Veröffentlichungen des Kulturamtes, Heft 19, Februar 1959

Haus Steyr) können wir einen französischen Kavalierdegen aus dem 16. Jahrhundert sehen. An der Durchbruchsarbeit des Griffes erkennt man stark die handwerklichen Spuren. Die Arbeit wurde in Teilen ausgeführt (Bild 1). Es ist verständlich, daß bei den Steyrer Messern auch die Kunst des Eisenschnittes angewendet wurde. Die Bearbeitung des härtesten Materials erfolgte von den Meistern des Eisenschnittes in Steyr mit einer Kunstfertigkeit, wie kaum an einem anderen Ort. Das Eisen wurde hier im vollen Sinne des Wortes bewältigt wie Buchenholz oder Elfenbein. Deshalb konnte Alfred Walcher, Ritter von Molthein im Katalog der Besteck-Sammlung Franz Emmerich Graf Lamberg sagen: „Keine Bestecksammlung des Kontinentes verfügt daher über Exemplare wie diese — um nur einige Beispiele zu nennen." Zum Glück sind von diesen Messern im Museum der Stadt Steyr noch Degen: Griff in Teilen in Eisen geschult- Weidblatt: Hornschalenbelag mit in Eisen len, 1600, französische Ackert Petermandl- geschnittener, durchbrochen gearbeiteter Messersammlung. Haube, 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts, Lambergmessersammlung, Heimathaus. eine Reihe von wertvollen Stücken erhalten. Aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts stammt ein Weidblatt mit einem Hornschalenbelag mit in eisengeschnittener, durchbrochen gearbeiteter Haube (Bild 2). Aus der Werkstätte der Klingenschmiedefamilie Aitenberg oder aus jener der Englahner stammt ein Vorschneidemesser. Die Klinge und der Griff sind aus einem Stück. Die Klinge ist breit mit gegen die Spitze abfallender Schneide. Das Messer weist die Klingenschmiedemarke „Schwert" auf. Der aus Eisen geschnittene Griff stellt einen hockenden Löwen, der die Vordertatzen auf die Knie stemmt, dar. Zeit: 1650. In der gleichen Sammlung ist eine bemerkenswerte Gabel aus dem 17. Jahrhundert. Von den beiden Zinken ist eine, nach dem damaligen Brauche, messerartig verbreitert. Der vierkantige Griff endigt nach oben in einem Pferdefuß. Das 27

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