1094 Der Untergrund dieses Burgberges besteht aus schon fast zu Sandstein verfestigtem, tertiärem Sand, wie er in dieser Gegend nicht ungewöhnlich ist. Er tritt an den beiden Steilabhängen offen zutage und konnte daher nach eventuellen Hinweisen auf unterirdische Gänge eingehend geprüft werden. Wenn eine unterirdische Anlage in der genannten Größe existieren sollte, könnte das Aushubmaterial nicht spurlos verschwunden sein, sondern müßte irgendwo im Gelände liegen. Nachdem angeblich mehrere Rutengänger unabhängig voneinander zu einem gleichen Ergebnis gekommen sein sollen, hält es Berichterstatter für wahrscheinlich, das sich im Boden irgendeine Verwerfung, ein Materialwechsel oder eine Kluft befindet, die die Rutengänger aufgespürt und fälschlich als unterirdischen Gang gedeutet haben. Von dieser negativen Beurteilung abgesehen hält es Berichterstatter nicht für unwahrscheinlich, das sich im engeren Bereich tatsächlich im Zusammenhang mit der nicht mehr bestehenden Burg ein Erdstall befindet.“ Der Bericht von Josef Reitinger erwähnt die Burgstelle in Gratz ausdrücklich unter Vorbehalt. Der Heimatforscher Wilhelm Mayrhofer sah die Annahme einer ehem. Burg jedoch bestätigt und konstruierte daraus eine „Slawenfestung“, die aber weder aus historischer noch aus archäologischer Sicht nachweisbar ist. B. SCHIFFMANN 1935a, 373 GRABHERR 1963b, Nr. 11, 70 GRÜLL ²1968, Nr. 4, 138 REITINGER 1968, 72 FÖ 13, 1974, 164f. MAYRHOFER 1982, 449ff. KRAWARIK 2014, bes. 41 C. D. 45623 KG Engerwitzdorf, GST-NR 1155/1, 1153/4, 1158/1, 1158/2 E. X 83505, Y 355556 F. Fragliche / Mögliche Befestigung P/5/3a Mühlholz (Gratzerholz) P/5/3 Langwiesen: Der Sitz zu Langwiesen dürfte mit der Lagestelle im Mühlholz - auf der Erdsubstruktion steht der Triangulierungspunkt der Kote 358 - gleichzusetzen sein, der Bauhof mag der Bh. Oberlangwieser gewesen sein, O. Langwiesen, KG. Engerwitzdorf. 1374 VI.16. „Chunrat der Rueczleinsperger zw Langenwisen“. Quelle: oöLA, HA. Eferding, Starhemb. Urk. Nr. 441. Lage: 18,8 v.u., 16,0 v.li.u. (33). (Originaler Datensatz von N. Grabherr). A. Der Prähistoriker Georg Kyrle beschrieb die Fundstelle im sog. Mühlholz (Gratzerholz) mit folgenden Worten: „Fig. 66, Punkt 7. Im sogenannten Mühlholze auf einer Waldparzelle des Rittenschobers (Oberlangwieseranwesen, Gemeinde Engerwitzdorf) findet sich am höchsten Punkt einer sanften Anhöhe als Triangulierungspunkt 378 ein Viereckshügel. Derselbe liegt etwa 50 Schritte westlich vom höchsten Punkte der Straße, die von Engerwitzdorf nach Kattstorf führt. Er hat je 8,20 m Seitenlänge, erhebt sich in der flachkugeligen Oberfläche bis zu 1 m vom ursprünglichen Terrain und zeigt ringsherum an mehreren Stellen deutliche Reste eines etwa 80 cm breiten und 20 cm tiefen Grabens und vor demselben eines ähnlich dimensionierten Walles (Fig. 69). Auch die viereckige Form des Hügels ist stark verwischt.“ Im Jahre 1918 wurde der Hügel von dem Lehrer und Heimatforscher Paul Löffler durchgraben. Er berichtet:
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