Steyr Bildführer 1969

Die Bürgerhäuser der Altstadt kehren dem Besucher den Rücken zu. Sie lassen die Traulichkeit ihrer Hö.fe ;ahnen, die Vorderhaus mit Hinterhaus verbinden, und nehmen in ihre durch enge Gäßchen kaum unterbrochene Reihe der. mäch- tigen Block der D o m i n i k a n e r - oder M a r i e n - k- i r c h e und den entzückenden spätbarocken Turm des Ra t h a H s es auf. Dahinter, über den Giebeln der Häuser des StadtplatzP.s, fiihrl die B e r g g a s s e, in deren Zeile der 1676 bis 16'31 entstandene Barockbau der ehemaligen C öle s t in er in - n e n - K l o s t e r k i r c h e als beherrschendes Bauglied auf- tritt. Seit dem Jahre 1789 diente dieses Gebäude al~ 5 t ad t t h e a t er, an dem in den Jahren 1861/ 62 Ludwig · Anz eng r u b er, der Dramatiker, als Schauspieler wirktt, bis die Eröffnung des mit modernster Bühne ausgestat te.ten V c- l k s t h e a t er s im Jahre 1958 dieses en tzückende, auch akustisch vorzügliche kleine The.::terchen in den Ruhestand schickt... Die Berggasse, die bei der Stadtpfarrkirche beginnt und beim Schlosse endet, hieß ehemals „Am Hof", weil sich in ihr die zur Burg gehörenden Dienstleute ansiedelten. Wenige Schritte flußaufwärts, vorbei an einem uralten gotischen Wohnhaus, nimmt uns das im Jahre 1480 erbaute K o l l e v t o r auf, durch da• einst die Fuhrleute die für die ,ielen Schmiedeessen erforderliche Holzkohle einbrachten. Die Gasse gleichen Namens ist eng und krumm und -von niedrigen, a lten Häusern gesäumt. Bomben haben im -zweiten Weltkrieg knapp vor der Mündung in die Bahnhof. - straße eine breite Lücke gerissen, in .die sich nun die viel w2niger gemütlichen Wohnbauten unserer Tage gedräng' haben. Aus der Kollergasse kam man noch um die Mitte de~ verg-angenen Jahrhunderts auf einen hofähnlichen Platz, der nar.h Erbauung der „Kronprinz-Rudolf-Bahn" (1868) der zur Innenstadt führenden „Bahnhofstraße" weichen mußte. 14

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