Steyr Bildführer 1969

Vorstadt Ennsdorf und endlich im Flußbett draußen eine mit Büschen und Bäumen bewachsene Flußinsel. Jenseits der Steyrbrücke harren unser einige Kostbarkeiten der Innenarchitektur und der Bildenden -Kunst. Wir aber weichen diesen Verlockungen abermals aus und streben vorerst dem schönsten der zahlreichen Aussichtspunkte zu, die Steyr bietet: dem Ta b o r . In dem ganz an den Rand des Uferfelsens gebauten ehemaligen Wachtturm hauste einst ein Feuerwächter. Noch vor wenigen Jahren sah der Tabor anders aus, massiver und klobiger. Baufälligkeit zwangen zu umfangreichen Erneuerungsarbeiten, und bei dieser Gelegenheit gab man dem Türmchen die auf alten Bildern festgehaltene frühere Form. Die tschechische Be- zeichnung Tabor = Festung ~rinnert an das Lager böh- mischer Söldner an dieser Stelle im Jahre 1467. Noch vor wenigen Jahren war diese Höhe nur auf Umwegen erreichbar . Heute führt eine dem Gelände und dem Bau- charakter der Umgebung vorzüglich angepaßte Stiege in Kehren den Steilhang empor, und der ehemalige Wachtturm ist zu einer anheimelnden Gaststätte um- und ausgebaut worden. Der Blick, den man von hier aus über Stadt und Land genießt, ist einzigartig. Zu Füßen liegt die Altstadt mit ihren sich aneinanderdrängenden vielen Giebelhäusern und dem schönen, ovalartig geschlossenen Stadtplatz, die Enns umfaßt mit ihren breiten, grünen Bande die Häuserzeilen, die Stadtpfarrkirche überragt und beschirmt mit ihrem mächtigen Kirchenschiff und dem hohen, der Spätgotik des Langhauses gut nachempfundenen Turm die gleichsam unter ihr sich scharenden Häuser und bildet den Schwerpunkt des Bildes . Zur rechten Hand liegen jetzt Schloß und die Türme von St. Michael, im Hintergrund aber schimmert die Kette der Kalkalpen, deren Vorberge und Hügel bis an den 22

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