Quo vadis, Jugendkultur

2.3 „Der Schein bestimmt das Sein": Die Jugendkultur der Mods 2.3.1 Einführung Wenngleich sich auch die englische Jugend der 50er wie die Halbstarken am Rock'n'Roll, dem Stil seiner Protagonisten und dem durch sie verkörperten Lebensgefühl orientierte, entwickelten sich doch vor allem innerhalb der Arbeiterschicht eigene Jugendkulturen. Anfang/Mitte des Jahrzehnts erschienen die Teddy-Boys auf der Bildfläche. Ihr Name leitet sich vom Kosenamen des englischen Königs Edward des VII. ab, der im 19. Jahrhundert als das „schwarze Schaf" seiner Familie galt und vorzugsweise lange taillierte Jacken, Weste und enge Hosen trug. Die Teds kopierten seinen aristokratischen Stil und änderten ihn in ironischer Weise dahin ab, dass sie die Jacken noch enger taillierten, exzentrische Farben wählten und das Haar ganz „unaristokratisch" zu Tolle und Entenschwanz kämmten. Der „Edwardian Style" wurde zum Kostüm der Jugend aus dem Arbeitermilieu und gemeinsam mit ihrem rüpelhaften Verhalten als Aufbegehren gegen die vorbestimmte Stellung in der Gesellschaft interpretiert. '■ * - • Abbildung 2: Auseinandersetzung zwischen Mods und Rockern am Brighton Pier, Mai 1964

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