma übe rh ,1 upt ni chts geben'. Das echte Gesi cht des Kap itali smus zeigt die Direktion .i n der Frage der Hitzezulagen fü r. die Gießerei und di e Schmiedebetriebe. Di e Direktoren weißem sich ha rtnäcki g, di ese Zulagen der schwe ra rbeiteriden Gießereiarbei ter und Schmiede in ei ner der Preisen tw icklµn ,; Rechnun )< tragenden Weise zu e rhöhen.· Daiü r ist" die ~irrna in ande rt'r Hi nsicht nich t klei nlich : nicht weni ger als sechs heue Vorstiincl sdi rektoren mit stat tl ichen Gehäl t~ rn wurden en11agie r·t, zwei Büros von Wirt schafl sexper ten arbei ten im Wl'!rk. Es -Reht u_m di e Einführung von Sparmaßnahmen au f Kmten d e r Arbeit t>rscha h. . _Bedauerlir:herwe ise zei gt de r Betriebsral hie r nicht die H91tun.: _ die ' die Arl>elier von ihm erwart en dürfen: wie' ein~. Ka tze um den he ißen Brei schl ich Betriebsra tsobmann Hans °H_eigl -um die Fr~ge der analyt ischen Arbeitsplatzbewertun~ he rum: .,Wir-· sind noch we it weg davon", me inte e r. und di e Frage, ob cfi ese neue Fo rm der Ausbeutung vom Betr iebsra t akzep tie rt ode r abgel~h nt werde, beantworte t e r. ndiese Frage we rden wi r den Koll egen überlasse_n· . . Auch sons t ·/s r de r Bericht des Stev rWe rke- Betrie9sra t5obmannes kei neswegs erfreuli ch: Die Sicherhei tsmaßnahmen ·· in, Werk lassen zu wünschell' übrig. Nac:h l~ngem Kampf ist es end lich gelullgen, die Einre-ich ung eines Kredit - a11t rar,es zur [ rr icht'ung modehier ßelüftungsanlagen zu e rre ichen. Wann der Ant ral( genehmigt wi rd und wann die fü r d ie Gesundhei t der Arbeiter unbedi ngt erforderlichen · Anlagen gebaut we rden , steht allerd ings noch in den St ernen. Wirtschatfliche Lage gut Dabei ist, wie die kürzlkh veröffen tli chte Bilanz der Steyr-Werke zeigt, dit wirt§chaftliche La11e dt5 Be-· tr iebE!s sehr gut. Die Aktionäre erhalten 11 . Prozent Dividen<len und st-ehen damit an der Spitze der österre ichischen Kap ita listen. -□ er Absatz - an Traktoren läßt nichts zu wünschen übrig. OGB-landessekretiir Knöpfelmacher, der al s Gast uschienen wu. meinte, daß der Arbeiterschaft schwere Zeiten bevorstünden, und daß deshalb E,in igke it das Gebot de r Stunde sei. Die De le11ie rt en wandten 5ich in Ent-5chl ie- .Bungen ge,ien die Erhöhung de r Hift• pflic htverslch~rung und de r Fem5ebund ltundfun kgebli hrl!n.

K C STENC-FTEILIGUN G 13E I DER K~.ANK.ENKASSE Die Ärzt ekamme r l ässt sich vorsp a nnen um e inen Angri ff gegen die Sozialgesetzgebung zu s tart en , So berechtigt ihr Kampf gegen den Finanzminister f . ein e Steuererleichterung ist,sind di e Fragen nac h Kostenbeteiligung ganz e ntschieden abzul e hnen . Si e würden d . Prinzip der bei tragsl eistung 5o:5o durchbrechen. Eine Aufspaltung der Versicherten in 3 Kategorien würde die Lage der Krankepkassen nur verschlimmern. Die 40 prozentige Honoraforderung der Ärzte wäre eineßchwere finanzielle Belastung für die Krankenkasse. Für die OÖ- Krankenkasse würde sie 65 Mill. bedeuten . Die Forde rung ist tigt. Das Durchschn~tts g ehalt der unber e chprakt. ÄHZTE beträgt allein von der Krankenkass e 2 7 o. o o o Schilling und für FACRÄRZTE 3 5 0 . 0 0 0 j ährl. Auch der ÖGB und die Arbeiterkammer lehnen diese Forderungen der Ärztekammer ab. Sie erk lär e n,dass jeder Versuch, das har t errungene öster~ reichische Krankenversicherungss ys - tem auf di e se Art zu Fa ll bringen , auf entschiedene n Widerstand stossen wird. Zweifellos muß di e finanzielle Lage de r Kranke nkassen verbesse rt werden . Schon s eit Jahren verlangen wir,dass die Spitalskosten vom Staat üäernommen werden. Der Staat, der hoheSteue rn und Zöll e für al l e s - einheb t, was die Kranke nversiche~ung betrifft und der sich auf Kosten der Krankenkassen praktisch eine n Ge sundheits dienst er - spart, müßte stärker h e rangezogen werden, e t wa durch Übernahme derSpitals - kosten als kl einer e rst e r Schritt zur Einführung eines öf f e ntlichen Gesundheitsdienst . Nicht di e r e aktionären Forderunge n d. Ärztekammer, sondern die Einführung eines staatlichen Ge su~dh~i tsdienstes ist dah er der lieg zur Gesundung Krankenversicherung. DIE LETZTE R UNDF der De r Kampf um eine e cht e Lohnsteuerreform, um die längst f ä llige Erhöhung de r Kinderbeihilfen und u~ eine entsprechende Rege lung des Mietenprobl e ms und der "Nohnbauförderung geht in di e letzte Rund e . Es ist so wi e bei ei n em Boxkampf: Di e l e tzte Runde, in diesem Falle die Beratung und Beschlussfassung im Parlament, ist die entscheidende . Nach Punkten führt i rr. Augenblick . die ÖVP-Hegi erung. Si e hat durch ihren Finanzminister ei n St euerge s etz vorgel ~gt, das den Bezieher von kleinen und mit tler en Einkommen fast nichts bringt, hingegen di e f, i llione nverdi ener unge schoren l ä sst. Der ÖVP- Bautenminister hat Gesetzentwürfe a usge arbe i tet, di e emp findliche Mi e tzins erhöhungen , di e den Hausherrn in di e 'rasche fliessen, zur .Fblge habe n. In Zukunft soll en nicht mehr , sondern weniger Hitte l für den Bau neuer Wohnungen zur Ver f ügung ste-

i1on. Die OVP tut so, als ob sie die Familienpolitik gepach t et hätte ''Großzügi g11 will cie die K:;_ nd ,: rbeihilfe f. die beiden erst en Kinder - das sind mehr als 80 ? ro ~ant aller Bezieher um 20 Schilling, ab c~em >. Kind u@ 30 Schilline; erhöhen. A:)e r di e vielen hunderte Milliorn:,::i Schilling, d..i.e ddr Kinderbeihilfefonds ~urc h einenfuh~- verzicht der Arbeiterschaft angesammelt hat, sollen zur B9zahlung der Kinderbeihilfe der Selbständigen _herangezo~en werden. (,'3werkschaft e n, Arbeiterkammern ·, hund.E rte Bet:r:ieb.sJ.~ä.t:e ,t.... us end·eBetr:iebsve r sammlunge :.1 ,hab •~n zu diesen Geset- ~ c~ ihr e Gegenforderungen gestellt. .f'..i.nsti ;llrnig, also c:::.tch wi t den Stimill<>n der ÖVP-Gewe rkschaiter u. ÖAAB Betriebsräte, wurden die ÖVF- Gesetze entschieden abcolehnt. Trotzdem beauftra:;te die ÖVP- Par-- teileitung die Regierung, die Fo r - derungen der Arbe~tersch a ft e infach zu ignorieren. Noch ist der Kampf nicht entschieden. DIE LETZTE RUNDE KANH AH Diß ARBEITERSCHAFT GEH~N . Die Gewerkschaften, die Betriebsräte, die Arbeiter und Angestellten,müssen nur selbst in den Kampf eingreif en und · von ihren demokratischen Rechten Gebrauch machen. EKGEM.EINDF R AT KÖ1 2-L Zu drei Jahren schwerem verschärftem Kerker ~rde der ehemal~ge SPÖ - Gemeinderat K ARL K OBL von ein -:m St eyrer Schöffensenat ( Vorsitz OLGR Dr. Pass , Staatsanwalt Dr. Nowy) verurteilt. Das ist'der Schlusspunkt unter die Blitzkarriere eine s Ma.nnes, der q_urch · seine Schauerge schichten iiber die DDR , führender Mandatar der Steyrer SP wurd -:! . Karl Köbl, der als antike mm lmistisches Paradepferd in Steyr galt,wurde seinerzeit in Bregenz verhaftet, als er sich wieder einmal 11 absetze n11wollte. In den letzten Jahren hatte K. Kö bl als Vertreter und als Versicherungsagent zahlreiche Leute um ihre Ersparnisse gebr:·acht. Verurteilt ·wurde er wegen des Verbrechens desBetruges und der Verunteuung mit einer Schadenssumme von mehr als S 200.000 . Im Verlaufe der Verhandlung kamen haarsträubende Praktiken gewisser Vertreter ans Tageslicht, üble Geschäftsmethoden u.schwindelerregende Provisionen, die dem kleinen Mann in den Kaufpreis •1e inkalkuliert 11werden . Staatsanwalt Dr.Nowy be z e ichneteKöbl ~ls hemmungslose · und rücksichtslose Person, die nicht nurKreditanstalten und Sparkassen geschädigt hat, sondern vor allem die Ärmsten der Armen, Rentner und Kriegsinvaliden;was besonders verwerflich sei.SeineStellung als Gemeinderat de r SP ·· hatte Köblh in der Öffentlichkeit seriöi/erscheinen lassen, wodurch er Banken täuschen konnte. auch o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o- o~o =====================================================================------- Eigentümer, Her2.usgeber und V<::rleger: Fraktion de·r G ewerkschafi:iichen Einh.eit im ÖGE - O tto Treml . Verantwortlicher :Redakteur und Vervielfältigung: Otto Trernl. ': eide Steyr, Johannesgasse I6 ==--==-===-======================================-===-=-----------==--------

Aufstand gegen die Lüge dienen zur Rechtfertigung des Krieges in Vietnam; Wenn behauptet wird, daß die USA in Vietnam Demokratie und Freiheit verteidi- . gen, so hat das mit der Wirklichkeit nichts zu tun. Verteidigt wird ein korruptes Regime, an dessen Spitze ein Mann steht, der als sein Vorbild Adolf Hitler ansieht. Behauptet wird auch, die USA wollten F1·ieden, aber Nord- . vietnam lehne ab. Hindels verglich diese Behauptung mit der abgrundtiefen Heuchelei · eines Einbrechers, der in ein friedliches Haus eindringt, dessen Bewohner mißhandelt und von ihnen verlangt, ttie müßten mit ihm über den Frieden verhandeln. So!ange Frauen und Kinder von amerikanischen Bomben getötet werden, kann es keinen Frieden geben. Die wichtigste Forderung lautet daher; Schluß mit den Bombenangriffen! Den Lilgen der USA kann nicht genug ent- ~egengetreten werden. Jeder Mensch, der die Beim diesjährigen Ostermarsch mit d~c Greuel des Vietnam-Krieges verabscheut, Losung „Osterreich darf ni cht schweigen" muß sich bemilhen, seine Stimme zu erheben. sprach neben anderen Persön1lchkeiten auch Es geht nicht nur um Vietnam. Es geht in der ZentralsekreHir der Gewerltschaft der Wirklichkeit um den Bestand der ganzen Privatangestellten , Josef Hindel s. Er appel- . ~elt. Atomleic~en b'.aucben weder !1öhere lierte an die Regierung des neutralen O; ter- Löhne, noch eine kürzere Arbeitszeit. hat reich von den USA die F.lnstellung des . Hindels festgestellt. Für den Gewerkschafter Bombenkrieges zu ver'.angen. ist oberste Aufgabe, für ein besseres Leben, für eine bessere Welt einzutreten. Das In den Vordergrund seiner Au:::!ühr ung1 -. ~hließt die Verpflichtung ein, gegen den s.tellte er die Lügen. mit denen die USA ver- lC.rieg aufzutreten. Schluß mit den amerikasuchen, ihren brutalen Krieg zu rechtfertigen. · nlschen Bombenangriffen auf Frauen, Kinder Zwei große Lilgen, die auch von öster- , und Greise! Schluß mit dem Krieg in reicbischen Zeitungen verbreitet werden, Vietnam! USA verüben. Kriegsverbrechen Der internationale Gerichtshof, der sich auf Initiative des greisen britischen Philosophen Bertrand Russell zur Unft;rsuchung der Kriegsverbrechen im Vietnam-Krieg gebildet hat, neun Tage lang In Stockholm eine umfangreiche Dokumentation prüfte und zahlreiche Zeugen und Sachverständige hörte, beendete seine· Stockholmer Tagung mit einer Erklärung. • Das einsti"?mige Urteil lautet: Die USA sind schuldig, in Vietnam .einen Aggressionskrieg zu fOhren und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu begehen. Die .Alliierten• der USA - Australien, Neuseeland, Südkorea und das Soigoner Marionettenreglme ...:... werden der Komplicenschaft und der Beihilfe schuldig. befunde,:,. Gemeinsam mit den USA setzen sie in V5etnam Waffen ein, deren Verwend~ng durch lnternoffonole Abkommen verboten ist. Dazu . gehören die - ausschlief}lich gegen die Zivilbevölkerung verwendeten Splitterbomben der US-Luftwaffe. Man darf nicht schwetgeri So mancher i:oliege wird denken: Was geht mich Griechenland an, was kiJmmern mich die Vorgänge dort? Es Ist mir eigentlich egal, welches Regime dort an der Macht ist. Wir Österreicher haben am eigenen Leib die Auswirkungen des Nazifaschismus f'tlebt, und man sollte meinen, daß man aus diesen Erfahrungen heraus · die Lehre ziehen müßte. Eine Reihe von Organisationen aus aller Weli . hat 1 VQI' ·den. griechischen Gesaltdtschaften demonstriert. In London richteten 3S Labour-Abgeordnete ein .Protesttelegramm an König Konstantin. Der deut- .sehe Gewerkschaftsbund forderte _die UD'le'erzügllche Wleöerherstellung demokratl!!cher Verhl!ltnlsse -In Grleche~and, Er. forderte darüber hinau.s-die_ sofortige Freilassung der In l{aft befindlichen demokratischen Politiker. Er versicherte dem ganzen griechischen Volk,- besonders aber der griechischen Al1,eiterscbaft seine, ·Solidarität. Was machen .unsere Politiker, was macht unser Gewerkschaftsbund, was im speziellen unsere Elsenbahnergewerkschaft? Haben aie alle die Jahre des Faschls- mua IIChon vergeB11en? Fast scheint es so. denn man Jäßt in Österreich eine faschlsU!:1che Partei (NDP) wieder zu. -Und die Ziele dieser Partei sind unseren Politikern nicht fremd. . Was stedd falnter dem griechischen MUlfflrputscht Am 28. Mai sollten In Griechenland . Parlamentswahlen . •ta~~n. Biif·.cteii ·1etzten Wahlen : erbI«ilti· , dia - ZentrumsunIon Papa~ult -~• - ' Prozent , aller Stlrpmep._· .Die ·:J°!t_berale Partei wurde von ~en· ·',~ksgruppen unteratOtzl Der K~mg, setzte vor zwei .Tabrei:i. SUU Hilfe dea Mill• tira die Regierung Fapandreou ab . und eine red,l~chtete Regierung ein. Dd grfech!llche Volk wehrte · lieh gegen die Vergewaltl,un, der DemokraUt!, und es ,ab monatelang Streiks und Demonstrationen. Der von -den Amerikanern beratene König Konstantin ließ steh nicht belehhll und blieb hart. _·, Die ausgeschriebenen NeuW.ah• ~ -hätten eine neuerliche Stilr- ·lruiu,; der Zentrumapariel und der ~partelen gebracht Das rechtsgerichtete tleghne ·wäre lna Wanken geraten. Darauf woliten ea der KöniC und dle. rechtsradikalen. Mllltlrs nicht · ankommen lauen, mit dem Putsch scbalte- - -111e~· • at11 · --·-d ,~ -'-~ -., '-~" . fetat .. ~~' In .0'"'~d· 1 :- · . • _..,en • ne -.JU~k ·. naell ' dem J4us1ilr' S.Päii[ens imd Po.$gal& An -diesem '!leisplel · sieht:rnan, 1rie 11rk!btig es tat. dflB die demokratllChla Jtrlfte dlrllber ~'"• daß,. :Affnee-._. fAn• "- ' 1dl=ht . '.'.. lNjrumeiat .'der :rteatUon-wtrd.

AN DER SEITE DER BOMBENWERFER 1 1 1 1 1 Wir braucl1en keinen Vertreter des Terrorregimes n Südvietnam in Oslerreich ! Die gan ze Welt protestiert gegen die Marionettenregierung in Südvietnam. Der Vertreter des Hitlerverehrers Ky wird in Österreich als Botschafter empfangen. Wir verlangen von der österre i.c hi sc hen Reg i er.ting die gleiche Haltung wie die des neutralen Schweden, das die Beziehungen zu dieser faschistische n Regierung in Südvietnam abgebrochen hat.

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