kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Dichterlesungen und Filmvorführungen, die in wechselnden Lokalitäten stattfanden. Nachdem Forderungen an die Gemeinde nach Unterstützung zur Schaffung eines offenen Jugend- und Kulturhauses gescheitert waren, zerfiel die Gruppe. Der Traum vom eigenen Kommunikationszentrum konnte allerdings 1979 doch noch verwirklicht werden; eine Gruppe rund um die vormaligen Aktivisten des Kuckucksnests mietete ein Gasthaus im Wehrgraben - damals das aus der Blütezeit der eisenverarbeitenden Industrie am dortigen Kanal übriggebliebene „Glasscherbenviertel"-, renovierte es in Eigenregie und betrieb eine eigene Küche mit Ausschank. Finanzielle Unterstützung von Seiten der Gemeinde für das „Basiskultur" genannte Vereinslokal gab es kaum. Ende 1980 konnte das Ziel, ein anspruchsvolles, alternatives Kulturprogramm zu bieten, in größerem Umfang verwirklicht werden. Musiker aus der näheren Umgebung waren in der „Basiskultur" hochwillkommen, allen voran der Pianist und Orgelbaumeister Kurt Apfelthaler, der auch selbst Synthesizer konstruierte und eine eigene „Apfelspalte" im „Steyrer Tagebuch" als Sprachrohr zur Verfügung hatte. In der von 1982 bis 1985 im Umfeld des Vereins herausgegebenen Zeitung mit insgesamt 25 Ausgaben konnten Inhalte veröffentlicht werden, die für andere Medien nicht tragbar gewesen wären. Besonderen Zusammenhalt unter den Mitgliedern der Basiskultur stiftete das Engagement im auch von anderen Aktivisten getragenen Verein zur Rettung des Wehrgrabens. Ziel dieses Vereins war es, die von der Stadtführung geplante Zuschüttung des Wehrgabengerinnes und Modernisierung des historischen Stadtviertels zu verhindern. Die Initiative verlief erfolgreich; nachdem auch das Bundesdenkmal eingeschritten war, blieb das Gesamtensemble erhalten und beherbergt heute unter anderem das Museum Arbeitswelt Steyr und das 1997 gegründete Kulturhaus Röda. Der Betrieb des Vereinslokals der Basiskultur musste im Wesentlichen aus den Erlösen des alljährlich veranstalteten Wehrgrabenfestes finanziert werden. Das offene Haus war allerdings auch Anlaufstelle für mittellose junge Menschen, die vielfach versuchten, ihre Probleme durch Alkohol- oder Drogenkonsum zu vergessen, was zu einer stets angespannten finanziellen Situation, aber auch zur Überforderung der im professionellen Umgang mit der schwierigen Klientel nicht geschulten Mitarbeiter führte. Nachdem auch das verbindende Element des Kampfes um den Wehrgraben verlorengegangen war, wurde Ende 1983 die Auflösung des
RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2