Kritische Anmerkungen zum Historisch-topographischen Handbuch der Wehranlagen und Herrensitze OÖ

1022 M/25/5 Wesenberg M/25/4 Wesenberg: Erdsubstruktion der Burg Wesenberg auf einem Hangsporn zur Kesselbachschlucht, von 5 halbkreisförmigen Gräben geschützt, nächst dem Bh. Wesenberger, O. Wesenberg, KG. Oberaichberg. 1296 XII.11 Perchtold von Wesenberg verkauft das „Purchstal ze Wesenberch“; 1321 XII.6. Erchenger von Wesen vermacht seinem „Oehaim Hadmar von Waldekk daz Purchstal datz Wesenberch, das ich gechauft han von dem Wesenberger“. Quellen: oöLA, Dipl. II/214 und 215; oöUB V/306. Lit.: Strnadt, Peuerbach, S. 168. Lage: 9,6 v.o., 8,9 v.r.o. (30). (Originaler Datensatz von N. Grabherr). A. Die Genealogie des bedeutenden Geschlechtes der Herren von Wesen ist mittlerweile durch Alois Zauner präzise aufgearbeitet. Demnach wurde Burg Wesenberg in der zweiten H. d. 12. Jhdts. durch Friedrich II. von Wesen erbaut; zur Burganlage gehörte eine umfangreiche Grundherrschaft, deren Kern auf eine Besitzteilung mit Friedrichs Brüdern Richer und Wernhard zurückgehen dürfte. 1194 nannte sich Friedrich zum ersten Mal nach der Herrschaft Wesenberg. Er starb kurz nach dieser Nennung und wurde im Stift Reichersberg begraben. Wesenberg muss vor 1296 in einer Fehde zerstört worden sein, die Burg wird seither nur noch als „Purchstal“ geführt. Unter den neuen Besitzern, den Herren von Waldeck, dürfte Wesenberg bald aufgegeben worden sein, denn weitere urkundliche Erwähnungen fehlen. Wie von N. Grabherr richtig vermerkt, zeichnete sich die noch in den 1970er Jahren bestens erhaltene Substruktion durch vier bis fünf mächtige, aus dem Felsen geschlagene Gräben aus, welche das markant über der Kößlbachschlucht gelegene Kernwerk halbkreisförmig gegen das Hinterland abriegelten. Ältere Berichte sprechen auch von erhaltenen Mauerzügen am Burghügel. Vor wenigen Jahren wurde die bemerkenswerte Anlage, die nicht unter Denkmalschutz stand, bei landwirtschaftlichen Meliorationsarbeiten leider weitgehend zerstört. Obwohl die Notwendigkeit eines Bringungsweges auf dem exponierten Sporn nicht erkennbar ist, vollendeten Planierungsarbeiten dieses sinnlose Vernichtungswerk, das behördlich unbedingt verhindert hätte werden müssen. So lässt sich der Standort des 800 Jahre alten Objekts heute nur noch erahnen. B. FREY 1927, 63 SCHIFFMANN 1935b, 525 SCHIFFMANN 1940, 479 NEWEKLOWSKY 1965, Nr. 21, 15 REITINGER 1968, 447 ZAUNER 1993, 150 STEINGRUBER 2011, 12f. C. D. 48013 KG Oberaichberg, GST-NR 925, 927/2, 924/5 E. X 32731, Y 368202 F. Burgstall (weitgehend zerstört) M/25/6 Stein (Steininger) M/25/6 Stein: Der Sitz zu Stein dürfte mit dem Bh. Steininger, Haus Nr. 3 der O. Straß, KG. Wesenufer, ident sein; im Gelände kein diesbezügliches Erdwerk erkennbar. 1300 V.1. Albert (vnd) Chunrat di Steiner. Quelle: Mon. Boic. 30/2, S. 2. Lit.: Strnadt, Peuerbach, S. 17 und 372. Lage: 17,6 v.o., 2,3 v.li.o. (31). (Originaler Datensatz von N. Grabherr). A. Der Eintrag verweist auf das Anwesen vulgo Bauerngut in Straß 3. Merkmale eines Sitzes sind äußerlich nicht erkennbar. Es erscheint wenig glaubwürdig, dass sich der Sitz der urk. 1300

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