Steyr Bildführer 1969

gewehr und völlige Umstellung auf maschinelle Erzeugung führten diesen gelernten Büchsenmacher Josef Werndl aus bescheidenen Anfängen in den vom Vater ·1855 geer bten Werkstätten zu einem Großunternehmen, das schon in den Jahren 1887 bis 1892 ·mehr als 1 O OO O Arbeit er beschäfti gte und seine Handfeuerwaffen in alle Welt lieferte, sogar nach Chile, Persien und China. über eine Million Gewehre und ebensoviele Bestandteile wurden in jen en wenigen Jahren in den Betrieben Josef ·Werndls erzeug t, und übernahmskommissionen aus a ller Welt schlugen in Steyr ihre Quartiere auf . Als im Jahre 1882 der Bedarf an Hinterladergewehren gedeck t war und die Auf träge a u szubleiben begannen, s tellte Werndl sein Unternehmen auf die Erzeugung v o rz e l ektr is chen Maschinen und Glühlampen um. Die Ausstellung im Jahre 1884 in Steyr, d ie Kaiser Franz Jos ef und Kronprinz Rudolf mit ihrem Besuch beehr- ten, war mit elek tri schen Bogenlampen erhellt, ebenso der Straßenzug, der zur Ausstellung führte - ein auf dem Kontinent noch nicht erlebtes Ereignis - und die elek tri sche Energie dazu wu rde nicht wie damals üblich durch Dampf- maschinen erzeugt, sondern mit Hilfe der W a s s e r 1c r a f an der Steyr. Die Einführung des Repetiergewehres System Mannlicher im Jahre 1886 und die dadurch wieder reichlich fließenden Aufträge fremder Staaten führten allerdings - man ist versucht zu sagen „leider" - zur Verdrängung des neuen Erzeugungszweiges. Josef Werndl war aber nicht nur ein genialer Techniker und Organisator, er sorgte auch in einem damals geradezn einzig dastehenden Maße für das soziale Wohl seiner Arbeiter durch Errichtung vieler Wohnhäuser und eines Schwimmbades, das noch heutigen Ansprüchen genügt. Als 30

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