vor allem Spaß und Freude an der Selbstinszenierung sowie Ablenkung vom Alltag und von den steigenden Anforderungen in Schule und Beruf. Eine Parallele zwischen der Jugendzentrumsbewegung und den Jugendszenen heute kann insoweit hergestellt werden, als beide vom Wunsch getragen sind, sich frei von gesellschaftlichen Zwängen und elterlicher Kontrolle in eigenen Räumen bewegen und allenfalls auch - zumindest vorübergehend und heute generell unverbindlich-als Gemeinschaft erleben zu können. 4.2.2 Von den Subkulturen zum Mainstream Die Annahme, dass sich Jugendkulturen eher schichtspezifisch entwickeln, trifft für die in dieser Arbeit behandelte Studentenbewegung sowie die Kulturen der Halbstarken, Mods und Punks der 1960er und 70er Jahre im Wesentlichen zu. Nachdem es sich außerdem jeweils nur um eine kleine Minderheit der Jugendlichen insgesamt handelte, ist die teilweise auch heute noch gebräuchliche Bezeichnung als Subkulturen durchaus richtig. In den 1980er Jahren schlössen sich der ursprünglich aus der Arbeiterschicht hervorgegangenen Punkkultur allerdings auch Jugendliche aus höheren Schichten an. Die Alternativbewegung wiederum stand grundsätzlich ohnehin Jugendlichen jeglicher Herkunft offen. Was die heutigen Jugendszenen betrifft, sind sich die Jugendforscher weitgehend darin einig, dass das Herkunftsmilieu keine Rolle mehr spielt. Dazu kommt, dass sie der Konsumgesellschaft mehrheitlich positiv gegenüberstehen und auch in der Kommerzialisierung ihrer Kultur grundsätzlich kein Problem sehen"^^. Letzteres trifft auf die oben behandelten Jugendszenen durchwegs zu. Die populärsten Szenen sind heute die Musik-, die Sport- und Fitnessszenen sowie Szenen, die in der virtuellen Welt entstehen^^. Der Körperkult hat sich mittlerweile quer durch alle Schichten zum Massenphänomen ausgeweitet, wobei er nicht mehr exklusiv von der Jugend besetzt ist; auch in der Welt der Erwachsenen steht das Ideal der Jugendlichkeit, die zugleich für Leistungsfähigkeit steht, an oberster Stelle. Eine Abgrenzung zur graz.at/download/pdf/1946201?name=Gro%C3%9Fegger%20Beate%20Zwischen%20Freakout%20und% 20Normcore Farin, Klaus: Jugendkulturen heute. In: APuZ Aus Politik und Zeitgeschichte 27/2010, Jugendkulturen www.bpb.de/system/files/pdf/HQ156C.pdf Vgl. Heinzimaler, Berhard Im Interview mit Murlel Gnehm: „Es gibt keine klassischen Jugendkulturen mehr". Basler Zeitung 27.8.2013. https://bazonllne.ch/kultur/pop-und-jazz/Es-gibt-kelne-klasslschenJugendkulturen-mehr/story/31140068, 27.11.2017
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