Fazit Ziel dieser Arbeit war es, einen Überblick über Jugendkulturen des 20. Jahrhunderts und die heutigen Jugendszenen zu schaffen und einen Vergleich anzustellen. Das Ergebnis der Recherchen lässt sich dahin zusammenfassen, dass die Jugendkulturen das vor allem im Zeitraum von 1950 bis ca. 1990 prägende Merkmal der Rebellion und des Protests, aber auch ihr provozierendes Erscheinungsbild verloren haben. Die Gründe hierfür liegen im Wertewandel weg von den Pflicht- und Akzeptanzwerten hin zu Selbstverwirklichung und Lebensgenuss. Das mittlerweile überwiegend partnerschaftliche Verhältnis der Generationen erübrigt jede Rebellion. Gleichzeitig orientieren sich Erwachsene vermehrt am Stil ihrer Kinder, zumal Jugendlichkeit zum Credo unserer Zeit geworden ist. Andererseits haben die in alle Lebensbereiche vorgedrungenen marktwirtschaftlichen Mechanismen dazu geführt, dass Jugendkulturen immer rascher kommerzialisiert und so zum Mainstream werden, vor allem aber dazu, dass der steigende Konkurrenz- und Erfolgsdruck auch die Jugendlichen erreicht hat. Dies führt wiederum dazu, dass sie in den Jugendszenen vor allem nach Ablenkung suchen; Selbstverwirklichung wird eher in der eigenen Freizeitgestaltung und weniger in sozialem oder politischem Engagement angestrebt. Insgesamt kann festgestellt werden, dass es eigenständige Jugendkulturen, insbesondere im Sinne von Protestkulturen heute nicht mehr gibt. Nichtsdestotrotz berechtigen die laufenden Diskussionen über die vom Menschen verschuldete Zerstörung unseres Planeten, aber auch über eine angebliche Burn-out-Gesellschaft sowie die steigende Anzahl an NGOs zur Hoffnung auf ein Umdenken in der Gesellschaft. Vielleicht hätten die Jungen dann auch wieder mehr Muße, nach dem Sinn des Konkurrenzgetümmels zu fragen und sich im Kampf um eine bessere Welt zu verbünden.
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