Kritische Anmerkungen zum Historisch-topographischen Handbuch der Wehranlagen und Herrensitze OÖ

522 H/5/9 Ipf H/5/9 Ipf: Die Lagestelle der Burg Ipf befand sich auf den Grundparzellen Nr. 456 und 478 der KG. Kristein, ist aber - mit Ausnahme des Grabens - einer Schotttergrube zum Opfer gefallen. 1125 Pertholdus de Iphe; 1120 Gerhochus de Iphe. Lage: 9,6 v.o., 16,2 v.li.o. (51). (Originaler Datensatz von N. Grabherr). A. Der Eintrag beruht auf einem Bericht des Graphikers und Malers Franz Brosch, der im Auftrag des Archivars Franz Wilflingseder einige Burgstellen lokalisieren sollte. (Brosch hatte als passionierter Heimatforscher eine Reihe wertvoller Abhandlungen veröffentlicht; seine Kompetenz auf dem Gebiet der Bodendenkmale war jedoch begrenzt). Die Lagestelle der Burg Ipf soll sich nach Brosch am Rand der hier bewaldeten Hochterrasse befunden haben, wo ein „tiefer und steiler Graben ... die abgegrabene und ausgeräumte Burgstelle Ipf“ abtrennen soll (45105 KG Kristein, GST-NR 478/2, 456/2, 477). Die Auswertung der Digitalen Geländemodelle lässt massive Zweifel dieser Deutung aufkommen. Positive Geländemerkmale der angeblichen Burgstelle sind nicht vorhanden, der angebliche Burggraben ist als Erosionsrinne zu interpretieren. Als weiteres Argument werden von Brosch die Flurnamen Pührleitenholz und Pur(g)feld angeführt, die jedoch auf keine Burgstelle hinweisen, sondern sich vom (heute nicht mehr vorhandenen) Pühringer-Gut herleiten. Nach Marianne Pollak (BDA) ist der Verortungsvorschlag nicht nachvollziehbar, da von den beiden Ipfbächen bzw. der Ortschaft Ipfdorf mehrere Kilometer entfernt. Der gesuchte Sitz dürfte vielmehr bei der Ortschaft Ipfdorf (KG Raffelstetten) zu lokalisieren sein, wo vor mehreren Jahren eine hausbergartige Anlage beobachtet werden konnte, die allerdings heute völlig eingeebnet ist. Doch auch die urkundlichen Nachrichten verweisen auf eine Lokalisierung des Sitzes bei der Ortschaft Ipfdorf. Auffällig ist hier v. a. eine Garstner Tradition von etwa 1170, in der quedam matrona Hiltegardis und ihr Sohn Vdalricus de Iphe eine Hofstatt in der Nähe ihres Sitzes in Iphe uilla (= Ipfdorf) übergeben. Der gesuchte Sitz befand sich somit in der Ortschaft Ipfdorf. B. WÖBER 1890, 58 SCHIFFMANN 1935a, 527 WILFLINGSEDER 1955a, bes. 82, 182 GRÜLL 1964, Nr. 58, 178 NEWEKLOWSKY 1972, 142 C. D. 45105 KG Kristein, GST-NR 478/2, 456/2, 477 (Lagestelle nach Brosch/Wilflingseder) 45110 KG Raffelstetten (Ipfdorf) E. X 83238, Y 341647 (Lagestelle nach Brosch/Wilflingseder) X 79957, Y 344763 (Ipfdorf) F. Nicht mehr erhaltener Adelssitz / Burgstelle / Wehranlage H/5/10 Volkenstorf - Rabenberg (Volkenstorf I) H/5/10 Volkenstorff: Die Erdsubstruktion der Burg Volkenstorff, bestehend aus zwei mächtigen, steilgeböschten Hügeln mit ebener Oberfläche, umfangen von einem ehemaligen Teich bzw. jetzt sumpfigen, breiten Graben mit Aussenwall (Teichdamm), befindet sich auf den Grundparzellen Nr. 246, 263, 266, 267, 278, der KG. Volkersdorf (bewaldet), am Fuße des Rabenberges (nicht ident mit 5/11)), fast auf gleicher Höhe mit dem ca. 600 m entfernten, jenseits des Kristeinerbaches stehenden Bh. Mayr zu Au. Ca. 1100 Arnhalmus de Volkesdorf; 1256 Zerstörung der Burg auf Befehl Ottokar II. wegen des Totschlages an den Landschreiber Witigo durch Ortolf von Volkenstorff; 1422 III.9. „das

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