Kritische Anmerkungen zum Historisch-topographischen Handbuch der Wehranlagen und Herrensitze OÖ

1063 12 MG Ternberg O/12/1 Gschlößl (Gütl am Schlössleck, Gschlössel) O/12/1 Gschlößl: Nächst dem Bahnhof Ternberg, KG. Bäckengraben, in einer Wiese das verschliffene Erdwerk eines Sitzes, Flurname „Gschlössl“; keine Beurkundung. Lage: 11,9 v.o., 2,4 v.li.o. (69). (Originaler Datensatz von N. Grabherr). A. Irritierend an dem Eintrag ist schon einmal, als sich die Lagebeschreibung und die Koordinaten erheblich widersprechen. Die Lagebeschreibung verweist auf die Wiesenfläche, die sich westlich des Bahnhofgebäudes von Ternberg befindet (KG Bäckengraben, GST-NR 1605). Die Blattschnittkoordinaten verweisen aber auf das Areal zwischen dem Schweinsberg (Kote 526 m) und dem Anwesen vulgo Zwöckhof (Mayrgut in Hof) in der Bichlerstraße 7 (KG Bäckengraben, GSTNR 1676). Das postulierte „Erdwerk eines Sitzes“, das den Flurnamen „Gschlößl“ tragen soll, ist weder hier noch dort verifizierbar. Der indigenen Bevölkerung ist der Flurname völlig unbekannt, allerdings verwies man auf das Anwesen vulgo Gschlössel (Gütl am Schlössleck) in Bäckengraben (alte Adresse: Bäckengraben 42, moderne Adresse: Gschlösslweg 10). Das „Erdwerk eines Sitzes“ ist hier ebenfalls nicht eruierbar, laut Auskunft der Einwohner wurden jedoch bei Bauarbeiten nordöstlich des Gutes ältere Mauerreste angeschnitten. Diese dürften von dem ehem. Inhaus in Bäckengraben 43 (alte Adresse!) herrühren. Anton Rolleder (1894) erwähnt das Gschlösselgut als möglichen Standort des nicht lokalisierten Sitzes Ternberg (→ O/12/7), von einem „Erdwerk eines Sitzes“ ist allerdings konkret nicht die Rede. Auch im Heimatbuch von Ternberg (1931) wird das Erdwerk nicht angeführt. Die Anfrage bei dem in dieser Gegend tätigen Regionalforscher und Hobbyarchäologen David Mitterkalkgruber ergab, dass er den ominösen Burghügel weder beim Bahnhof noch beim Gschlösselgut verifizieren konnte. Wie es scheint, wurde der auffällige Hofname vulgo Gschlössel von Norbert Grabherr zum Anlass genommen, hier einen Herrensitz anzunehmen. Dieser ist aber konkret nicht nachweisbar. B. ROLLEDER 1894, 438 SCHIFFMANN 1935a, 391 (Gschlössel) REITINGER 1968, 410173 C. D. 49202 KG Bäckengraben, GST-NR .228, 1716/1, Gschlösslweg 10 E. 75450,62 / 312453,23 F. Kein Ansitz / Burgstelle / Wehranlage erkennbar O/12/2 Kohlstatt (Mair zu Dambach, Alter Pestfriedhof) O/12/2 Schanze: Nächst der O. Ebenboden, KG. Bäckengraben, unterhalb des Bh. Mair zu Dambach eine Viereckschanze; ausgeackerte menschliche Knochen könnten die Lokalüberlieferung eines Pestfriedhofes bestätigen; keine Beurkundung. Lage: 9,3 v.o., 1,6 v.li.o. (69). (Originaler Datensatz von N. Grabherr). A. Der Regionalforscher und Hobbyarchäologe David Mitterkalkgruber beschrieb die von ihm entdeckte „Viereckschanze“ mit folgenden Worten: 173 „Hinter dem Bahnhof Ternberg liegt der noch gut erhaltene Turmhügel eines ehemaligen „Hochhauses". Nicht überprüft.“

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