styrex 1000

Die einst mächtige, mit eigenen Umfassungsmauern , Wehrgängen , Toren, Wachttürmen und Erkern ausgestattete Styraburg sank im Jahre 1727 bei einem der verheerendsten Stadtbrände in Schutt und Asche . Der Linzer Baumeister Johann Michael Prunner erbaute an ihrer Stelle über Auftrag des Besitzers, des Grafen Lamberg , das uns heute vertraute, großzügig angelegte barocke Schloß, welches heute im Besitz der Republik Österreich steht. In einem großangelegten Restaurierungswerk zwischen Bund , Land Oberösterreich und der Stadt Steyr, wurde das Wahrzeichen der Stadt zur Aufnahme der großen Landesausstellung über die Hallstattkultur als Frühform europäischer Einheit , vorbereitet. Eine allem Schönen aufgeschlossene Bürgerschaft formte das Antlitz der Stadt und wie kaum eine andere Stadt verstand es Steyr, ihre Eigenart und ihren Charakter über die Zeiten hinweg zu bewahren und zu behaupten. Der Stadtplatz wird heute zu Recht als einer der schönsten und geschlossensten Plätze Österreichs bezeichnet. Zeugen der verschiedenen Baustile, vornehmlich der Gotik, der Renaissance, des Barock und Rokoko , prägen das architektonische Bild des langgestreckten Platzes. Die prächtige Rokokofassade des Rathauses ist eine Dominante des Platzes. Gegenüber lockt das berühmte spätgotische »Bummerlhaus« den Besucher zum Schauen an. Die verspielte Rokokofassade des im zweiten Weltkrieg halb zerstörten und wieder aufgebauten »Sternhauses« ist ebenso bemerkenswert wie etwa das gegen die Hochwässer der Enns errichtete wuchtige »Neutor« oder die sgrafittogeschmückte Fassade des »lnnerbergerstadels«, der, nach seiner früheren Funktion als Getreidespeicher, heute das Städtische Museum und das bekannte »Steyrer Kripperl« beherbergt. Auf der Anhöhe über dem Stadtplatz beherrscht die mächtige gotische Stadtpfarrkirche das Stadtbild. Überall , auch in den Vorstädten , begegnet man auf Schritt und Tritt den Zeugen einer reichen und bewegten Vergangenheit und überall begleitet das Eisen, das der Stadt ihren Beinamen gab, in kunstvoller Verarbeitung den Besucher. Trotz aller Geschäftigkeit kamen aber auch die Künste und Wissenschaften in Steyr nie zu kurz. Viele Künstler, wie zum Beispiel Franz Schubert, der die »Gegend um Steyr über allen Begriff schön« fand, oder Anton Bruckner, der oft in Steyr weilte und hier an seinen großen Werken arbeitete, fühlten sich von Steyr angezogen und fanden bei kunstsinnigen Menschen freundliche Aufnahme. Aber auch viele bedeutende Persönlichkeiten entstammten der Stadt selbst. Es würde aber sicher den Rahmen dieser Betrachtung sprengen , sie alle beim Namen zu nennen. Durch diesen Blick in die Vergangenheit möge aber nicht der Eindruck entstehen, in Steyr sei die Zeit stehengeblieben . Um die Altstadt sind neue, moderne Stadtteile mit den erforderlichen Infrastrukturen entstanden und drängen immer mehr an die Grenzen der Stadt, sodaß der Übergang zu manchen Nachbargemeinden beinahe nahtlos vor sich geht. Wieder sind tatkräftige Menschen am Werk , die Entwicklung der Stadt zu planen und voranzutreiben und wieder ist es eine fleißige Bürgerschaft, die durch ihre Arbeitskraft die finanzielle Basis dafür schafft . Immer noch bildet die Metallverarbeitung das wirtschaftliche Fundament. Steyrer Produkte, wie die Lastkraftwagen , Traktoren und Waffen der Steyr-Daimler-Puch AG , oder die hochspezialisierten Maschinen der Gesellschaft für Fertigungstechnik und Maschinenbau (GFM), haben heute wiederum Weltruf und bald werden sich dazu noch die Produkte der BMW-STEYR-Motorenwerksgesellschaft anschließen. Eine tausend Jahre alte, aber stets jung gebliebene Stadt feiert heuer ihr großes Stadtjubiläum. Diese Zeilen mögen zum Verständnis ihres Wesens beitragen und die Worte Anton Rolleders mögen auch für unsere Zeit und die Zukunft ihren Sinn behalten: »Hohe Intel ligenz, großes Kapital, der Hände Fleiß und echter Bürgersinn verbinden sich zur Förderung des Wohlstandes der Stadt und zur Sicherung desselben für die Zukunft; Saaten werden ausgestreut, deren Ernte unser ahnender Geist selbst über die Sarkophage hinaus noch fortreiten sieht, und beglückende Zuversicht darf die Bewohner der tausendjährigen Stadt Steyr erfüllen.« 31

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