Quo vadis, Jugendkultur

2.5 Protestbewegungen der 60er Jahre und die „68er Generation" Höheres Einkommensniveau und gestiegener Konsum in der Wirtschaftswunderzeit führten dazu, dass im zentralen Blickwinkel der Gesellschaft nicht mehr die Sicherung des Überlebens, sondern das Erleben stand. Bereits damals zeichnete sich ein beginnender Wertewandel von den Pflicht- und Akzeptanzwerten hin zu Selbstentfaltungswerten ab, wobei die Jugend zum Vorreiter wurde. Konflikte zwischen Jugendlichen und Erwachsenen wurden durch längeres Haar und kürzere Röcke, in den Augen der Elterngeneration sittengefährdende neue Musikstile wie Twist, Rock und Beat und die zugehörigen Tänze heraufbeschworen, die den Wunsch der Jugend nach weniger Prüderie, mehr Ungezwungenheit und letztlich Freiheit zum Ausdruck brachten. Dass die Politik Angelegenheit der Erwachsenen war, wurde in den 50er Jahren von der großen Mehrheit der Jugend noch akzeptiert, sie war daran auch nicht weiter interessiert. Zu ersten politisch motivierten Protesten kam es in Amerika im Zuge der Forderung nach Aufhebung der Rassentrennung, die Studenten reklamierten Bürger und Menschenrechte, u.a. die Redefreiheit für sich und andere und provozierten so mehrere Jahre anhaltende Konflikte. 1964 verbündeten sie sich mit den Hippies im Protest gegen den Imperialismus der USA und den Vietnamkrieg. Zum damaligen Zeitpunkt gewann die Politik auch für die Jugendlichen der BRD an Bedeutung, allen voran die Bildungselite. Sie forderten Aufklärung über die NS-Vergangenheit der Elterngeneration und wandten sich gegen das rückständige Universitätssystem. In der 2. Hälfte der 60er Jahre erreichten die von den USA ausgehenden Studentenunruhen auch Westeuropa, wo man sich unter anderem dem Protest gegen den Imperialismus und den Vietnamkrieg anschloss. In der BRD erreichten sie ihren Höhepunkt nach dem tödlichen Schuss eines Polizisten auf den Studenten Benno Ohnesorg, der am 2. Juni 1967 an einer Demonstration gegen den Besuch des Schahs von Persien teilgenommen hatte, und dem Attentat auf den Studentenführer Rudi Dutschke vom 11. April 1968. Es Vgl. Schildt, Axel: Vor der Revolte: Die sechziger Jahre. http://w\A/w.bpb.de/apuz/26237/vor-derrevolte-die-sechziger-jahre?p=all (26.5.2002), 12.2.2019

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