Musikveranstaltungen zu zerstörerischen Aktionen in den Sälen und auf der Straße und auch gewalttätigen Auseinandersetzungen. Sozialwissenschaftler sahen in den scheinbar unpolitischen Ausschreitungen eine den Gesetzen der Gruppendynamik folgende Reaktion der Jugendlichen auf die restriktiven Strukturen in Erziehung, Familie und Gesellschaft sowie das Fehlen eigener, nicht von Erwachsenen überwachten Räumen. Während die Medien die Flalbstarkenkrawalle aufbauschten^^, waren einer Schätzung jener Zeit zufolge tatsächlich nur zwischen 1 und 5% der männlichen Jugendlichen daran beteiligt, die Zahl der „potentiellen" Flalbstarken wurde mit höchstens 10% veranschlagt. Mit der Bestrafung der Rädelsführer und der zunehmenden Kommerzialisierung ihres Stils in der Teenager-Industrie lösten sich die Banden gegen Ende der 50er Jahre allmählich auf.^^ Abbildung 1: Halbstarke Schönlau, Jens: Jugend am Wendepunkt. Medien und Mode. Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller 2007, S. 41 Vgl. Völker, Matthias: Krawall, Kommerz und Kunst. Jugendkulturen Im 20. Jahrhundert. Marburg: Tectum Verlag 2008, S. 49-63; Kandlbinder, Jakob: Halbstark & Cool. Ausgewählte Jugendkulturen seit den 1950er Jahren. 4. Aufl., Münster: Telos Verlag " 2010, S. 29-50
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