Quo vadis, Jugendkultur

save the Queen" zum Besten gaben. Der weitere Wortlaut „the faselst regime, they made you a moron, a potential H-bomb, she ain't no human being, and there's no future in England's dreaming ..." brachte ihren Protest gegen das kapitalistische System, den Desillusionismus und die Perspektivenlosigkeit vieler Jugendlicher angesichts der Wirtschaftskrise mit Massenarbeitslosigkeit zum Ausdruck. Punk war destruktiv, das Motto lautete „Macht kaputt, was euch kaputt macht", sachliche, konstruktive Kritik war kein Thema. Die britischen Punks der ersten Generation stammten aus der Arbeiterschicht, ihren Protest gegen das Establishment brachten sie im Propagieren der Anarchie und mit ihrem Style zum Ausdruck. Bunt gefärbtes zotteliges Haar, Sicherheitsnadeln, Hundehalsbänder und schwarze, zerrissene Kleidung waren für die Punks sowohl Provokation der Reichen und Mächtigen als auch Symbol für das „Kaputte". Die Provokation gelang, obwohl die Szene sehr klein war. Punkrock war eine Absage gegen den kommerzialisierten Rock'n'Roll, dem das Rebellische der 60er und 70er Jahre abhandengekommen und inhaltlich weit vom Alltag der Jugendlichen entfernt war. Themen des Punkrock waren der Hass auf die Reichen, Arbeits- und Perspektivlosigkeit. Während in Bands wie „The Clash" durchaus gute Musiker in der Szene vertreten waren, wurde in der Hochphase des Punk das Do-it-yourself-Prinzip zum Credo erhoben und kolportiert, es reiche, „drei Akkorde spielen" oder gar nur „ein Instrument halten" zu können. Letzteres war allerdings oft nur Attitüde. Als Gegenbewegung zum bereits wieder vermarkteten Punkrock der 70er entwickelte sich in den SOern der „Hardcore-Punk", der auch in Österreich Anhänger fand und noch härter und schneller gespielt wurde. Auf den Konzerten wurde „Pogo" getanzt, was im Wesentlichen wildes Auf- und Abhüpfen bedeutete. Auch das Erscheinungsbild wurde extremer, Irokesenschnitte tauchten auf, Lederjacke und Springerstiefel wurden obligatorisch. Hardcore-Bands wollten sich nicht von der Musikindustrie vereinnahmen lassen, gründeten autonome Labels und waren um „korrekte" Preise für Platten und Eintrittskarten bemüht, die sich ihre Fans auch leisten konnten. Eigene Fanzines berichteten über neue Bands und Labels und informierten über Spielstätten und Konzerttermine. Im Sinne des Wahlspruchs „No Future" entwickelten die Bands weiterhin düstere Szenarien, thematisiert wurden insbesondere die atomare Bedrohung und die Zerstörung der Umwelt durch die Konsumgesellschaft. Mittlerweile hatten sich

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