1064 „Auf der Mittelterrasse, unterhalb des Mayrgutes zu Dambach in Ebenboden, das unmittelbar an der Kante der Hochterrasse liegt, befindet sich eine Waldzunge, in der ich eine rechteckige, 125 m lange und 80 m breite umwallte Anlage feststellte. Die WaIIanlage besteht aus großen Rollsteinen mit Lehmaufschüttung und ist stellenweise noch bis zu einem Meter hoch. Bei einer kleinen Versuchsgrabung in der Mitte der Anlage stieß ich in einer Tiefe von ½ m auf eine pflasterähnliche Steinlage und eine kleine vorgeschichtliche Scherbe. Von hier führt ein Weg zum Mayrgut hinauf, der in seiner Anlage römischen Ursprungs sein könnte.“ Der hier anhaftende Flurname ist „Kohlstatt“. Nach lokaler Meinung soll es sich um einen „alten Pestfriedhof“ handeln, da hier angeblich Körpergräber („menschliche Schädel“) ausgegraben wurden. Das unbestimmte Erdwerk ist heute weitgehend nivelliert. Anmerkung: Die im Handbuch angeführten Blattschnittkoordinaten sind völlig wirr, denn sie verweisen auf das Areal westlich des Anwesens vulgo Spielhofer in der Steinbacher Straße 5 → O/12/3. B. REITINGER 1968, 409 MITTERKALKGRUBER 1968, 47ff. C. D. 49202 KG Bäckengraben, GST-NR 114, 131/5, (nahe) Lauchweg 10 E. 76298,22 / 315356,16 F. Undatierte Befestigung (nivelliert) O/12/3 Burgstall (Spielberger Burgstall, Wieser Burgstall, Ebenboden) O/12/3 Burgstall: Gegenüber dem Bh. Spielberger, O. Ebenboden, KG. Bäckengraben, befindet sich das Erdwerk eines Sitzes, Flurname „Burgstall“; keine Beurkundung. Lage: 6,7 v.o., 0,8 v.li.o. (69). (Originaler Datensatz von N. Grabherr). A. Josef Reitinger erwähnt den fraglichen Sitz unter der Bezeichnung „Wieser Burgstall, jetzt Hausgarten des Spielberger. Nicht überprüft“. Eine schriftliche oder mündliche Quelle nennt der Landesarchäologe nicht, jedoch dürfte der Fundbericht von Norbert Grabherr stammen, mit dem er seit den 1960er Jahren in Kontakt stand. Irritierend an den Einträgen von J. Reitinger und N. Grabherr ist indes, als der zur Lokalisierung herangezogene „Spielberger“, offensichtlich ein Bauerngut, in der Gem. Ternberg nicht eruierbar ist (Vgl. dazu die Häuserchronik von Helmut Begsteiger aus dem Jahre 2000). Im Gemeindegebiet gibt es allerdings das bäuerliche Anwesen vulgo Spielhofer (moderne Adresse: Steinbacher Straße 5). Etwa 0,3 km nordwestlich des Gutes liegen die Anwesen vulgo Ober- und Unterwieser (moderne Adressen: Steinbacher Straße 10 + 11), was zu der Vermutung geführt hat, der gesuchte Burgstall könnte sich in dieser Gegend befunden haben. Positive Geländemerkmale des Sitzes konnten allerdings weder bei Feldbegehungen noch bei Auswertung der ALS-Daten verifiziert werden. Der Flurname „Burgstall“ ist völlig unbekannt, was von den Einwohnern wiederholt bestätigt wurde. Im Heimatbuch von Ternberg (1931) wird der Burgstall nicht angeführt, aber auch dem in dieser Gegend tätigen Regionalforscher und Privatarchäologen David Mitterkalkgruber war das Objekt nicht bekannt. Das Rätsel um den ominösen Burgstall konnte offensichtlich vor wenigen Jahren gelöst werden. Bei der Aufnahme eines Fundberichtes über den im Jahre 2017 wiederentdeckten Burgstall Talerboden, der zu der Gemeinde Grünburg gehört, fiel dem Verfasser auf, dass sich die Wehranlage in der Nähe der bäuerlichen Anwesen vulgo Silbersberger und Wieser(!) befindet. Es besteht der berechtigte Verdacht, dass Josef Reitinger und Norbert Grabherr die Ortsbezeichnungen „Talerboden“ und „Ebenboden“ miteinander verwechselt haben, aus dem „Silbersberger“ wurde ein „Spielberger“, und der Burgstall in einer völlig falschen Gegend bzw. Ortsgemeinde angesiedelt.
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