Franz Xaver Schweickhardt

230 glauben aber, sie umfassen den schweren Inhalt, worüber unnütz ganze Folianten bestehen. Unter Kaiser Mathias war eine größere Duldung erschienen; seine Absicht war hu¬ man, sie war vortrefflich, aber auch Eigenmacht erwuchs da¬ mit bei manchen Protestanten, wie wir viele Beispiele von den Landedlen Oesterreichs aufführen könnten, die, da der gnädige Kaiser ihnen den Finger reichte, seine ganze Hand haben wollten. Die Stifte waren jedenfalls in einer schlim¬ men Lage, und es bedurfte zu dieser Zeit eine große Klug¬ heit der Aebte, um solche aufrecht zu erhalten. Abt Georg von Göttweih war allerdings der Mann, der diese stürmi¬ schen Fluthen durchzusteuern verstand, obgleich jung an Jah¬ ren, war er doch alt an Erfahrung und seiner ausgezeichne¬ ten Kenntnisse wegen, hätte er schon im Jahre 1600 die Abtei von Klein=Mariazell erhalten können, welche er aber ausschlug, da er selbst einer noch größeren Prälatur würdig war. Des Abtes Bemühen war, ganz in die Fußstapfen sei¬ nes Vorfahrers zu treten. Er führte eine vernünftige, sparsame Haushaltung, erneuerte die Kirche zu St. Blasien, unternahm mehrere nothwendige Ausbesserungen im Stifte und würde noch vieles gethen haben, wenn ihn der unerbitrliche Tod am 8. März 1610 dem Stifte nicht zu früh entrissen hätte, nach¬ dem er nur durch fünf Jahre die Stiftsverwaltung versah. Administrations = Verwaltung. Nach Ableben Georgs wurde das Stift Göttweih, von einem Mitgliede desselben, Martin Sararius durch zwei Jahre administrivt. XLIV. Georg II. Falbius. Im Jahre 1612 wurde Georg zum Abte erwählt,

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