1.2 Werte Im alltäglichen Leben und in politischen Debatten werden Werte meist in undifferenzierter und moralisierender Weise als Einheit zitiert, wobei sie zum Teil mit Normen vermischt werden. Bei exakter Trennung werden letztere als »situationsspezifische und sanktionierbare Handlungsvorgaben bzw. Regelungen mit selbstverständlichem Charakter« definiert, wohingegen Werte »relativ allgemeine Zielvorstellungen des Erstrebenswerten« mit attraktivem und motivierendem Charakter sind und sowohl für Individuen als auch eine Gruppe kennzeichnend sind. In der Wissenschaft werden unter Werten »Standards zur Entscheidung über persönliche Präferenzen verstanden, die aus der sozialen Deutung persönlicher Erfahrungen entstehen«. Sie bezeichnen »emotional besetzte Vorstellungen über das Wünschens und Begehrenswerte und werden freiwillig im Sinne der Selbstsozialisation angeeignet«. Werte können zu folgenden drei Gruppen zusammengefasst werden: »Pflicht- und Akzeptanzwerte (z.B. Disziplin, Selbstbeherrschung, Anpassungsbereitschaft), hedonistisch^-materialistische Selbstentfaltungswerte (z.B. materielle Ausrichtung, Durchsetzungsfähigkeit, Orientierung am eigenen Vorteil und Lebensgenuss) und idealistische Selbstentfaltungs- und Engagementwerte (z.B. individuelle Selbstverwirklichung, Kreativität, öffentliches Engagement)«.® ® https://www.duden.de/rechtschreibung/hedonistisch: Nach Lustgewinn, Sinnengenuss strebend ® Vgl. Kromer, Ingrid: Jugend und Werte. In: Knapp, Gerald/Lauermann, Karin (Hg.): Jugend, Gesellschaft und Soziale Arbeit. Lebenslagen und soziale Ungleichheit von Jugendlichen in Österreich. KlagenfurtLaibach-Wien: Hermagoras Verlag 2012, 5.291-294.
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