Veröffentlichungen des Kulturamtes der Stadt Steyr, Heft 34, November 1796

längere Zeit als der gesuchte Musiker angesehen wurde,19 ) bis er als Vor– reiter und Schöffmann (= Leiter der Schiffsreiterei) genannt erschien.20 ) (Jeweils sehr junge Heirat angenommen, könnte dieser sogar ein Sohn des Komponisten gewesen sein. Weitere Schiffsleute dieses Namens in Linz und Enns21 ) legen aber nahe, daß es sich um eine verbreitete Sippe gehandelt haben dürfte - immerhin ein weiterer möglicher Anknüpfungs– punkt für den Musiker, in diese Gegend zu kommen). An eine in den Bescheidprotokollen der oberösterreichischen Landstände am 26. März 1625 genannte Elisabeth Peuerlin Wittib hatte Geiringer die Vermutung geknüpft, sie könnte „die Gattin unseres Organisten " gewesen sein , was Wessely schon widerlegt hat, da sie „bereits 1619 verwitwet war ".7 ) (Dazu kommt, daß es sich woh l um die Witwe des Landschafts-Physikus Perill oder Peuerell22 ) handeln dürfte). Die Herkunft jener Dorothea Peuerlin, welche 1642 beim Nürnberger Rat um Hilfe für ihren Sohn einkommt, da er in Linz „wegen einer geh;obten offenbarung vnd gethaner prophecij in arrest genomen worden",23 ) geht aus dem Zusammenhang nicht hervor, so daß sich auch aus diesem Grund Schlußfolgerungen daraus erübrigen. Sie könnte aber gemäß ihrem Vornamen die Witwe des obgenannten Linzers Paul Peuerl sein. Horn Auch über Peuerls Zeit in Horn wußte man bislang lediglich, was er selbst in dem erhaltenen Briefwechsel anläßlich seiner Übersiedlung von dort nach Steyr24 ) angibt. Dies ist nun durch Homer Archivalien wie folgt zu ergänzen . Nach seinem Briet vom 17. August 1609 (BR 3)25 ) hat Peuerl seinem „gnädigen Herrn" (Grat Reinhard v. Puchheim)26 ) 8 Jahre gedient. Der Dienstantritt in Horn ist offensichtlich mit 1. November 1601 erfolgt, da die Anstellungen (bzw. Besoldungen) jeweils auf ein Jahr erfolgten27 ) und Peuerl vom „Ausgang meines Jars" (BR 3) und „Endtung meines Jars, welches ist der erste November" (BR 4) spricht. In den Homer Ratsproto– kollen scheint sein Name erstmals unterm 3. Jänner 1603 auf: ,,Khumbt Paul Peurl Organisten alhie supplication für, bittend / demnach man seinen Antecessorn järlich etwas zum neuen Jar / verehrt, man auch Jme in bedenckhung seiner geringen besol- / dung, vnd alle ding so teur sein, etwas zum neuen Jar verehren / wölle. dediciert benebens einem E(hrsa– men) Rat ein Moteten 8 Vocu(m) / ..." Für diese leider nicht erhaltene Komposition werden ihm daraufhin 6 t. versprochen . Am 9. Jänner 1604 begehrt er abermals, ,,weil er ohne das ein geringe besol- / dung, Jme ein neue Jars verehrung zu raichen" und erhält vom Bürgermeister dieselbe · Summe. Am 19. März desselben Jahres „erscheint Adam Nocolaj [der im November 1598 berufene Thurnermeister Nicolai] alhir, beschwert sich, das / man disen winter über in der Burgerschaff etlich Mal / Zeiten gehal– ten, dar :zue man Jne nit, sondern den Organisten / gebraucht, der Jme [damit das] Tagbrot Vorm maul abgeschnitten; / Welches wider sein bestal– lung sey, so doch Jme solches an- / fangs nit Vermeid worden. Er müsse 7

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