Seite 4 einen: Amstetten, Hollenstein, Welr, Pochlarn, Scheibos, Yvvs uno Waidyofen a. d. Yvvs. Herr Franz Mair, der berühmte Compositeur uno Chormeister des niederosterr. Sangervun¬ des, war auf das Ersuchen ovigen Gau¬ verbandes eigens von Wien nach Steyr gekommen, um seinen Chor zu oirigiren. Liebe für den greisen Weister und Hinge¬ bung fur den deutschen Mannergesang ve¬ geisterte denn auch die Sanger zu einer voll¬ endeten Leistung, die den reichlichen Bei¬ all umsomehr verdiente, als eine einzige, kurze Probe der aus verschieoenen Staoten zusammengekommenen Sanger genugte, um den Chor so. schon und fein zu singen. Mit dem Gesammtchore „Der Jager Abschied" von- Mendelssoyn unter der Leitung des Chormeisters Herrn Josef Tobisch wurde die zweite Abtheilung des Concertes eingeleitet und wieder ein Effecr erzielt, wie er jedem Sanger unvergeßlich bleivt, wenn ein so schoner Chor von einer so großen Anzahl Sanger so schwungvol mit frischen Stimmen unter tüchtiger Tei¬ tung vorgetragen wird. Nach diesem Gesammtchore erfreuten uns die Herren Gaste aus Dedenvurg mit dem deutschen Chore „Die stille Wasserrose“ von Fr. Abt und dem ungarischen Chore „Zug az erdo“ von Doppler unter der Leitung des Chormeisters Herrn Johann Butil und erregten durch die feine Nuancirung, das zartie Piano und den correcten Vortrag ungetheite Be¬ wunderung und reichlichen Beifau. Kraflige, schöne Stimmen, eine tuchtige Schule uno offenbare Liebe für den Gesang yaven dem deutschen Liede auch jenseits der Leitha Interpreten geschaffen, die uns Burgen sino, daß auch in Ungarn das lepte deursche Lied noch lange nicht gesungen werden wird. Der Mannergesangvereinin Wels sang hierauf das altdeutsche Volks¬ lied „Bunte Blumen“ von Kristinus und erfreute uns die alle und doch immer schöne Weise umsomeyr, als sie unter ruch= tiger Leitung wirklich schon und correct ge¬ sungen wurde. Der levhafte Beifall, der dem Liede folgte, ist der sicherste Beweis, daß die Herren Sanger aus Wels das richtige Lied auch richtig sangen. Der Männergesangverein „Kranzchen aus Steyr sang nun den Chor „Liedes¬ muth" von Anton Wockl unter der Leitung des Chormeisters Herrn Bernaroin Rücker sehr schon und accurat und gav wieder den Beweis, was emsiger Fleiß und Liebe zum Liede vermag. Der reiche Bei¬ fall, der dem Vortrage folgie, ist die ver¬ diente Anertennung für diese schonen Tu¬ genden, die zu dem schonen Erfolge führten. Als letzten Einzeinchor jang die Steyrer Liedertafe! „Wachauf ouschone Träumerin", von W. Gericke unter der Leitung ihres Cyormeisters Herrn Josef Tovisch. Es war eine schwierige Aufgave, nach so ausgezeichneten, großartigen Leistungen noch zu reussiren, aber die Steyrer Lieder¬ tafel bewahrte ihren alten nuym, indem sie den Cyor mit einem Feuer und einer „Steyrer Ausstellungs-Zeitung“ Pracission vortrug, daß er sturmisch zur Wiederholung verlangt wurde, worauf sie nochmals die letzte Strophe sang. Wir freuen uns daruber, daß es der Steyrer Liedertafel gelang, sich so großen uno ruch= tigen Bereinen gegenuber zu behaupten und gratuliren ihrem unermudlichen Chormeister zu dem schonen Erfolge. Mit ungeheurem Beifalle und sturmischer Begrußung wurde „Das deutsche Lied v. Kalliwoda von dem Puvlicum, das wah rend des ganzen Concertes dicht gedrangt und unermudet den Gesangen zuhorte, aufgenom¬ men, mit weichem unter oer Leitung Chormeisters Herrn Josef Tovisch das Festconcert und der officielle Tyenl des Hestes schloß und dessen letzte Strophe auf sturmisches Berlangen wiederholt werden mußte. Unvergeßlich wird jedem Sanger der Eindruck bleiben, den das in jeder Rich¬ tung großartige. Concert machte und den sowol die Gesammtchore durch ihre Mach¬ tigkeit als auch die Einzelnchore durch die mustergiltige Aufführung yervorriefen. Nach dem Concerte entwickelte sich das gemuthlichste, schonste Sangerleven; die Ver¬ eine gruppirien sich nach ihrer Zusammen= geyorigkeit in den einzelnen Bierhallen und die Luft erschallte von den verschiedensten Sangermotto's und dem froylichen Zutrunk. Schon wie das imposante Fest begonnen und durchgefuhrt wurde, endete dasselve und wird jedem Theilneymer unvergeßlich vleiven. Unvergeßlich den Gasten, denen durch den chonen, programmmaßig ourchgefuyrten Ver¬ lauf uno das außerordenilich schone Con= cert ein hoher Genuß vereitet wurde, — den Steyrern durch- die Lievenswurdigreit der Sangesvruder aus allen Gauen unseres Baterlandes, die uns nach so turzen Stunden der Freude den Abschied so schwer machten. Allen herzlichen Dant mit dem Wunsche „Auf Wiederseyen.“ Tagesnenigleiten vom Feste. Steyr, 16. September. Das zweite Festschießen nimmt einen eyr lebhaften Verlauf unter uveraus zaylreicher Betyeiligung. Bis heure Mittags wurden von 112 Schutzenn, die großtentheils aus weiter Ferne sieherkommen, darunter auch eine Dame die Med.=Dr.=Witwe Frau Karhi Mally im Ganzen 6000 aus Leonstein), Schusse abgegeven, oarunter 70 Vie¬ rer --! Heute Abenos 5 Uhr wiro oas Die Namen der Schießen geschlossen. stücklichen Preistrager vringen wir in nächster Nummer. Der overosterreichische Gewerbeverein in Linz und der niederosterreichische in Wien besuchten corporativ am Sonnrag und Montag unsere Ausstellung. Die Linzer, dreißig Mitglieder, mit dem Vorstande Obermuller an der Spitze, kamen Sonntag den 14. ds. 8 Uhr Fruy hier an, und wurden am Bahnhofe vom Vorstande Franz Tomitz und dem Ausschusse des hiesigen Geweibevereines vegrußt, worauf die Waffenfabriken und die Ausstellungen besucht wurden, wovei Franz Tomitz den Fuhrer machte. Mittags 1 Uhr kamen 106 Mitglieder des nieder¬ österreichischen Gewerbevereines mit dem Viceprä¬ identen Neichsraths =Abgeordneten Matschero, Abgeoroneten Wiesenvurg und r. r. Commer¬ Nr. 38 zialrath Blazincic an; der Ausschuß unseres Gewerbevereines mit dem Vorstande Franz Tomitz hatte sich wieder zur Begrüßung der Ankommen¬ den eingefunden, welche nun vereint mit den Linzer Gasten in Ploberger's Gasthaus „in Steyrdorf ein gemeinschaftliches Mittagsmahl einnahmen bei wel¬ chem Vicepräsident Matscheko betonte, daß sie der Einladung zum Besuche des Emporiums der ober¬ österr. Industrie mit Vergnügen nachgekommen seien, und sodann in schwungvollen Worten einen Toast auf die Stadt Steyr, auf das Central=Comite und den Gewerbe=Verein der Stadt, sowie auf dessen unermündlichen. Vorstände, auf den Bürger¬ meister kaiserl. Rath Pointner und Fr. Tomitz ausbrachte. Bürgerm ister Pointner, der das Mittag¬ essen mit seiner Gegenwart beehrte, dankte dem Vor¬ redner für die schmeichelhaften Worte der Anerkennung und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß dieser große und vielfach bewährte Verein nach einem Zeitraume von fünf Jahren -Steyr aber¬ mals als Ziel seiner Excursion gewählt habe. Unter Tomitz' Führung wurde nach aufgehobener Tafel die Schwimmschule, die Werndl'schen= Fisch¬ anlagen, die k. k. Versuchsanstalt, wo Herr Peter¬ mandl den Führer in seiner ältberühmten Mes¬ sersammlung machte, sodann die übrigen Ausstellungs¬ räume besucht. Der Abend vereinte sämmtliche Herren bei Saxlehner und der Besuch der Heindlmühle machte den Schluß des Tages; die Linzer Gäste uhren bereits um ½12 Uhr Abends nach Hause. Die Wiener besuchten am Montag noch die Waffenfabeiken, wo sie von Herrn Generaldirector Werndl persönlich begrüßt und von Herrn Ro߬ para in alle Mäume geleitet wurden. Darauf wurde die culturhistorische Ausstellung besucht und bei Eiselmeyr ein gemeinschaltliches Mittag¬ essen eingenommen. Nach Tische unternahmen die Theilnehmer der Excursion einen Ausflug nach Garsten, um ½5 Uhr verabschiedeten sie sich auf dem Bahnhofe von dem Ausschusse unseres Ge¬ werbevereines und dessen Obmann Franz. To¬ mitz in herzlichen Worten durch Herrn Blazincic dem Vereine, dessen Obmanne und der ganzen Stadt ihren Dank für den außerordentlich freund¬ lichen Empfang und die liebenswürdige Führung ausdrückend und die außerordentliche Zufriedenheit mit dem Gesehenen mehrmals betonend. Unsere nachste Nummer er¬ scheint Donnerstag den 18. d., um 5 Uhr Nachmittags. Keneste Teiegkamme „Sleyrer Ausstellungs=Zeitung“. Turin, 10. Septemver. Der Po ist ausgetreten uno- har zum Tyeil oas Ausstellungsgebaude erreicht. Stierniewice, 10. Septemver. Nach Anrunft der beiden Kaiser fand um 7 Uhr Avends das Diner im Schlosse statt. Kaiser Wilheim, Franz Josej, Czar und Ezarewna tamen oazu ge¬ meinschäftlich an. Deutschlands und Oester= reichs Herrscher trugen russische Uniformen, der Czar vsterreichische, evenso die Gro߬ ursten. „Toaste wurden nicht ausgebracht. Die Avreise des Kaisers Franz Josef erfolgt diesen Mittwoch. Briefkasten. Eisenerz. Bezuglich des so spaten Eintreffens Ihrer Nummer wollen Sie sich nur an das dor¬ tige Postamt wenden, da dieselbe, wie Sie selbst nach dem Aufgabs=Stempel ersehen, rechtzeitig von hier avgeyt. Wo sich die Nummer, wahrend der wei Tage, nach welchen Ihnen seive zugetommen isi, herumtrieo, ist uns raihsethast.
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