Quo vadis, Jugendkultur

Abstract Während die Jugendkulturen des 20. Jahrhunderts seit den Halbstarken der 1950er Jahre stets für große Aufregung in der Welt der Erwachsenen gesorgt haben, wird heute in führenden Medien über die „angepasste Jugend" diskutiert. Die Aktivisten der aktuellen Jugendszenen sind zu Trendsettern nicht nur innerhalb der Szene, sondern auch für die hegemoniale Kultur geworden. In der vorliegenden Arbeit wird den Ursachen für diese Entwicklung nachgegangen. Die Ergebnisse lassen sich dahin zusammenfassen, dass die heutigen Jugendkulturen ihr klassisches Protestpotential verloren haben, zum „Mainstream" geworden sind. Die Gründe dafür sind in der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung zu suchen. Zum einen steht den Jugendlichen in der Elterngeneration kein Reibebaum mehr zur Verfügung, zum anderen sehen sich die jungen Menschen in einer Erfolgs- und Konkurrenzgesellschaft einem zunehmenden Druck ausgesetzt, dem sie vor allem durch Ablenkung in der Freizeit zu begegnen suchen - für Protest bleibt kein Raum.

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