und in einer Gegengesellschaft gemäß ihrem Motto „love, peace and unity" leben. Sie protestierten gegen Unterdrückung, Imperialismus und Krieg, dem Leistungsprinzip und Kapitalismus - der zur Entfremdung der Menschen von ihrem wahren Wesen, von Geist und Seele geführt habe - setzten sie Spiritualität, Konsumverweigerung und Kreativität entgegen, indem sie langes Haar trugen, die Musikrichtung des sogenannten Acid Rock mit langen Instrumentalsoli und psychedelisch inspirierten Texten schätzten, Kleidung selbst nähten und bunt färbten, handgemachten Schmuck trugen und sich an kleinen Dingen wie den namensgebenden Blumen erfreuten. Bei ihrer Suche nach dem eigenen Selbst im Wege der drogeninduzierten Bewusstseinserweiterung verloren sie allerdings häufig den Bezug zur Realität. Sie idealisierten die Lebensformen ferner Völker und Kulturen, unter anderem jene der Indianer, und die Armut und übersahen dabei die sozialen Probleme vor ihrer Haustür, wobei Letzteres seinen Grund auch darin haben mag, dass sie materielle Werte verachteten und die Hippies der ersten Stunde im Wesentlichen aus privilegierten Schichten stammten. Der Niedergang der Hippie-Kultur wurde durch ihre zunehmende Kommerzialisierung und die Tragödie des RockmusikFestivals in Altamont Ende 1969 eingeleitet. Bei einem Gratiskonzert der Rolling Stones wurde ein 18-Jähriger von einem Angehörigen des als Security eingesetzten gewaltbereiten Motorradclubs „Heils Angels" erstochen, weitere Teilnehmer starben nach dem Konsum von Drogen und bei Unfällen. Außerdem waren im Laufe der Zeit viele Anhänger nicht mehr sozial abgesichert, was zur Ausbreitung von Krankheiten beitrug.^® I« * J IWELöVE' Abbildung 4: Hippie Vgl. Schönlau: Jugend am Wendepunkt, S. 63; Baacke: Jugend und Jugendkulturen. S. 59 bis 62; Parin, Klaus: Die Hippies, https://www.bpb.de/gesellschaft/kultur/jugendkulturen-in-deutschland/36172/diehippies (25.2.2010), 14.2.2019; o.V.: Das Ende der Unschuld, https://oel.orf.at/artikel/215971 (2.12.2009), 11.2.2019
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