Veröffentlichungen des Kulturamtes, Heft 35, April 1980

Um die Mitte des 17. Jahrhunderts erwarb Johann Maximilian von Lamberg Burg und Herrschaft als Eigentum, nachdem er diese schon früher als Pfand der sich immer in Geldschwierigkeiten befindlichen Habsburger inne– gehabt hatte. Der große Brand von 1727 war das Ende der Styraburg. Diese Katastrophe veranlaßte die Besitzer, die stark beschädigte und funktions– los gewordene Wehrburg durch ein repräsentatives Barockschloß, nämlich das Schloß Lamberg, zu ersetzen. 1938 ging der Lamberg'sche Besitz zunächst an das Land Oberösterreich über. Das Schloß wird derzeit von den österreichischen Bundesforsten verwaltet. Eine der wichtigsten Veranlassungen für das Festjahr war die Renovierung und Erhaltung des Schlosses Lamberg . Durch eine gemeinschaftliche Aktion des Bundes, des Landes Oberösterreich und der Stadt Steyr wurde eine langjährige Forderung des Denkmalschutzes endlich verwirklicht. Die vom Land Oberösterreich veranstaltete große Exposition „Die Hallstatt– kultur - ein europäisches Phänomen" setzt für diesen geschichtsträchtigen Gebäudekomplex einen neuen Beginn. Die für die Ausstellung adaptierten Räume werden weiterhin Platz für kulturelle Aktivitäten bringen. Doch diese Abhandlung soll weniger in die Zukunft, als in die Vergangen– heit der Styraburg, vor allem des unmittelbaren Umkreises dieser Feste sehen, denn die Styraburg war nicht nur Mittelpunkt einer Markgrafschaft, bzw. Residenz der Otakare, sondern auch mit der um 1275 erstmals genann– ten Pfarrkirche eine der Entwicklungszellen der rasch aufblühenden Han– delsstadt Steyr. Die Styraburg hat überdies die nächste Nachbarschaft in rechtlicher und baulicher Hinsicht stark geprägt und beeinflußt. ,,Am Berg" entstand so ein Stadtviertel, das räumlich zwar zur Stadt Steyr gehörte, jedoch noch lange Zeit der Styraburg und nicht der Jurisdiktion des Stadt– richters unterstand. 8

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