Wirtschaftspolitik und die amerikanischen Hilfsprogramme führten zu einem unerwartet raschen Wirtschaftsaufschwung. Seinen Niederschlag fand das sogenannte „Wirtschaftswunder" im steigenden Einkommensniveau, das wiederum erhöhten Konsum, mehr Freizeit und Mobilität leistbar machte. Die Wirtschaft erkannte die zunehmende Kaufkraft der Jugendlichen und reagierte mit einer speziell auf die neue Zielgruppe zugeschnittenen Teenager-Industrie. Schallplatten, junge Mode und andere Konsumartikel machten es den Jugendlichen möglich, sich in Form eigener kultureller Vorlieben in Musikgeschmack, Kleidung und Freizeit auch nach außen hin von der Elterngeneration abzugrenzen und von ihren Moralvorstellungen zu distanzieren. Zur Entstehung und Verbreitung der Jugendkulturen der 50er Jahre trugen Medien wie Radio, Schallplatten, Kinofilme, eigene Jugendzeitschriften und Großkonzerte der damaligen Idole wesentlich bei.^° 2.2 Erste Rebellen: Die Halbstarken Nach den Wirren der unmittelbaren Nachkriegszeit war vor allem die deutsche, aber auch die in Österreich mitschuldig gewordene Erwachsenengesellschaft bestrebt, die nationalsozialistische Vergangenheit zu verdrängen und orientierte sich an althergebrachten Werten und Tugenden. Die Erziehung war von repressiven und autoritären Ordnungs- und Moralvorstellungen geprägt und auf Gehorsam, Pflichterfüllung und Korrektheit ausgerichtet. Die Jugendlichen dagegen waren fasziniert vom aus Amerika kommenden Rock'n'Roll, von Marlon Brando und James Dean, die für sie zu Symbolfiguren einer rebellischen, aufrührerischen Jugend wurden. Wie ihre amerikanischen Vorbilder trugen die sogenannten „Halbstarken" Lederjacken, Jeans und Stiefel, fuhren Motorrad und stylten ihr schmalziges Haar zu Elvis-Tolle und „Entenschwanz"^^. In der zweiten Hälfte der 50er Jahre kam es schließlich in deutschen Städten und im europäischen Ausland vor allem nach Filmvorführungen und Vgl. Jugendkultur der 1950er und 1960er Jahre, http://www.ooegeschichte.at/epochen/1945-2005/daswlrtschaftswunder/leben-und-konsum/jugendkultur/, 26.12.2018; Schramm, Manuel: Wirtschafts- und Sozialgeschichte Westeuropas seit 1945. Köin/Weimar/Wien: Böhiau Verlag 2018, S. 68 seitlich glatt nach hinten und in der Mitte des Hinterkopfes zusammengekämmt
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