Quo vadis, Jugendkultur

3.2.3 Sportklettern Die Szene etablierte sich mit dem Entstehen der Klettergärten und Kletterhallen, die die Sportausübung auch in der näheren Umgebung möglich machten. In diesen Einrichtungen kann in der Regel gefahrlos geklettert werden, weil sie mit entsprechenden Sicherungen ausgestattet sind, wobei diese nur als solche, nicht aber zur Fortbewegung benützt werden sollen. Zum Kern der Szene werden jene Sportler gezählt, die das Klettern als Teil ihres Lebens sehen, dem sie die Wochenenden und Urlaube widmen. Wochentags wird zumindest einige Stunden trainiert. Teilweise richten sie auch ihr Engagement in Beruf, Schule oder an der Universität danach aus. Szeneangehörige, die im Klettern nur ein Hobby sehen, wenden wesentlich weniger Zeit auf. Kletterer messen ihre Leistung nicht an der Gefährlichkeit oder Länge der zurückgelegten Strecke, sondern am Schwierigkeitsgrad. Wichtig ist auch der Stil, also die Ästhetik der Bewegungen. Zum Reiz des Sports trägt neben diesem Aspekt die besonders intensive Erfahrung der eigenen Körperlichkeit bei, außerdem die persönliche Entwicklung dahingehend, dass Routen von stetig steigendem Schwierigkeitsgrad bezwungen werden können. Auf diese Weise streben die Sportkletterer nach Selbstverwirklichung. Neben der individuellen Weiterentwicklung ist für viele auch das Gemeinschafts- und Naturerlebnis von großer Bedeutung. Zur Gruppenbildung kommt es vor allem in Seilschaften, aber auch bei gemeinsamen Touren. In neueren Disziplinen wie dem Bouldern klettern die Sportler nicht mehr in Seilschaften, Wettkämpfe werden mittlerweile auch im Fernsehen gezeigt. Vgl. Bucher, Thomas: Szeneprofil: Sportklettern. http://wpl026128.serverhe.de/wpsz/?portfollo=sportklettern , 23.2.2019

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