Kritische Anmerkungen zum Historisch-topographischen Handbuch der Wehranlagen und Herrensitze OÖ

1031 27 OG Zell an der Pram M/27/1 Zell I (Burgstall) M/27/1 Burgstall: Die Erdsubstruktion eines Sitzes auf den Grundparzellen Nr. 585, 590-592 der MG. und KG. Zell, im Jahre 1964 beim Bau der Fernstraße vernichtet, wahrscheinlich der Sitz der Zeller. Ca. 1130 Werinher de Cella. Quelle: oöUB I/635. Lit.: Lamprecht, Archäologische Streifzüge (oöLA, Bibl. I 93); Reitinger, Ur- und frühgeschichtliche Funde in Oö., S. 480. Lage: 15,2 v.u., 7,3 v.li.u. (30). (Originaler Datensatz von N. Grabherr). A. Die erste Burganlage der Zeller befand sich auf einer Rückfallkuppe oberhalb der Talung des Flusses Pram. Wenige Meter östlich des Burgstalles befand sich das Anwesen vulgo Burgstallschuster (Haus am Burgstall) in Burgstall 1. Eine Beschreibung der Wehranlage erfolgte in den 1870er Jahren durch Johann Lamprecht: „Burgstall Zell an der Pram. Tab: F. fig. II. Einige hundert Schritte nördlich von der Hofmark Zell an der Pram raget am rechten Flußufer ein mit Baumgestrüppe überwachsenes, von Gräben hufeisenförmig umschlossenes Burgstall, offenbar ein Ueberrest eines vormittelalterlichen Werkes, empor. Das Plateau des mässig hohen Burghügels hat etwa 130 Schritte im Umfange, und ist dermals Ackerland; von der Höhe desselben übersieht man einen großen Theil des PramThales bis Dorf hinauf, u. bis gegen Andorf. Die beiden halbringförmigen Gräben zeigen sich noch scharf ausgeprägt; von dem dritten äusseren Graben, welcher den äusseren Burgraum einst einschloß, sind nur noch schwache Spuren sichtbar. Im 11. Jahrh. scheint ein Formbachischer Ministerial, Dietricus de Locheim, hieher gezogen, auf diesem Burgstall einen Sitz sich zugerichtet, und von dem nahegelegenen Zell sich “de Cella“ genannt zu haben. Durch 200 Jahre walteten die Herren von Celle auf diesem Schlosse, bis im Ablaufe des 13. Jahrh. die Zeller in zwei Linien: in die Zeller zu Zell u. in die Zeller zu Riedau sich spalteten, u. neue Sitze sich erbauten. Das alte Schloß verfiel.“ Beim Bau der Innviertler Bundesstraße (B137) im Jahre 1964 wurde festgestellt, dass der Burgstall Zell auf der angedachten Trasse liegt. Das Flurdenkmal wurde in Folge abgetragen. Vor der endgültigen Zerstörung erfolgte jedoch eine Dokumentation durch Wilhelm Götting (Vermessungsplan im Oö. Landesmuseum). B. LAMPRECHT 1870/76 MÜLLNER 1885, Nr. 3, 75f. KARNER 1903, 186 FÖ 8, 1961/65, 203 GRÜLL 1964, 169f. REITINGER 1968, 480f. https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Zell_an_der_Pram C. Planskizzen von Alfons Müllner (Fig. 22, 23) und Johann Lamprecht (Tab. F, Fig. II) Vermessungsplan von Wilhelm Götting (1964) D. 48139 KG Zell an der Pram, GST-NR 585, 590, 591, 592; (nahe) Burgstall 1 E. X 21916, Y 353762 F. Nicht mehr erhaltener Ansitz / Burgstelle / Wehranlage (evtl. untertägige Befunde) M/27/2a Zell II (Wasserburg) M/27/2 Zell: Schloß Zell in der MG. und KG. Zell a. d. Pr. 1518 XI.14. Christoph Zeller zu Zell. Quelle: oöLA, HA. Götzendorf, Urk. Nr. 81. Lit.: Wening, Churbayrische Landbeschreibung, S. 50; Pillwein, Innkreis, S. 428; Lamprecht, Schärding, 2. Bd., S. 33; Guby, Denkmale im Bez. Schärding, österr.

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