Steyr Bildführer 1969

erhoben. Ein Bombentreffer an der Westseite hat nur leichten, inzwischen behobenen Schaden angerichtet. Das Innere der Kirche gehö r t dem Frühbarock an. Der 1766 von einem italienischen Meister geschaffene Ho c h a 1 t a r wird als einer der schönsten in Oberösterreich gerühmt. Das große Altarblatt - Sturz der gefallenen Engel - malte der damals in Steyr wirkende Z e ich e n m e i s t e r Franz X a v e r G ü r t 1 e r um 1769. Auch das Altarbild am Ignatiusaltar stammt von ihm. Die schöne Einrichtung der Kirche - Kanzel, Orgel, Kirchenstühle, Gemälde, Leuchter am Hochaltar - gehören dem Spätbarock und dem Rokoko an. Auch klassizistische Einflüsse sind bemerkbar. Im anschli eßenden Klostergebäude h atten schon die Jesuiten ein Gymnasium unterhalten. Nach der Aufhebung zahl- reicher Klöster durch Kaiser Josef II. diente das mächtige Gebäude auch weiterhin Schulzwecken. Seit 1862 war darin eine dreiklassige Unterrealschule untergebracht, die 1872 zu einer Staatsoberrealschule erweitert und im Jahre 1924 in ein B u n d es r e a 1 g y m n a s i u m umgewandelt wurde. Heute zentralgeheiz t und zeitgemäß ausgestattet, atmen die klösterlichen Räume dennoch den Geist ihrer Erbauer. Das Treppenhaus weist reichen Stuckschmuck auf. Im ehemali gen Klosterhofe - von Schule und Kirche eingeschlossen - ragt eine mächtige Esche auf, und an der Rückseite steigt die grüne, steile Halde zum Tabor auf. Und nun noch wenige Schritte weiter, die wiederum malerisch am Taborhang sich hinziehende Sc h 1 ü s s e 1- h o f g a s s e entlang ! An ihrem Anfang stand früher ein Stadttor - das Örtltor - , von dem eine zum Teil heu te noch erha ltene Befestigungsmauer zur Taborhöhe emporstieg. Von dieser Gasse am Steilhang entlang des linken Ennsufers genießt man wieder einen herrlichen B 1 i c k a u f d i e A l t s t a d t , der freilich noch vor wenigen Jahrzehnten um die am Ufer liegenden Flöße reicher war . Wir steigen 46

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