Kritische Anmerkungen zum Historisch-topographischen Handbuch der Wehranlagen und Herrensitze OÖ

1087 C. Josephinische Militäraufnahme, um 1770 Planskizze von Werner Lehner D. 45420 KG Weigetschlag, GST-NR 607, 606, 604, 926/1 E. X 72435, Y 380423 Linienwall X 72440, Y 380418 Rondell F. Schanzwerk (weitgehend zerstört) P/3/3 Stern (Castrum Stella) P/3/3 Stern: Die Lagestelle der umstrittenen Burg „Stern“ wurde von Lokalforschern beim unteren Sternbauer oder auf dem sogenannten „Schloßberg“ gesucht, KG. Laimbach. 1220 „castrum Stella“; aber 1198 VI.30. „mons vocatus Stella“. Quellen: oöUB I/481 und II/461. Lage: 8,5 v.u., 8,3 v.r.u. (15). (Originaler Datensatz von N. Grabherr). A. Der Bestand einer Burg Stern ist grundsätzlich zu problematisieren, da die urk. Nachricht von angeblich 1220/27 als Fälschung zu interpretieren ist. Viktor Freiherr von Handel-Mazzetti versuchte die Burgstelle im Weiler Oberstern festzumachen, wo er in fantasievoller Ausschmückung ihre Rudimente beschrieb. Diese angeblichen „Burgreste“ sind aber laut Auswertung der ALS-Daten als natürliche Terrainformungen bzw. als landwirtschaftliche Terrassierungen zu taxieren (45407 KG Laimbach, GST-NR 753, 756, 760, usw.). Die Mauerreste im sog. Pfarrerwald, etwa 0,5 km nördlich des Weilers Oberstern, stammen nachweislich nicht von der Burg Stern, sondern von einer Glashütte, die im 14. Jhdt. in Betrieb stand. Die von Christine Schwanzar (Oö. Landesmuseum) archäologisch untersuchte Anlage bestand aus drei Glasöfen mit Steinfundamenten und Lehmkuppeln. Die unterirdisch erhaltenen Rudimente der Glashütte stehen heute unter Denkmalschutz (45407 KG Laimbach, GST-NR 689/4, 698/3). Bei der Grabungskampagne konnten keine Spuren der angeblichen Burg Stern gefunden werden. Der Südhang des Sternwaldes weist etliche Rundgruben mit Außenwall auf (Dm ca. 10 m). Es dürfte sich bei den Erdwerken um Köhlerplatten von ehem. Kohlenmeilern handeln (45401 KG Amesschlag, GST-NR 1012/1, 384, 330/4, 440/1, 495/1, 821/1, usw.). Die Flur „Schlossberg“, die sich im Ortsteil Farb der Stadt Bad Leonfelden befindet, erbrachte zwar spätmittelalterliche Keramikfunde, positive Geländemerkmale der ominösen Burg Stern sind hier ebenfalls nicht vorhanden (45408 KG Leonfelden, GST-NR 271/1). B. HANDEL-MAZZETTI 1899, bes. 4f. u. 22f. SCHIFFMANN 1935b, 455f. SCHIFFMANN 1940, 447f. GRABHERR 1963b, Nr. 5, 70 REITINGER 1968, 39 C. D. 45407 KG Laimbach, GST-NR 753, 756, 760, usw. (Oberstern) 45407 KG Laimbach, GST-NR 689/4; 698/3 (Glashütte) 45401 KG Amesschlag, GST-NR 1012/1, 384, 330/4, 440/1, 495/1, 821/1, usw. (Sternwald) 45408 KG Leonfelden, GST-NR 271/1 (Schlossberg) E. 70079,09 / 378764,56 (Oberstern) 70063,22 / 379244,78 (Glashütte) 69174,69 / 379885,53 (Köhlerplatte im Sternwald) 68900,84 / 379626,24 (Köhlerplatte im Sternwald)

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2