allerdings kaum noch wahrgenommen und rezipiert. In diesem Sinne ist die MainstreamSzene nicht mehr authentisch und im Wesentlichen durch gemeinsamen Konsum und gleichen Style gekennzeichnet.^® 3.2 Streifzug durch ausgewählte Jugendszenen 3.2.1 Rap Rap ist die sprachlich-musikalische und heute populärste Ausdrucksform der Hip-HopKultur, die auch Breakdance und Graffiti umfasst und in den von kriminellen Banden beherrschten Ghettos im New York der 1970er Jahre entstand. Farbige Jugendliche, die keinen Zugang zu den Unterhaltungsangeboten und Discos der weißen Bevölkerung hatten, begannen, in den Straßen und Parks eigene Partys zu veranstalten. Während DJs Platten auflegten, motivierten sogenannte MCs (Masters of Ceremony) in Form von „call-and-responde" und Reimen zum Mitmachen und Tanzen, wobei der Breakdance kreiert wurde. „Rappen" leitet sich vom englischen „to rap" ab und bedeutet „quasseln" oder klopfen. Die Rap-Szene ist vor allem im städtischen Raum aktiv; während anfangs männliche Rapper und Migranten dominierten, boomt zur Zeit der Deutsch-Rap und auch Frauen sind mittlerweile in der Szene vertreten. Viele Musiker sind schon länger in der Szene aktiv, oft über 30 oder sogar 40 Jahre alt, die Konsumenten sind dagegen eher jung. Das typische Wortspiel und Reime zeugen von hoher Sprachkompetenz, Rapper bezeichnen sich selbst als „Spoken-Word-Artists". Oberstes Prinzip der Rapper ist Authentizität, weshalb sie meistens ihren persönlichen Alltag thematisieren. Rap kann auch eine politische Komponente beinhalten, Beispiele dafür sind die Texte des GangstaRap, die Ungerechtigkeit anprangern und in klischeehafter Weise Gewalt und die Anhäufung von Reichtum legitimieren bzw. propagieren, und der weniger aggressive sozialkritische Conscious-Rap. Der Dresscode ist von weiter Kleidung bestimmt, populär sind Baggy-Pants, Caps, Sneakers und Kapuzenpullis, teure Autos fungieren als Statussymbol. Die Lebenseinstellung der Rapper wie insgesamt der Hip-Hopper kann in folgendem Motto zusammengefasst werden: „'Do the right thing, but hang loose'" - ' Vgl. Großegger/Helnzlmaler: Jugendkultur Guide, S. 21ff
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