Seite 4 Publicums geöffnet. Während dieser Zeit wird der Custos der k. k. Fachschule, Herr Anton Petermandl, die nöthigen Explicationen bezüglich der Muster¬ sammlungen der Anstalt ertheilen); permanente Gewerbe=Ausstellung, die in jeder Beziehung eine mustergiltige und sehr nette genannt werden muß, ganz besonderes Interesse erregt die in derselbe aufgestellte Gruppe von Bildhauer¬ Arbeiten des Herrn Schild aus Wien; die culturhistorische Ausstellung (Bürger¬ schulgebände) ist ab 6. August täglich schon um 8 Uhr Früh geöffnet. Werudlische Schwimm-Schule, Stadtpfarrkirche, Losensteiner¬ Capelle in Garsten. Spaziergange: Ennsleithen mit Uebersicht über die Stadt, Tabor, Daxberg, St. Ulrich, Garsten, Christkindl, Gleink. Eine prächtige Rund¬ schau mit Hochgebirgsaussicht bietet der Damberg auf seiner Warte (1½ Stunden von Steyr.) Wuositutes. Der boshafte Professor. Große Auf¬ regung herrschte in der obersten Classe der Töchter¬ schule einer kleinen Universitätsstadt. Der neue Lehrer, Privatdocent Dr. k., hatte das Unglück gehabt, bei seinem Debit so sehr zu mißfallen, daß die angehenden jungen Damen beschlossen, ihrem Unmuth in treffender Weise Ausdruck zu geben. Als daher der nichts Böses ahnende Pro¬ fessor am andern Tage in das Zimmer trat, bemerkte er mit Erstaunen, wie die eine Hälfte seiner Schülerinnen sich erhob, die andere ruhig sitzen blieb. Einen Augenblick stützte der junge Mann, dann aber wandte er sich lächelnd an die schon triumphirenden Verschwörerinen und sagte: „Es ist mir vollkommen gleichgültig, meine Damen, ob Sie mich durch Aufstehen ehren, oder sitzen bleiben. Ich möchte Ihnen jedoch der Abwechslung wegen rathen, lieber aufzustehen; denn zum Sitzen¬ bleiben werden Sie später noch Gelegenheit genug haben." uete¬ Phantasie und Wahrheit aus dem Reiche der Elektricitat. Fortsetzung aus Nr. 4.) Wie so viele gleichgiltige Dinge kommen da an, werthlos und von dem Beamten taum beachtet! Heute allerdings ist es etwas An¬ deres. Die Depeschen sind von Wichtigkeit, es ist ja Krieg — ob glücklich oder unglüklich für uns, das bleibt sich gleich; er fordert immer seine blutigen Opfer. Der Beamte mit dem dunkel¬ blonden Barte blickt auf einmal so ernst auf den sich vor ihm aufrollenden Papierstreifen — seine Züge nehmen einen weymüthigen Ausdruck an, er liest: „Baronin Adele B. Ihr Mann erlag heute seinen Wunden. Zum Troste seis Ihnen gesagt, er starb den Heldentod. Seine trauernden Kameraden. Baronin Adele B. tannte er sehr gut, nur zu gut. Die Arme, nun ist sie verlassen — er wußte, wie sehr sie ihren Mann liebte. Vor etlichen Jahren lernte der Beamte sie in einem Badeorte kennen und war entzugt von ihrer Schönheit und reizenden Naturlichkeit. Er war damals noch Student und blickte hoffnungsvoll in's Leben, mit herrlichen, welterhebenden Ge¬ danten. Das Bischen Liebe, was jede junge Brust eingeschlossen hält, wurde aber dabei zur hellen Flamme angefacht, als er sie erst naher tennen lernte — so tiefblaue Sterne, wie ihre lugen waren, werden nicht ungestraft betrachtet. ein Geheimniß verwahrte er tief in seiner Brust. Sie mußte mit ihren Eltern in die Re¬ sidenz, lange hörte er nichts von ihr, endlich daß sie glücklich sei und einem jungen Aristo¬ traten die Hand gegeben habe. Dann brach der Krieg aus, die ersten Nachrichten treffen ein und jetzt — ist er es, welcher die Nachricht ihr zusenden muß, welche ihrem Glücke und ihrer Seligkeit ein jähes Ende vereitet. „Steyrer-Ausstellungs-Zeitung.“ Ein Bote wird abgesandt, das Thor des Palais wird geöffnet, eine Dienerin eilt rasch über die teppichbelegten Stiegen in das Zimmer ihrer Herrin. Sollen wir das herzerreißende Schluchzen, die vielen Thränen schildern: Elend und Glück, wie nahe seid ihr bei¬ sammen! Einige Minuten darauf empfangt der Telegraphenbeamte wieder eine Depesche, in der so viel Glück, so viel Seligkeit darin liegt. Es wird die Ankunft des Sohnes, der unverletzt und mit Ehren bekleidet, zu seiner Mutter zu¬ rückkehrt, gemeldet. Weit drinnen im Lande liegt ein einsames Herrenhaus; der Besitzer ist plötzlich schwer er¬ krankt, Hilfe wäre nothwendig. Sein junges Weib bewacht jeden Athemzug des Gatten. Da ist es wieder der elektrische Strom, der von weiter Ferne her rasch den helfenden Arzt holt, der, angekommen, eine gefährliche Halstrantheit findet. Allein dieselbe ist schon sehr weit vor geschritten und der Krante schwebt zwischen Leben und Tod. Ein kleiner Inductionsapparat ge= nug, um die Mundhöhle des Kranten mit einem winzig kleinen Glühlicht zu beleuchten; die ge¬ ahrlichen Pilze werden hinweggeriselt und das Leben wird erhalten. Wer beschreibt das Gluck, als die Genesung immer rascher vor sich jeht und das lange Nachtwachen des treuen Weibes durch die glückliche Rettung des Gatten belohnt wird. Der Gedanke ist ja so schrecklich, das, was man liebt, zu verlieren. Hier war die Elektricität wieder ein Schutzengel und rettete ein Menschenleben, sie wurde im Dienste des Menschen zum Guten und Nutz¬ lichen verwendet. Draußen aber in der tobenden Schlacht steht der Gene=Officier vor einem kleinen Taster, verbunden mit einem Inductions¬ apparate; er erwartet nur einen einzigen Be¬ dann ein schwacher Druck der Hand, und auf viele Kilometer weit führt der Draht zu den Landtorpedos den Strom. Dort ent¬ zundet ein kleiner schwacher elektrischer Funte ein Zündhütchen, dessen Piston mit einer Dy¬ namitbuchse in Verbindung steht — ein Knall der Alles ringsumper erschüttert, und das Her¬ störungswert hat seine Schuldigkeit gethan, der Feind hat in seinen Reihen eine Lichtung. Ob auch diese Anwendung der Elektricität zum Nutzen und Glücke der Menschheit gereicht, bleibe dahingestellt. Bei allem aber seyen wir die große verschiedenartige Verwendbarkeit jener uns erst in neuester Zeit zur vollkommenen Er¬ kenntniß gelangten Kraft. Neueste Telegramme „ihre Aussirungs=Zeitung. Linz, 9. August. Ein ungefähr 17 Jahre alter wandernder Kenner wurde bei Meilersdorf, Bezirk St. Peter, er¬ mordet und beraubt aufgefunden. Dreihand= werks=Burschen sind des Mordes verdächtig. Wien, 9. August. Der Leichnam Stelmachers wurde noch gestern Nachts in aller Stille am Centralfriedhofe be¬ graben. Die vorher stattgefundene Ob¬ duction ergab vollkommen normales Ge= hirn und äußerst kräftige Constitution. Eröffnung des Schloßpartes. Ueber Bewilligung Sr. Excellenz des Herrn Franz Grafen Lamberg wird während der Ausstellungsdauer der hiesige Schlo߬ garten an Sonn= und Feiertagen von 8 Uhr Früh bis 7 Uhr Abenos dem Publicum zugänglich sein. — Das Mitnehmen von Hunden in den Garten ist jedoch nicht gestattet. Nr. 8 Eisenbahn-Verkehr. Ankunft in Steyr. Richtung St. Valentin. 7.55 Früh aus Amstetten, Prag, Budweis, Frankenmarkt, Passau. 12.24 Nachm. aus Wien, Budweis, Salzburg, Simbach, Passau. Nachm. aus Linz, Salzburg, Wien. 3.38 Nachm. aus Summeran. 6.10 Abends aus Wien, Innsbruck, Salzburg, Passau, Simbach. 8.43 Abends aus Prag, Budweis, Wien, Salz¬ burg, Simbach, Passau. Richtung Kleinreifling. 7.56 Früh aus Klagenfurt, Villach, Graz. 11.25 Vorm. aus Bruck, Salzburg, Aussee. 6.54 Nachm. aus Villach, Klagenfurt, Graz, Innsbruck, Aussee. 8.47 Abends aus Kleinreisling (nur an Sonn¬ und Feiertagen). Abfahrt von Steyr. Richtung St. Valentin. 5.55 Früh nach Wien, Salzburg, Passau, Sim¬ Früh nach Budweis, Prag, Linz. 11.35 Vorm. nach Budweis, Prag, Salzburg. 3.40 Nachm. nach Linz, Salzburg, Passau, Simbach. 4.30 Nachm. nach Summerau, Wien. 7.04 Abends nach Budweis, Prag, Amstetten, Wels. 8.55 Abends nach St. Valentin (nur an Sonn¬ und Feiertagen). 2.15 Nachts nach Linz, Wels. 11.30 Nachts *) nach St. Pölten, Wien. Richtung Kleinreifling. 8.01 Früh nach Aussee, Innsbruck, Salzburg, Graz, Klagenfurt, Villach. 2.35 Nachm. nach Aussee, Salzburg, Brud. 8.48 Abends nach Graz, Klagenfurt, Villach. 12.50 Nachm. nach Kleinreisling nur an Sonn¬ und Feiertagen). *) Dieser Zug verkehrt blos am 28., 29., 30, und 31. August und am 20., 21., 22. und 23 September. Witterungs=Bericht. Telegramm der meteorologischen Central¬ Anstalt Wien. 9. August 1884, Nachmittags 2 Uhr. Niederster Barometerstand: 755 Millimeter. Ort desselben: Nord=Spanien. Höchster Barometerstand: 770 Millimeter. Ort desselben: Finnland. 2. Minimum des Barometerstandes: westlich von Schottland. Wind: südöstlich. Bewölkung: vorwiegend heiter. Niederschläge: trocken. Temperatur: warm. Bemerkung: Gewitterbildung wahrscheinlich. Steyr, 9. August 1884, 1 Uhr Mittags. Wind=Richtung: nordöstlich, Stärke mäßig. Bewölkung: wechselnd. Niederschlag: Temperatur: 282° C. Bemerkung: Das schöne Wetter wahrschein¬ lia no andauero. Temperatur des Wassers am 8. August 1884. 14. Bad in Schönau 15° N. Ennsfluß: 17°. Ramingbach Schwimmschule: 14. zogen kotonammken: Wien, 10. Aug. 38, 2410. § 1.
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