33 Leopold-Werndl-Straße 7 Handelsakademie, Handelsschule, HLW Früher Reichenschwall 200 Auf dem Grundstück des katholischen Jugend- und Elternvereines Frohe Jugend (gegründet 1920), das der Verein vom Reithoffer-Werk gekauft hatte, und das er 1972 an die Stadt verkaufte, wurde das Gebäude der Handelsakademie- und -schule und der Höheren Lehranstalt für Wirtschaftsberufe (früher Frauenberufsschule) gebaut. Gegründet als Handelsschule 1918 im Realschulgebäude am Michaelerplatz, 1919 Übersiedlung in das Schulgebäude der Fachschule für Eisenindustrie (heute HTL) in der Schwimmschulstraße (erbaut 1882), ab 1934 Kaufmännische Wirtschaftsschule der Stadt Steyr (bis 1952), 1938 Angliederung der Kaufmännischen Berufsschule (bis 1960), 1961 Gründung der Städtischen Handelsakademie, 1978 Übersiedlung in das neue Schulgebäude, erbaut 1975-1977. Die HLW war vor 1979 Fachschule für Damenkleidermacher und Fachschule für wirtschaftliche Frauenberufe, gegründet 1918, 1938-1980 unter städtischer Verwaltung, 1923-1971 im Gebäude Schwimmschulstraße 13, dann im Schulhaus Stelzhamerstraße 11, ab 1983 im neuen Bundesschulzentrum, bis 1987 HBLA (Höhere Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Frauenberufe, ab 2002 HLW). Leopold-Werndl-Straße 7a KNr. 753., Haus hinter der ehemaligen Umfassungsmauer des Kapuzinerklosters. Besitzer 1949: Hans Korger. 1979 Friedrich Schmollgruber, oo Maria Theresia. Das Haus wurde eingetauscht mit dem Haus Pfarrgasse 1/Grünmarkt 2. Leopold-Werndl-Straße 8/Tomitzstraße 1 Schwarzhof Früher Reichenschwall 19, KNr. 194. Das Gebäude war der Schwarzhof, der ehemalige Maierhof der Stadtpfarre. In der alten Stadtmappe ist er als „Plutzenhöfl“ eingezeichnet. Vermutlich hieß er zuvor Gallerhof oder Gallnhof. Es war ein Vierkanter, der großteils 1876 abgebrochen wurde und vom dem der Südflügel bis 1963 bestehen blieb. Er war ursprünglich den Herren von Losenstein dienstbar. 1622 wurde im Pfarrkirchenurbar eingetragen: „Das Gut am Zielbosch in der St. Mareiner Pfarre hat vor diesem jährlich einen Gulden 17 Pfennige zur Pfarrkirchen gedient. Weil aber dasselbe Herrn Christoph von Losenstein im Wechsel für den Schwarzhof übergeben worden, so hat daher ein Spitalmeister allhier zu Steyr hiervor angedeuteten Dienst zur Pfarrkirche richtig gemacht und bezahlt.“ 1896 waren 17 Hektar Grund beim Meierhof.232 Besitzer: 1513 Amalia Heimperger (Hamoleia Heinberger), stiftete als Witwe 1513 an die Stadtpfarrkirche einen Hof, aus zwei halben Höfen bestehend, im Burgfried vor der Stadt St. Gilgentor, der Galnhof genannt, das Haus Pfarrgasse 11, drei Bauerngüter, eine Mühle, und den Zehent bei Vöcklabruck samt einem Haus am Berg (Berggasse 48) für den Benefiziaten.233 1567 Wolf Urkauf (+ 18.4.1588), Sohn des Hieronymus, Hammerherr am Kessel (Kesselau am Laussabach, Gem. Weyer, OÖ), Handelsherr für Sicheln und Nägel und Gastgeb in Steyr. Er war 1577-1578 und 15811582 Stadtrichter und 1584-1586 Bürgermeister von Steyr. Er besaß die Häuser Stadtplatz 9 und 30 und Bindergasse 9 in Steyr. 1586 wurde er gemeinsam mit seinen Brüdern Georg und Matthäus in den Adelsstand erhoben. Er wurde in der Stadtpfarrkirche Steyr begraben (Grabstein in der Vorhalle). Gemahlin: Margaretha geb. Preuenhueberin (+ 1626 in St. Peter in der Au), die als Witwe Matthias Radlinger (Rädtlinger) heiratete. Sie ist in St. Peter begraben. 1598 Matthias Rädlinger (+ 7.3.1615), war seit 1595 in den Ratsgremien der Stadt Steyr vertreten. 1595 und 1597-1602 war Rädlinger „Genannter“, 1605-1606 und 1612-1613 Mitglied des Rates der „Alten Herren“. 1613-1614 war er Scheckenamts-Verwalter.234 Er führte eine Getreidehandlung (Eisenhandlung stimmt nicht) und eine Gastwirtschaft in seinem Haus Stadtplatz 30, das ihm seine Gattin zubrachte. Er war 1610- 232 https://digi.landesbibliothek.at/viewer/fullscreen/AC10284265/144/ 233 Erlefried Krobath, Die ersten fünf Bürgermeister der Stadt Steyr, StKal 1957 234 Friedrich Berndt, Das Scheckenamt in Steyr, StZ1936/29
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