Steyr Bildführer 1969

Jenseits der Ennsbrücke, über die wir nun schreiten, bildet die mit schöner Barockfassade versehene L ö w e n a p o - t h e k e den Anfang der Innenstadt. In diesem Hause wurde am 25 . Dezember 18,00 zwischen Erzherzog Karl und dem französischen Befehlshaber Moreau ein später zum Frieden von Luneville 'führender Waffenstillstand abgeschlossen. Dreimal innerhalb von zehn Jahren ist Steyr von französi- schen Truppen besetzt gewesen, 1800, 1805 und 1809, und es bedurfte vieler Jahre mühsamen Wiederaufbaues, um den wirtschaft lichen Zusammenbruch jener Zeit zu überwinden . Wir könnten ,nun durch die ihren Namen verdienende „Enge" zum Stadtplatz oder durch ein Spitzbogentor den Schloßberg empor zur -Burg gelangen, sparen uns al:ier diese Erlebnisse noch auf und wenden uns zunächst zur Brücke über die Steyr. Was zwischen diesen Brücken liegt, wird später wohl einmal einer weiträumigen Brückenanlage weichen müssen, auch der. uralte, mächtige Wasserturm, der einst noch um ein Drittel höher war und von 1572 bis 1824 di e Stadt mit Wasser zu versorgen hatte. An einer sei ner Wände sind die Marken der einzelnen Hochwasserstände angebrach t, die das Ausmaß der Ka tastrophen abschatzen lassen, von denen die Stadt immer wieder heimgesucht war. Kaum haben wir die Steyrbrücke betreten, bietet sich neuerlich ein unvergeßliches Bild: die über Wehren schäu- mende, hellgrüne Steyr, jenseits das vielgliedrige, ehr- würdige B ü r g er s p i t a l mit anschließender ehemaliger 5 p i t a l s k i r c h e, deren schlanker, hoher Turm einen reizenden Barockhelm trägt, die wuchtigen Türme der Michael er k i r c h e, von deren Giebe lwand ein 1952 erneuertes Fr e s k o (Sturz der gefallenen Engel) herab- leuchtet, unmittelbar darangebaut das ehemalige Jesuiten- kloster, jetzt Re a I g y m n a s i um, darüber der Ta b o r, flußabwärts und -aufwärts die Vorstädte Ort und 5 t e y r d o r f, am gegenüberliegenden Ufer der Enns die 20

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