Steyrer Ausstellungs Zeitung, Nr. 6, 8. August 1884

— Officielles Organ des Central=Comités. Redaction: Administration: Grünmarkt Nr. 7. Zwischenbrücken Nr. 2. Preis per Nummer 6 kr. Sprechstunde von 9—11 Uhr Vorm. Sprechstunde von 7—11 Uhr Vorm. Einzeln verschleiss: Expedition des „Alpen-Boten“, Stadt, Grünmarkt Nr. 7; Expedition der „Steyrer Zeitung“, Steyrdorf, Kirchengasse Nr. 12; bei Herrn F. Kutscher's Buchhandlung im Pavillon am Ausstellungsplatze und Enge Nr. 27; bei Herrn Alois Wagner's Zeitungsverschleiß, Zwischenbrücken; in der Sandbok'schen Buchhandlung, Stadtplatz: bei Herrn Franz Pichler, Kaufmann am Stadtplatz, und bei Herrn Roman Mayrhofer am Michaelerplatz. Inseratenannahme: In den Buchdruckereien von M. Hans Erben, Stadt, Grünmarkt Nr. 7, und G. Bruckschweiger, Steyrdorf, Kirchengasse Nr. Schluß des Blattes 11 Uhr Vormittags. Ausgabe des Blattes 5 Uhr Nachmittags. 1884. Nr. 8. Steyr, Freitag den 8. August Die Anwesenheit Jhre Kaiserl. Hoheiten des durchlauchtigsten Herrn Protectors Erzherzogs Carl Ludwig und höchstseiner Gemalin run Erzherzogin Maria Theresia. Besichtigung der Ausstellung. (Fortsetzung.) Am Eingange zur Forst=Ausstel¬ lung empfing Se. Excellenz Graf Cam¬ berg die höchsten Herrschaften und stellte die herrschaftlichen Forst¬ Beamten vor, worauf die Collectiv¬ Ausstellung von Producten der in der un Bichtan heimischen HolzSpielwaren-Hausindustrie besichtigt wurde. In der Exposition k. k. Forstverwaltung machten die Herren Oberforstmeister Dimit, Forst¬ meister Netola und Forst-Verwalter Hering aus Gmunden die Honneurs, und erregten die Modelle von den diversen Klausen und Holzrechen, die Abbildungen forsteultureller Bauten, die über hundert Jahre alten Karten und Bücher ebensolches interesse wie die Holzschnitzereien des Holz¬ ildhauers Ernest Heißt aus Even¬ see. In der nächsten Abtheilung nahmen die kaiserlichen Hoheiten die Holzmodelle des Herrn Zimmermeisters Julius Huber in Augenschein, und bezeigten leb¬ haftes Interesse für die Collection diverser, den Wilderer abgenommenen Gewehre und Fangwerkzeuge, welche das hiesige k. k. Kreisgericht ausgestellt hat. Se. kaiserliche Hoheit ließ sich von dem Herrn k. k. Kreisgerichts=Präsidenten Mich. Ritter von Weismayr detaillirte Aufklärungen ertheilen, wofür der Herr Erz¬ herzog demselben in huldvollster Weise den Dant aussprach. In der Abtheilung der Exc. gräflich Lambergschen Forst¬ verwaltung informirte der Herr Forst¬ inspector Grabner die höchsten Herr¬ schaften und zeigten dieselben ein besonderes Interesse für die sowol in forstechnicher als auch forstwissenschaft¬ licher Hinsicht besonders wertvolle Ausstellung. Von hier begaben sich die höchsten Herrschaften in den Ausstellungs¬ raum der österreichischen Alpinen Montangesellschaft, wo Herr Forst¬ director Dommes die kaiserl. Hoheiten über die forstwirthschaftliche Abtheilung der Alpinen Montangesellschaft eingehendst instruirte und bei denselben ungetheilte Aufmerksamkeit für die ausgestellten Ob¬ jecte erregte. Nun verließen die höchsten Herrschaften das Ausstellungspalais und begaben sich unter Führung des Herrn Generaldirectors Josef Werno in das Palmenhaus, dessen elegante uno geschmackvolle Ausstattung einen sehr angenehmen Eindruck machte, wie die Fülle schöner und exotischer Blumen algemein überraschte. Herr Ge¬ neral=Director bezeichnete den anwesenden Gartner Herrn Franz Luda sowol als den Arrangeur des Glashauses, wie auch den Schopfer des Partes, den er aus schottrigem Heidegrund in unglaublich kurzer Zeit bis zur heutigen vollendeten Pracht schuf, und geruyten Se. kaiser¬ liche Hoheit demselben seine volle Aner¬ tennung auszusprechen. Von hier begaben sich die hohen und höchsten Herrschaften zu dem im Freien aufgestellten Theil der Forstausstellung, wo sie der graft. Tambergische Oberforster und Obmann der Forstwirthschaftlichen Abtheilung der Aus¬ tellung, Herr Cajetan Jonas empfing und die interessante Pflanz=Schule, die Beschädigungen von Pflanzen durch den Abbiß des Wildes erklärte und die ausgestellten Holzsorten wie die Rollbahnen zur Bringung derselben zeigte. Ihre kais. Hoheiten verließen außerst befriedigt die Forstausstellung und begaben sich in die Restauration Saxlehner, wo ein altes Frühstück servirt wurde. Ihre kaiserlichen Hoheiten mit höchstderen Begleitung nah¬ men an einem separaten Tische Platz, indessen die Celebritaten, Festgäste, die Comite=Mitglieder und die Vertreter der Presse an andern Tischen Pla¬ nahmen. Servirt wurde talte Küche und sprach Seine kaiserliche Hoheit der Herr Erzherzog Carl Ludwig dem Vertreter des Hauses Saxlehner, Herrn Engländer, eine vollste Zufriedenheit aus uno gratulirte demselben zu dem Arrangement des linternehmens. Der Obmann des Central Lomites, Herr Dr. Johann Hoch¬ hauser, stelte Sr. kais. Hoheit den chef des Hauses Herrn Andreas Sar¬ lehner und dessen Sohn Arpas vor uno außerte höchstderselbe in äußerst liebens würdiger Weise, daß er sich freue Gelegen¬ heit gehabt zu haben, den aufopfernden Fleiß des Hauses tennen zu lernen. Nach beendetem Dejeuner begaben sich die kaiserlichen Hoheiten in den Pavillon

Seite 2 für Staatseisenbahnbetrieb, wo der Pra¬ sident der Direction, Herr Czedik von Brundlsberg, in eigener Person die elektrischen Signale und Apparate für den Betrieb und Schutz der Eisenbahnen demon¬ strirte und lebhaftes Interesse erweckte, so daß Se. kaiserl. Hoheit der Erzherzog mit warmstem Danke und dem Ausdrucke voll¬ ster Anerkennung den Pavillon verließ (Schluß folgt.) Das Test-Souper. (Schluß) Im Verlaufe des Soupers nahm Herr Doctor Scherer nochmals das Wort und führte aus, man müsse auch Jener gedenken, die heute nicht hier an¬ wesend seien, die aber gleichwol ihr voll¬ gewichtig Theil an dem Zustandekommen des großen Werkes genommen, — es seien dies die Arbeiter (Bravo! Bravo!). Sie verdienen alle Anerkennung und es werde sie dies gewiß mit gerechter Freude erfüllen und ihnen als Aneiferung dienen, wenn man Jhrer bei solchem Anlasse nicht vergißt. Sein Toast gelte den Arbeitern, sie leben hoch! — Langanhaltender lauter Beifall zeigte die allgemeine freudige Zu¬ stimmung, die dieser Toast unter der Ver¬ sammlung hervorrief. So war die Stimmung eine immer gehobenere, freudiger erregte geworden. Als einmal zufällig Herr Wernol und Dr. Hochhauser beisammen sanoen, benutzte Herr Forstoirector Dommes die momentane Situation, um den Beiden, „da wir sie jetzt gerade so beisammen haben", welche ja die intellectuellen Urheber und Leiter unseres großen Unter¬ neymens seien, ein herzliches „Prosit zu bringen, das freudigsten Wiederhall bei allen Anwesenden fand. — Herr Werndl bemerkte, es sei ihm Herzensbedürfniß, sich stets in gemüthlicher Weise unter lauter Bekannten zu fühlen, und er wolle sich nun mit Allen bekannt machen. Von Einem zum Andern gehend, hatte er für Jeden ein herzliches Wort, und als er gar im Angesichte der ganzen Versamm¬ lung einem der auswärtigen Gäste, Herrn Buchbinder Obermüller aus Linz, für alle übrigen als Begrüßung einen herz¬ haften Kuß gab und ihn umarmte, da war des Jubels kein Ende. So verlief das ganze Festsouper unter gemüthlichstem Ver¬ tehre aller Anwesenden untereinander, deren Herzen von froher Hoffnung für die ganze glückliche Durchführung des so schon begonnenen Wertes geschwellt waren und alle fremden Festgäste gaben ihrer lebhaften Sympathie und rückhaltlosen Anerkennung über die Anlage und das Arrangement des ganzen Ausstellungs¬ Unternehmens, dessen Großartigkeit sie geradezu überrascht habe, auch im Privat¬ gesprache rückhaltlosen Ausdruck. Während des Soupers besorgte die anerkannt ausgezeichnete Musikkapelle des k. k. 14. Infanterie=Regi= mentes Großherzog von Hessen unter ihrem tüchtigen Capellmeister Herrn „Steyrer-Ausstellungs-Zeitung. Rezet die Tafelmusit und führte alle Piecen mit geradezu künstlerischer Vollendung unter dem lebhaftesten ver¬ dienten Beifalle der Versammlung vor. Das Programm zu dieser Tafelmusik war folgendes: 1. Fest=Marsch von Singer. 2. Ouver¬ ture zur Oper „Mignon" von A. Tho¬ mas. 3. Marien=Walzer von Fr. Rezet. 4. Original=Cavatine für Cornet von Friton. 5. Phantasie aus Rich. Wagners Oper „Lohengrin“ von M. Zimmermann. Zweite ungarische Rhapsodie von Fr. Liszt. 7. Ballet und Chor aus der Oper „Faust von Ch. Gounod. Laveri¬ table Manola, spanisches Lied für Corner von E. Bourgeois. S. „Hoch Habsburg, Marsch von J. Kral. 10. Tagunen=Walzer von Joh. Strauß. Es dürfte unsere Leser interessiren, auch das Menu kennen zu lernen, welches Herr J. Eiselmeyr den Festgästen ser¬ virte. Es ist folgendes: Bounion. Saumon du Rhin et Mayonnaise, Kost¬ been a la jardiniere. Selle de Chevreur aux Truffes. Poulardes de Styrie. Sa¬ lade de saison. Compote panachée. Dessert. Fromage. Cafe. — Es herrschte unter den Gasten nur eine Stimme der Anerkennung und des Todes über die Vortrefflichkeit der sämmtlichen servirten Gerichte und Getränke, was nicht wenig zum vollen Behagen der Soupirenden bei¬ trug. Die Landes-Industrie-Ausstellung. Annupfend an die bereits bekannt ge¬ jedene kurze Darstellung der Industrie¬ Ausstellung, wollen wir heute mit der Gruppe Metall-Industrie beginnen und in Kurze Alles erwähnen, was für den Besucher Interessantes geboren wurde. Auf der linken Seite des Stiegenhauses des Ausstellungs=Palais in ersten Stocke befinden sich in zusammenhangender Reihe die Räume, welche die gesammte Stahl= und Eisen-Industrie Oberösterreichs aufnehmen. Im ersten Zimmer finden wir einen altberühmten Industriezweig Oesterreichs, die Sensen¬ noustrie vertreten. Die Sensengewerte Pießlinger Michael, Steyrling; Preßlinger Christof, Moun; Pießlinger Gott¬ lieb in der Pießling; Schrockensu¬ Carl, Spital am Pyhrn; Schrockensu¬ Weinmeister Gottlieb, Rößleihen; Franz, Spital am Pyhrn; Weinmeister Hottlieb, Spital am Pyyn; Weinmeister Marie, Aggonit bei Leonstein, Zeitlinger Caspar Blumau bei Kirch¬ dorf; Zeitlinger Franz, Michtorf, Zeitlinger Ludwig, Teonstein; Zeit¬ linger Ludwig (Firma: Josef Zeit¬ lingers Sohn in der Strud bei Molln, haben sich an dieser Ausstellung verheiligt. Wir finden dort Sensen in allen Großen und Formen und in den ver= Nr. 6 chiedensten Ausstattungen, wie sie der Export verlangt, an den reich drapirten Wänden angebracht. Die altbekannten Sensenzeichen, die von in= und ausländi¬ schen industriellen Raubrittern widerrecht¬ lich nachgeschlagen und gefälscht werden, in im vergrößerten Maße als Decoration angebracht. Herr Franz Holzlhuber, welchem das Arrangement übertragen wurde, hat seine Aufgabe prächtig gelöst. Im selben Raume finden wir Sicheln und Hacken von Ignaz Hirtenlehnerin Großraming ausgestellt, welche Fabrikate in Oesterreich sich eines guten Rufes er¬ freuen. In der Mitte dieses Zimmers ist in einem 5 Meter langen Doppelpulasten die Collection von Tischbestecken, Fleisch=, Kase, Salamimessern rc., Fabrikate von der Firma „Ludwig Werndl's Nach¬ folger der Herren Mach und wor¬ czar in Steinbach ausgestellt. Die Ar¬ beiten dieser Firma haben uns sehr befrie¬ digt und stehen dieselben den Solinger Fa¬ vritäten in keiner Weise nach. Die Schiff¬ Ausführung ist eine vorzügliche zu nennen, die gebrachten Formen sind durchaus neu und schon. Geburtenistodistetusstellung. 111. im Saale für Gruppe VIII befinden sich außerdem zwei Roselfeld, Petrus und Paulus, der Stadtpfarrkirche in Linz gehörig und von kräftiger, energischer Pinsel¬ uhrung. Mehrfach vertreten ist ein anderes Künstlerpaar jener Zeit, die Altomonte. Der altere derselben, Martin Alto¬ monte, wurde am 8. Mai 1697 in Neapel gevoren; sein Vater war ein Deut¬ cher, Namens Hohenberg. Schon dieser cheint seinen Namen in das wohlklingende italienische Altomonte übersetzt zu haben. Nachdem Martin eine Zeitlang als „pol¬ nischer Hofmaler in Warschau verweilt, lebte er seit 1720 in Linz und schuf eine Reihe großartiger Bilder und Fresten. Hier mogen nun einige erwähnt werden: zu Linz in der Karmeliterkirche das Hoch= altarblatt des heil. Josef und das Altar¬ blatt am Albertisaltare; in der Ursulinen¬ tirche das Hochaltarolatt und zwei Bil¬ der, die heil Anna und die Familie Christi; in der Alumnatskirche das Altar¬ blatt „Christus am Kreuzer; in der ehe¬ maligen Minoritenkirche das Hochaltarlatt In St. Florian Maria Verkündigung die Fresten am Plafond des Kaisersaales, bei deren Anfertigung auch sein Sohn Bartholomäus half, wie bei denen des großen Speisesaales; in Wilhering sieben Altarblätter; in der Stiftskirche zu Spital am Pyhrn das Hochaltarblatt, zwei Seitenaltarbilder und die Kuppelfresten, endlich viele Bilder für Landkirchen. Noch in einem 87. Lebensjahre (er starb 1745 in Linz) führte er den Pinsel so traftig wie in seinem vierzigsten. Von ihm ist in dieser

Nr. 6 Gruppe eine prächtige Skizze in Del „Die yl. Dreifaltigkeit mit Heiligen (Nr. 130). Mehrere Bilder, Delstizzen und auch eine Handzeichnung sind ausgestellt, welche dem Sohne des Vorigen, Bartholomäus angehoren, dessen Stil sich von dem des Vaters höchstens durch eine etwas großere Weichheit der Gestaltung, durch varockeren Haltenwurf und entsprechend lebhaftere Bewegung unterscheidet. Bartholomaus, in Warschau 1702 geboren, lebte beinahe ausschließlich in Oberösterreich, starb 1779 und liegt in St. Florian ve¬ graben. Von ihm sino hochgeschatte Bilder in der ehemaligen Stiftskirche in Engelszell, die Plafondgemälde in der Stiftskirche in Wilhering, der Plafond in der Bibliothek in St. Florian, im natu¬ ralienkabinet, dem Capitel= und Wahl¬ zimmer, das Deckengemälde „Der Triumph der Religion" im Sommerspeisesaale; die Gemälde in der Kuppel der Kirche der Elisabethinerinen in Linz, Fresten in der Stadtpfarrkirche und verschiedene Bilder in Landkirchen. Unsere Gruppe enthalt von ihm zehn Stücke, die Nr 19, 28, 95—98, 103—106; unter diesen durfte Nr. 96, eine Madonna, das beste sein; von bedeutender Wirkung, besonders aus großerer Entfernung, sind die vier Evan¬ gelisten Nr. 103—106. Ein Ober= und Niederösterreich gleichmäßig angehöriger Maler ist Jo¬ hann Martin Schmidt aus Krems, daher „Kremserschmidt genannt, über den uns von anderer Seite eine eingehende Besprechung in Aussicht gestellt ist. Von ihm sind über ein halbes Dußend Bilder und Skizzen eingestellt. Unter denselben verdient den Preis Nr. 88 „der hl. Josef, ganz rei¬ zend einfach in der Composition, aber von einschmeichelnder Wirkung, sehr gut ist auch die Skizze Nr. 87: „die schmerzhafte Maria", ein sogenanntes Vesperito. Von anderen Bildern seien nur auf die vorzüglichsten noch aufmerksam gemacht Dieselben sind: Nr. 24 „Tod des heil. Josef“, Altarolatt=Stizze von Le Grand della Torre, Nr. 37 und 41, Studien¬ töpfe niederländischer Schule, Nr. 39 eine kräftige, klar componirte Reiterschlacht von Querfen, Nr. 58 „der Baudes babylonischen Thurmes“, währscheinlich eine Copie nach Breughel, wenn nicht von dem älteren Breughel selbst, auszeichnete durch die minutiose Detailausführung der Figuren; Nr. 113 einer Madonna von Lutas von Leyden, eine Burgerfamilie in Sierning als hochgeachteter Besitz gehörig; Nr. 114, ein altdeutsches Flugelaltarchen von un¬ gemeiner Schönheit der Durchführung, vorzüglich erhalten und verständnißvoll restaurirt, endlich die beiden Landschaften großen Stils Nr. 117 und 118 „Engelsegg, bei Steyr“ und „Steyr vom Tabor aus aus dem Schlosse Engelsegg. Wenn wir noch die Bilder Nr. 46 und 31, „Bürgers¬ Frau mit Kindern und burgerliche Fa¬ milie von Sattler, letzteres leider nicht ganz vollendet, nennen, so geschieht es wegen der naiven Auffassung der Situation, „Steyrer-Ausstellungs-Zeitung. welche in diesen Bildern sich zeigt. Unsere Besprechung jedoch schließen wir erst mit dem Hinweise auf die drei reizenden Pastell¬ Gemälde Nr. 48, 49 und 50, von dem 49 unverbürgter Sage nach sogar ein Portrat der Pompadour sein soll; nur Schade, daß zu diesen pitanten Köpfchen die moderne gradlinige Umrahmung gar nicht paßt; hier wünschen wir geschwungene Linien, Blumen, Genien, turz Barock¬ rahmen, wie solche in Gruppe zu finden ind. Eine Sammlung von Miniaturen birgt Gruppe I und wird eine Besprechung derselben in der Reihe dieser kurzen Skizzen nicht fehlen. Dr. Hans Widmann. Geologusse Ausstellung. 111. An der Wandfläche rechts neben der Fensternische, in welcher das Näyrischchen teyt, bemerken wir einen reich figurirten Fußteppich, dessen Mittelstück eine Schlange bildet. Auf Befragen erfahren wir, daß dieser Fußteppich zum „Stenographentisch gehore und gleichfalls eine stenographische Inschrift enthalt. Die Figur nämlich bildet die Begrüßung „Willkommen für Jeden in diesen Raum Eintretenden; leider lächelt dieses „Willkommen nur dem Steno¬ graphiekundigen entgegen gleich der seltenen und darum gesuchten, lieblichen Waldblume, die auch nur dem Botaniter freundlich zu¬ nickt: „Hier bin ich: Der Haupt=Charakter der ganzen Zeichnung ist grotest, die Farben¬ tone richtig gewählt, die Arbeit mit vielem Fleiße mustergiltig durchgeführt, der ganze Teppich dem Zwecke vollkommen entsprechen, und wenn wir noch erwähnen, daß, da es „Dupfe zu stenographischen Stickereien verzeit noch nicht zu kaufen gior, Stickarbeiten in dieser Beziehung auf be¬ sondere Schwierigkeiten stoßen, so müssen wir die Durchführung dieses Gedankens nur um so lebhafter begrüßen. Im haus¬ lichen Kreise wird sich durch die liebe Ju¬ geno auch diese Art der weiblichen Hand¬ arbeit bald einburgern, wodurch natürlich auch mit der großeren Nachfrage die Er¬ zeugung solcher „Dupfe gleichen Schritt halten wird. In Patron der k. k. General¬ Direction des österr. Staats¬ Julien. Skizze von Ernst Hromada. Im Centrum der Carl Ludwigsstraße am Ausstellungsplaße befinder sich der rei¬ sende uno elegant ausgestattete Pavillon der k. k. General=Direction österr. Eisenbahnen. Wer die Schweiz kennt mit ihrem un¬ vergleichlichen Vierwaldstätter See und die Villen, welche dort am Rande desselben steyen, im Hintergrunde der herrliche Pi¬ latus, dessen Haupt auch im Sommer mit Schnee und Eis bedeckt erscheint, der glaubt im ersten Momente diesen Pavillon Seite 3 von dort hergezaubert zu finden. Es ist eines der wichtigsten und interessantesten Objecte, indem es uns in die Gebahrung einer Eisenbahnstation einführt, wir sehen darin auf wirklich kunstvolle Weise auf einem so engen Raum alle nothwendigen Apparate und Instrumente aufgespeichert, die für den sicheren Verkehr von wesent¬ licher Wichtigkeit sind. In unserem raschen, energischen, eiser¬ nen Zeitalter ist es besonders noth¬ wendig, das Leben der Menschen in je¬ der Weise zu schützen und vor Gefahren zu bewahren. Mit Hilfe der Elektricität ist uns die theilweise Losung dieser Auf¬ gave in wirklich hervorragender Weise ge¬ lungen. Gleich beim Eintritt fallen uns die Telegraphenapparate auf, welche uns die Schaltung einer completen Mittelstation zeigen. Wir besitzen noch dem Morse¬ Apparat, der genote Beamte wird jedoch auch nach dem Gehor die Zeichen lesen konnen. Bei den amerikanischen Eisenbahnen indet aber schon lange die Verständigung durch den Klopfapparat statt, ooch sind wir in Hinsicht der Controle viel besser daran, indem sich unsere Depeschen auf= bewahren lassen, was bei dem anderen In den beiden System nicht möglich ist. Boussolen am Arbeitstische finden wir zwei Tasten eingeschaltet, welche mittelst eines stärkeren elektrischen Stromes die Glocken der Wachterhäuser in Activitar setzen und auf diese Weise dem Beamten die Gele¬ genheit geben, alle Wachterhäuser seiner Strecke über verschiedene Vorfalle zu benach¬ richtigen. Ein kleiner handbarer Inductions¬ Apparat lost vor dem Pavillon das Tauf¬ vert einer Distanzsignalscheibe, die, sobald sie ihre volle Seite uns zeigt, klingelt und anderen Zugen die freie Einfahrt verwehrt; außerdem befindet sich im Bureau selost ein kleines optisches Instrument, welches uns eine rothe Scheibe zeigt. Ist der Zug vorüber, so wird die Kurvel des Inductionsapparates einfach wieder in Bewegung gesetzt und das Distanzsignal zeigt freie Fahrt, in gleicher Zeit wird auch der optische Apparat wieder ein leeres Blatt zeigen. Eine der allerneuesten Einrichtungen sind die sogenannten Blocksignale, die für die einzelnen Bahnwachterhäuser bestimmt sind und eine Irrung im strengsten Sinne des Wortes unmöglich machen. Die¬ selben sind meist von Siemens und Halste eingerichtet, einer Firma, welche wol schon eine Weltbedeutung sich errungen hat. In der Ausgangsstation des Zuges wird dem nächsten Bahnwächter ein Glockenzeichen gegeben und er antwortet, daß er es ver¬ tanden, dann wird durch diesen kunstvollen Apparat dem Bahnwachter die Erlaubniß ertheilt, seinen Semaphor auf freie Fahrt zu stellen, was sonst dem Bahnwachter un= möglich ist. Es zeigt sich ihm diese Erlaub¬ niß dadurch an, daß beim optischen Appa¬ rat die rothe Scheibe sich in eine weiße Scheibe verwandelt. Nun wartet er den Zug ab, stellt den Semaphor (ein Distanz¬ signal mit einem Arme, welcher horizontal

Seite 4 gestellt hat, etwas schief erhoden „freie Fahrt“ bedeutet wieder auf halt, und benachrichtigt seinen Nachbar, wartet wieder eine Antwort ab und gibt ihm dann die Strecke frei. Dieses Verfahren geht nun bis zur nächsten Station durch alle Wachter¬ hauser fort. Nur auf diese Weise ist es möglich, bei einer Hauptstation, wo fast alle Stunden fünfzehn bis zwanzig Züge verkehren, einen Zusammenstoß oder sonst ein Malheur geradezu unmöglich zu machen. Nehmen wir nun einmal den Fall an, der Bahnwachter hatte sich trotz seiner strengen Vorschriften einmal bei einer feierlichen Gelegenheit einen kleinen Rausch angetrunken. Er geht zu seinem Bahnwachter¬ hause, weiß nicht genau meyr, ob der Zug schon signalisirt sei oder nicht, und will seinen Wechsel, durch welchen der Sema¬ phor gestellt wird, auf freie Fahrt stellen; da ist ihm der Semaphor gesperrt, und er kann unmöglich den Wechsel bewegen. Auf der rechten Seite des Pavillons bemerten wir auch eine kleine Feldtele¬ graphenstation, welche in etlichen Minuten errichtet werden kann. Wie unendlich wich¬ tig diese Einrichtung ist, konnen wir am besten bei einem Feldzuge wahrnehmen wo es in der jetzigen Kriegskunst beson¬ ders auf das richtige Eintreffen der Trup¬ pentorper ankommt, wo es nothwendig ist, daß der Generalstab nach allen Richtungen hin von dem Vormarsche des Feindes unterrichtet ist. Bei uns in Oesterreich be¬ steht seit einem Jahre ein solches Regi= ment. Die Leitungsdrähte dieser Stationen werden einfach an Bäumen befestigt, uno dort, wo solche seylen, jähren Wagen mit den Telegraphenstangen mit, die des leich¬ teren Transportes wegen zumeist aus Bambusrohr erzeugt werden. Noch von besonderem Interesse ist der sich von selbst ausschaltende Glockenapparat, eine Vorrichtung, durch welche die armopharische Elektricität einen weichen Eisen= tern von selbst magnetisch macht, welcher durch die Anziehung einer Feder die Aus¬ schaltung der Apparate bewirkt In Gegen¬ den, wo im Sommer oft und plötzlich hef¬ tige Gewitter niedergehen, bewährt sich diese automatische Vorrichtung am aller¬ besten, weil dadurch der Bahnwachter nicht in die Gefahr kommt, beim Einbruch eines Gewitters durch kurze Abwesenheit die Ausschaltung zu unterlassen. Hinter jenen beschriebenen Apparaten befindet sich auf der Wand aufgehang die Wechselstellung des Linzer Bahnhofes Es werden nämlich von dem Bahnbureau der Station aus die verschiedenen Wechsel gestellt und zwar von Bahnbeamten selbst. Welch große Sicherheit dies vierer, steyt wol außer jedem Zweifel. Eine solche Einrichtung fand ich auch bei der St. Gott= hardbahn, die sich dadurch auch eine große Zahl von Bahnpersonal erspart. Dies waren nun die wichtigsten Appa¬ rate dieses Pavillons, den gewiß Niemand von den Ausstellungsbesuchern zu besehen versäumen sou. Auch ein Telephon steur eine Verbin¬ „Steyrer-Ausstellungs-Zeitung.“ dung her mit der Buchhandlung am An¬ fange des Ausstellungsplatzes. Blicken wir hoffnungsvoll in die Zu¬ kunft: Ein Zeitalter, in welchem der Geist der Menschen schon so viele großartige Unternehmungen und Erfindungen macht wird auch die Schaden und Feyer mancher Einrichtungen zu beseitigen wissen. Eugeselligkeiten von Oeste. Steyr, 7. August. Heute den 7. August um 8 Uhr Abends inder bei günstiger Witterung in Eisel¬ meyris Casino=Garten, bei ungünstiger Witterung ebendort in den Casino=Salen das Concert der „Gesellschaft der Musikfreunde in Steyr statt. Entree 30 kr. per Person. Mitglieder nicht aus¬ jenommen. Nächsten Samstag den s. o. wiro bekanntlich der k. k. Oberrealschul=Professor Dr. Bittner um 5 Uhr Nachmittags Turnsaale der Burgerschule einen Vortrag über „die Elektrici¬ tat in ihrer historischen Entwicklung halten. Wie man uns mittheilt, wird dieser Vortrag ganz popular, daher auch für Damen durchaus verständlich, gehalten sein, um den Laien in das Wesen der Elektricität in anziehender ge¬ meinverständlicher Form einzuführen. Vom Wetter. Unsere Ausstellung ist bis setzt wirklich vom Wetter in erfreulichster Weise begünstigt. War beim Empfange der höchsten Herrschaften der Himmel auch bedeckt, so schützte dies vor allzu großer ermüdender Hitze, ebenso bei den Eröffnungsfeierlichkeiten, bis bei den Worten Sr. kais. Hoheit: „Die Ausstellung ist eröffnet, die Sonne siegreich die Wolten durch¬ brach und den ganzen Ausstellungsplatz herrlich beleuchtete. Ein geradezu prachtvoller Tag war der Sonntag, — kein Wolichen ließ sich am blauen Himmel sehen, während ein leichter Windhauch fortwährend Kühlung fachelte. Der Montag Abend brachte zwar, wie wir schon in der gestrigen Nummer berichtet, ein kurzes aber heftiges Gewitter, allein es verursachte nicht den geringsten Schaden, indeß in anderen Gegenden Oberösterreichs und in Theilen Niederösterreichs und Steiermarks Wolkenbruche und Hagelschlag verheerend wütheten. Das Gewitter ging hier wol in einen Regen über, der aber nur einen Theil der Nacht dauerte. Dienstag heiterte es sich theilweise wieder aus. Die gestrige Nacht war lau und mondell und der Aufenthalt auf dem Aus¬ stellungsplätze höchst angenehm. Heute haben wir wieder einen ganz sonnenhellen Tag und mildert abermals ein frischer Ost die allzu große Hitze, die uns sonst Frau Sonne bescheeren wurde. Vom Tage. Steyr, 7. August. Todesfall. Die Familie des Kaufmannes und Gemeinderathes Herrn Gustav Gschaider hat ein herber Unglücksfall getroffen. Die Gattin desselben, eine Schwester des hochverehrten General¬ Directors Herrn Josef Werndi, ist heute um halb 3 Uhr Morgens nach langem, schwerem Leiden im 44. Lebensjahre verschieden. Die innige Theilnahme der gesammten hierortigen Be¬ völkerung an diesem harten Schicksalsschlage ist der deutlichste und sprechendste Beweis, welcher Nr. 6 Hochachtung und Liebe sich unser hochverdienter, Mitbürger und dessen Familie allgemein erfreut. Das Leichenbegängniß findet Samstag am 9. d. 9 Uhr Vormittags, statt. Privilegiums=Verlängerung. Das k. l. Handelsministerium und das k. ungarische Mini¬ sterium für Ackerbau, Industrie und Handel haben das dem Herrn Carl Holub in Steyr auf eine Verbesserung der Gewehr=Seitenschlösser unterm 27. Mai 1874 ertheilte ausschließende Privilegium auf die Dauer des einsten bis fünf¬ zehnten Jahres verlängert. Verheerungen durch Hagelschlage. Am 5. d. ging über Kirchschlag und Umgebung (bei Linz), nachdem schon den ganzen Tag Ge¬ witterschwüle geherrscht hatte und es um 3 Uhr zu donnern begann, um 4 Uhr ein Gewitter mit Hagelschlag nieder, wie es seit Menschengedenken nicht erlebt wurde. Es fielen taubenegroße Schlossen, das Eis lag 15 bis 20 Centimeter hoch m Hofe des Badehauses und mußte mit Hand¬ chlitten weggeführt werden. — Dasselbe Wetter lichte auch die Gegend zwischen Blindenmarkt und Amstetten heim. Der von Wien nach Linz verkehrende Personenzug Nr. 251, der um diese Zeit die Strecke Blindenmarkt=Amstetten passirte, litt durch den Hagelschlag nicht wenig. Es wurden alle auf der Wetterseite befindlichen Fenster des Zuges zertrümmert, ein Conducteur durch Glassplitter verwundet, die Passagiere flüchteten auf die Bänke der Coupes, da sich der Boden derselben mit Eis bedeckte. — Dasselbe Unwetter hat auch in der Gegend von Grein arg gewüthet, eine Mühle wurde durch einen Wolkenbruch weggerissen, in Grein selbst wurde durch den Hagel ein Großtheil der Fensterscheiben zertrümmert, ein Mühlbursche ist ertrunken. Auch in Steiermark wüthete das Unwetter und rich¬ tete großen Schaden an. Bei Gröbling ging ein Wolkenbruch nieder und beschädigte den Bahn¬ körper. Ein Fest in Wilhering. Am 5. d. M. fand im Stifte Wilhering bei Linz die fünfzig¬ jährige Jubelfeier des Abtes Dorfer unter gleichzeitiger Uebergabe der kaiserlichen Aus¬ zeichnung an den Jubilar statt. Der Feier wohnten der Statthalter Freiherr v. Weber, der Bischof und mehrere Prälaten bei. Nach dem Fest¬ gottesdienste in der Stiftskirche feierte der Bischof von der Kanzel herab die Verdienste des Jubilars. Erzherzog Johann erschien in der Abtei und beglückwünschte den Abt. Im Audienzzimmer hielt der Statthalter eine Ansprache und überreichte dem Jubilar den Orden. Die Anwesenden sangen pontan die Volkshymne ab und brachten ein dreifaches Hoch auf den Kaiser aus. Um 1 Uhr Nachmittags fand ein Festdiner statt. Großer Brand in der Roßau. Außer der bereits gestern unter unseren Telegrammen gebrachten Meldung vom Brande in der Wiener¬ Vorstadt Roßau erfahren wir über diese Catha¬ trophe noch Folgendes: Kurz vor 2 Uhr Nachts am 6. d. M. brach in der Nähe des Tandelmarktes im Hintertracte des mit Schindeln gedeckten Gast¬ hofes „Zum goldenen Bären“ Feuer aus, welches in rapider Weise um sich griff und die größte Gefahr für den Tandelmarkt befürchten ließ. Während der Brand im Hintertracte des Hauses wüthete, spielte sich im Mittel= und Vordertracte desselben eine Reihe von wahren Schreckens¬ cenen ab. Diese Theile des Hauses sind zwei Stock hoch und der Mitteltract von zwanzig Par¬ teien, zumeist armen Leuten, bewohnt. Im Vorder¬ tracte befinden sich die Passagierzimmer. Trotz der vereinigten Anstrengungen aller Feuerwehren gelang es erst dann, dem Feuer Einhalt zu thun, als der ganze Dachstuhl des Mitteltractes und heilweise auch der Seitentract eingeäschert war. Die meisten der Bewohner warfen ihre Effecten, um sie zu retten, im ersten Momente des Schreckens aus den Stockwerken in den Hofraum hinab. Diebe, die sich in dem brennenden Hause unter dem Vorwande, sie kamen als „Retter", einge¬ schlichen, benützten die Verwirrung zu Diebstählen der dem Brande mit Mühe und oft mit großer Gefahr entrissenen Effecten. Um 5 Uhr Morgens war jede Gefahr für die Nachbarobjecte beseitigt.

Nr. uete¬ Der neue Gutsherr. Der Herr Forst=Taxator, zwischen zwei Uebeln das kleinere wählend, entschließt sich, um der angeordneten Vorstellung des gesammten Beamtenkörpers beim neuen Gutsherrn zu ent¬ gehen, der Jahres=Versammlung des Landes¬ Forsvereines anzuwohnen. In Folge dessen große Aufregung im Hause, Herrichten von Wäsche und anderer für die dreitägige Abwesenheit absolut erforderlichen, zur Bequemlichkeit des Herrn Taxators unum¬ stößlich nöthigen Gegenstanden, dann — Zusam¬ menkunft auf dem Bahnhofe des Domicilortes, Bewillkommnung der Fachgenossen, Abschied von „Ruckwärts „Fertig: den Bekannten. Während der Fahrt allgemeiner Gedanken¬ austausch und bei der Ankunft in der nächsten Umsteigestation anderthalbstündiger Aufenthalt. Der Herr Taxator, kein Verächter von Stärkungsmitteln, und ganz besonders von gei¬ stigen, ergreift die günstige Gelegenheit, mit einem Fachgenossen, den er am Bahnhofe tennen gelernt, die Bahnhof=Restauration mit seinem Zuspruche zu beehren, um im Kreise der ander¬ weitigen Vereinsmitglieder die Wartezeit in traulichem Gesprache bei einem Glase Bier zu verbringen. Unter allgemeiner Heiterkeit, traulichem Bei¬ sammensitzen, Austischen von wirklichen und Haar¬ sträubenden Jagd= und sonstigen Erlebnissen ver¬ läuft dem Herrn Taxator die Wartezeit recht angenehm und rasch, — umsomehr als seine Be¬ kannten ihn warm zu halten wissen, und in rascher Auseinanderfolge die seiner werthen Per¬ sonlichkeit zugestoßenen unguten Erlebnisse, die er, weil sie bereits überstanden, mit einem ge¬ wissen Wohlbehagen und schmunzelnder Miene anhört, auflischen. Besonderes Vergnügen macht dem Herrn Taxator die Erzählung seines Erlebnisses beim Kaufen einer Geldbörse, welche er nach längerem Ueberlegen und nach gegenseitiger Einigung über den Preis zufrieden nach Hause trug, um sie dort von neuem zu bewundern. Doch der Schrecken! Statt einer Börse hat der Herr Taxator deren drei in der Tasche, welche er in der Zerstreuung und Einigung über den Preis¬ der getauften unbewußt eingesteckt hat. Dem Gedanten, zum Kaufmanne zurückzugehen und das unrechtmäßig erworbene Eigen um zurück¬ zustellen, folgt die Ausführung auf dem Fuße. Gegenseitige Entschuldigung — Finale. Auch die Geschichte der Purschutzen Nr. 1 und 2 wurde nicht vergessen und entlockt diese der sanften Miene des Herrn Taxators ein wohl¬ gefälliges Lächeln. Weil nämlich Nr. 1 wegen des in Verlust gerathenen Hahnes reparaturbedürftig war, so wurde am Vorabende des festgesetzten Jagdtages Nr. 2 vorsichtig geladen, d. h. das Pulver ab¬ gewogen, die Kugel genau untersucht, und dann der Stutzen an seinen Platz gestellt. Dem Herrn Taxator, als revierkundigem Jager, war der höchste Stand bestimmt und hieß es somit zeitlich Fruh aufbrechen, um rechtzeitig, vor Beginn des Triebes, auf dem Stande zu sein, über welchen die verschiedenen Hochwildwechsel gingen. Alles geht gut. Der Herr Taxator erhebt sich in der Nacht, pruft nochmals seine Aus¬ rüstung und beginnt den Aufstieg, um nach drei¬ stündigem muhevollen Wege seinen Stand, auf dem er schon manchen braven Hirsch erlegt oder auch gefehlt, zu erreichen. Doch! Oldu blutiger Heiland! Kaum beginnt das Geläute der Hunde, so macht der Herr Taxator die unliebsame Be¬ ohne merkung, daß er den Stutzen Nr. 1 — Hahn — mitgetragen hat. — Das Weitere ve¬ darf keiner Schilderung! Bei der Erzählung derartiger und sonstiger Erlebnisse verging der lustigen Gesellschaft vom grünen Tuche die Zeit rasch und unterhielt sich, wie schon bemerkt, der Herr Taxator ganz aus¬ gezeichnet, so daß er sich vollständig gehen ließ, um seiner neuen Bekanntschaft, nämlich dem Fachgenossen, den er beim Aussteigen kennen gelernt, im Vertrauen mitzutheilen, daß er trotz „Steyrer-Ausstellungs-Zeitung. alledem ein Schlaumeier sei, weil er der so lästigen Vorstellung beim neuen Gutsherrn, welcher heute ankomme, durch seine Reise zur Versammlung des Landesforst=Vereines ausweiche. Bravo! Daran Lebhafte Zustimmung zweimaliges Lauten, — Einsteigen in der Rich¬ tung Endlich Ankunft in dem Orte der Vereins¬ Versammlung, Empfang am Bahnhofe, Unter¬ kunft in guten und minderguten Quartieren vergungter musikalischer Abend bei vielem Bier und langem Sitzen: Folgender Taa: Excur¬ ion, fachliche Besprechungen und schließlich Rück¬ kehr in die Heimat. Der Herr Taxator hat es vorgezogen, statt der lästigen Excursion und den laut Programm festgesetzten fachlichen Besprechungen die Reize der Umgebung in der Form von Spaziergangen zu bewundern, sowie den guten Ruf des Ortes in Betreff seiner Getrante näher zu prüfen, und dann wohlgemuth und im Bewußtsein vollstän¬ diger Pflichterfüllung in der Heimat einzutreffen Die so gefürchtete Vorstellung des Beamten¬ körpers beim neuen Gutsherrn war vorüber und mit derselben ein schriftlicher Auftrag dem Herrn Taxator übermittelt worden, in welchem der neue Gutsherr seiner Sehnsucht, den Herrn Taxator näher kennen zu lernen, Ausdrua gav. Doch o Schrecken! Der neue Gutsherr bewillkommt den Herrn Taxator als Fachgenossen und alten Bekannten von der Zwischen=Station. Personen=Verkehr. 1. Ausstellungsbesuch. Ohne Zurechnung der Permanenz=Karten haben vom 5.—6. August, ausschließlich der culturhisto¬ rischen Ausstellung, 2105 Personen Eintritts¬ Karten gelöst. Die culturhistorische Ausstellung haben während dieser Zeit 811 Personen besucht. Demnach besuchten die Ausstellung: excl. der culturhistor. culturhistorische am 2. Aug. 4401 Pers. am 3. Aug. 759 Pers. „ 3 „ 4151 „ 4. „ 420 „ „ 4. „ 1267 1219 „ 5 „ 434 „ " 6 „ 1019 „ 6. „ 384 „ Summe: 12107 Pers. Summe 2000 Pers. Totalsumme der Besucher: 14107 Personen. 2. Bahnverkehr. Bom 5. bis 6. August sind angekommen 1239 Personen „ abgereist 1127 5. „ 6 Von den vom 1. bis 7. August angekommenen Personen sind somit 1732 noch nicht abgereist. Witterungs=Bericht. Telegramm der meteorologischen Central¬ Anstalt Wien. 7. August 1884, Nachmittags 2 Uhr. Niederster Barometerstand: 755 Millimeter. Ort desselben: westl. von Schottland. Höchster Barometerstand: 775 Millimeter. Ort desselben: Schweden. 2. Minimum des Barometerstandes: Westfrankreich. Wind: nordöstlich. Bewölkung: wechselnd. Niederschläge: geringe. Temperatur: warm. Bemerkung: Andauernd schönes Wetter wahr¬ scheinlich. Steyr, 7. August 1884, 1 Uhr Mittags. Wind=Richtung östlich, Starke mäßig. Bewölkung: wechselnd. Niederschlag: Temperatur: 28° C. Bemerkung: Keine wesentliche Aenderung bevorstehend. Temperatur des Wassers am 7. August 1884. Bad in Schönau 17° R. 14. Ennsfluß: 17° R. Ramingbach Schwimmschule: (Grehuyt 15. Seite Angenommene Tremor. Hotel Krammer (Eiselmeyr). Dr. Carl Schaffer, Advocat, Ischl. Carl Klemorer, Kaufmann, Praa. Josefine Happe, Lehrerin, Wien. Josef Taschet, Kaufmann, Budweis. Dr. Hans Proßi, Redacteur des Tagesboten, Brünn. A. V. Groß, Apotheker, Wien. B. Mach, Professor, Prag. Julius Krieger, Privat, Graz. C. Strecker, t. k. Ober¬ lieutenant, Prag. M. v. Lollo Fato, Gutsbesitzer, Mailand. Emil Murmann, Kaufmann, Wien. M. v. Lindheim, Landtags=Abgeordneter, Wien. Joh. Kohnet, Kaufmann, Wien. Otto Bruck. Ingenieur, Augsburg. J. Ilnicky. Tele¬ graphen-Ingenieur, Petersburg. H. R. Mittag, Ingenieur und Redacteur, Berlin. Zeilberger's Gasthof „Zum rothen Krebs. Joschi Nathan, Tischler, Ungarn. Hermann v. Schragt, Privatier, Hallein. Josef Stanto, prakt. Arzt, sammt Familie, Hallein. Ludwig Kronberger, prakt. Arzt, St. Florian. Josef Schneider, Buchhalter, Salzburg. Jaques See¬ fried sammt Schwester, Kaufmann, Nußdorf. Josef Schöner, Architect, Klosterneuburg. Ed. Rember, t. k. Oberstlieutenant, sammt Nichte, Budweis. Friedrich Seefeldner, Lehrer, sammt Frau, Auerbach. Fanny Winter, Buchhändlers Witwe, Linz. Cajetan Gloning, Schulleiter, Peuerbach. Alois Frauenberger, Schulleiter, sammt Nichte, Pram. J. Sompet. Schulleiter, sammt Frau und Tochter, St. Georgen. Joh. Sauheita, t. k. Telegraphen=Directions=Secretar, Linz. Peter Katsmaier, Oberlehrer, Kematen. Josef Kofler, stud. pharmacie, Kremsmünster. P. Muller, Student, Kremsmünster. Professor Muller, Arzt, Kremsmünster. Neueste Telegramme „Wihit- Kussirungs=Zeitung. Ischl, 7. August. Nach einem Dejeune dinatoire bei Kaiserin Elisabeth reist um 3 Uhr Nachmittags der deutsche Kaiser nach Schloß Babelsberg ab, wo er morgen um 11 Uhr Vormittags antrifft. Wien, 7. August. Die berühmte Hof= chauspielerin Hatzinger ist zum Sterben erkrankt. Humoristisites. Eheliche Zartlichkeit. Führer: „Kom neu Sie nunter, aber nehmens sich in Acht, hier hat Manu: schon Mancher den Hals gebroche!" „Auguste Geh' voran!" Der höchste Berg. Lehrer: „Wer kann mir sagen, welches der höchste Berg in Deutschland ist? — Schüler: „Ich, Herr Lehrer. Der Hohen¬ Asperg.“ (Staatsgefängniß in Württemberg.) Lehrer: „Wie so der Hohen=Asperg?“ — Schüler: „Unser Knecht hat zwei Monate gebraucht, bis er vieder unter kommen ist. Blikkusen der Kruktion. Berichtigung. In Nr. 5 unseres Blattes, Seite 2 (Besichtigung der Ausstellung), soll es statt „Firma I. Kohn in Linz richtig „Firma I. Rohn in Linz heißen. An den Absender der Steyer-Ausstellungs¬ Zeitung an Frl. Josefine Bodendorfer: Die Ad¬ resse des vorgenannten Fräuleins wurde nicht genau angegeben und kam die Zeitung als un¬ bestellbar retour. von Samstag den 5. August ist die das Zinsstellung Son Morgens an dem Besuche geöffnet.

„Steyrer-Ausstellungs-Zeitung. Seite 6 Richtung Kleinreisling. Siener Börse. 7.56 Früh aus Klagenfurt, Villach, Graz. Original=Bericht der Allgem. Depositenbank. 11.25 Vorm. aus Bruck, Salzburg, Aussee. 6.54 Nachm. aus Villach, Klagenfurt, Graz, Wien, 7. August. Innsbruck, Aussee. Die gestrige Börse begann in fester Haltung Abends aus Kleinreisling (nur an Sonn¬ und war geneigt die auswärts strebende Tendenz und Feiertagen). einzuschlagen, indem sie die Semestral=Bilanzen günstig beurtheilte und auch von dem Syndicate Abfahrt von Steyr. für die türkischen Tabak=Actien entscheidende Be¬ schlüsse hinsichtlich der Cursentwicklung erwartet Richtung St. Valentin. wurden. Da aber Berlin abermals auf die Export¬ 5.55 Früh nach Wien, Salzburg, Passau, Sim¬ Bahnen Oesterreich's drückte, außerdem auch von bach. London niedrigere Egyptercurse eintrafen, nützte Früh nach Budweis, Prag, Linz. die Contremine diese Nachrichten aus und deren 11.35 Vorm. nach Budweis, Prag, Salzburg. Anstrengungen gelang es, die ursprüngliche Erho¬ 3.40 Nachm. nach Linz, Salzburg, Passau, lung wieder zu beseitigen. Wieder waren es Bahnen, Simbach. von denen die Rückwärtsbewegung ausging und 4.30 Nachm. nach Summeran, Wien. welche durchwegs bedeutende Einbußen erlitten. Für 7.04 Abends nach Budweis, Prag, Amstetten, Bankwerthe war die Tendenz ziemlich fest, trotz¬ Wels. dem mußten sie sich kleine Verluste gefallen lassen Abends nach St. Valentin (nur an Sonn¬ bis auf Anglo, die sich um ein Geringes besserten. und Feiertagen). Industriewerthe participiren dermalen überhaupt 2.15 Nachts nach Linz, Welt. nicht an der allgemeinen Tendenz und selbst geringes 11.30 Nachts *) nach St. Pölten, Wien. Angebot oder Nachfrage regulirt die Curse. So Richtung Kleinreifling. stellten sich Waggonleihactien und Alpine niedriger, Wienerberger höher. Von Renten waren die un¬ 8.01 Früh nach Aussee, Innsbruck, Salzburg, garischen Renten und die österr. Goldrente begehrt, Graz, Klagenfurt, Villach. Mairente billiger; Valuten blieben unverändert. 2.35 Nachm. nach Aussee, Salzburg, Brud. 8.48 Abends nach Graz, Klagenfurt, Villach. Schlusscurse am 6. August: 12.50 Nachm. nach Kleinreisling (nur an Sonn¬ Credit Nordbahn 2392. 314.— und Feiertagen). Mai=Rente Ungar. Credit 315.25 81.05 Dieser Zug verkehrt blos am 28., 29., 30., Anglo 5% öst. P.-N. 96.20 112.50 39.10 und 31. August und am 20., 21. 22. und 23 September Union. 106.— Ung. Pap.=R. Bankverein 107.40 103.50 Oest. Goldr. Die Länderbank 104.— 92.35 Ung. Goldr. Silber=Rente 81.90 Depositen 205.50 215.25 Tramway. Alpine 60.30 lieue Weltamen Staatsbahn Prager=Eisen 312.80 Carl Ludw. Napoleons 268.— 965 inden nicht, wie im Programme angeseyt, Lombarden 150.— Rubel 121.75 am 23., sondern erst 182.50 London Elbethal 121.45 552.— 48.30 Paris Lloyd am 28. September Dampfschiff. 556 - Marknoten 59.45 Telegramm. statt. Wiener Curse am 7. August Mittags: Das Press-Comité. Oesterr. Credit 314.30, Ungar. Credit 316.10, Länderbank 103.90, Tramway 215.40, Staatsbahn 313.50, Lombarden 150.10, Mairente 81.07, Verkaufsstellen Ungar. Goldrente 92.32, Alpine 60.20, Mark¬ Noten 59 50, Tabakaktien 129.50. Schwankend. Die Filiale der Eintrittskarten in die Ausstellung befinden sich: bei Herrn I. Kammerhofer, Grunmarkt, gen Depositenbank bei den Herren Hainoi & Wisniewsky, in Steyr, Hauptplatz 22 Stadtplatz, übernimmt Geldeinlagen auf Sparbucher im Hotel Kreos, Stadtplatz, und Cassa=Scheine. Die Verzinsung der Geld¬ Einlagen beginnt sowol für Sparbücher als für im Café Huber, Stadtplatz, Cassascheine von dem auf den Einlagstag folgenden bei Herrn Gustav Gschalber, Steyrdorf, Werktag. Die Filiale besorgt ferner den Kirchengasse, Ein= und Verlauf bei Herrn J. M. Peller, Ennsdorf, aller Gattungen Staats= und Industrie=Papiere, Lose, Prioritäten und Pfandbriefe, Gold= und Johannesgasse, Silbermünzen, die Einlösung von Coupons 2c. Herrn Johann Scholz, Ennsdorf, und empfiehlt sich zur Ausführung aller in das Bahnhofstraße. Bankgeschäft einschlägigen Aufträge. Vorschusse auf Staats- und Industrie=Papiere werden zu Bei den billigsten Bedingungen ertheilt. Der gesammte Ausstellungs¬ Eisenbahn-Verkehr. raum ist allabendlich von 11 Uhr für das Publicum unentgeltlich geoff¬ Ankunft in Steyr. net. Die Ausstellungs=Objecte dagegen, Richtung Sr. Valentin. 7.55 Früh aus Amstetten, Prag, Budweis nämlich: Das Ausstellungspalais, Frankenmarkt, Passau. die Industrie-Halle, die Halle für 12.24 Nachm. aus Wien, Budweis, Salzburg, elektrische Kraft=Uebertragung Simbach, Passau. der Pavillon der k. k. Direction Nachm. aus Linz, Salzburg, Wien. 3.38 Nachm. aus Summeran. der Staatsbahnen, werden um 10 Uhr 6.10 Abends aus Wien, Innsbruck, Salzburg Abends geschlossen. Für Beides gilt das Passau, Simbach. Lauten mit der Prieterschen Glocke als 8.45 Abends aus Prag, Budweis, Wien, Salz¬ burg, Simbach, Passau. Signal. Nr. 6 Oder Industrie=Ausstellung und der culturhistorischen Ausstellung Herr Franz Comi¬ ist im Bureau der culturhistorischen Ausstellung (Burgerschulgebäude von 9 bis 10 Uhr Vormittags und in der Kanzlei des Ausstellungs=Palais Billa Werndt, 1. Stock, von 4 bis 6 Uhr täglich zu treffen. Die Culturhistorische Ausstellung, Burgerschulgebäude ist täglich von 8 Uhr Früh bis 6 Uhr Abends geöffnet. Entrée 20 kr. Kundmachung. Das P. T. Publicum wird hiemit zur Vermeidung von Mißverständnissen in Kenntniß gesetzt, daß die auf zwei oder einen Monat giltigen Permanenzkarten zum freien Eintritte in die culturhisto¬ rische Ausstellung im Burgerschulgebäude keine Giltigkeit haben. Das Central=Comite für die Ausstellung 1884. Telephon¬ Musikbertragung Telephon-Concerte der für diesen Zweck eigens engagirten Concert-Capelle. Streich=Concert und Instrumental¬ Solovortrage. Täglich Vormittags, Nachmittags u. Abends. Telephon=Zelle von J. Berliner in der Villa Werndl. Eintritt für eine Person 20 kr. Die Stunden der Productionen werden durch Separat=Anschlag bekanntgegeben. Der Verkehr von Wagen auf und zu dem Ausstellungsplatze ist nicht gestattet und dürfen dieselben nur bis zu den Einschließungsgittern der Ausstellungsraume fahren. Feigenkasser=Fabrik von J. Kohn in Linz und Wien empfiehlt ihre Specialitäten in Gesundheitsreigenkaffee. 3—2 1122 echte Sultan-Feigen-Kance welcher an Güte, Geschmack und Farb alle bisher bekannten Surrogate weit über¬ trifft, wird besonders empfohlen. Vertreter für Oberösterreich: Franz Bruckmüller, Niederlage in Linz, Hauptplatz Nr. 7.

Seite 7 „Steyrer-Ausstellungs-Zeitung.“ Nr. 6 Der steie Eintritt aus den Ausstellungsplay von 1 Uhr Nachts an gestattet. SVon 10- 11 Uhr ist der Eintritt auf 10 kr. festgesetzt. Berier. . Großes Lager von Gold, Silber¬ Juwelen-Waaren. 11—7 Niederlage: Enge Gasse Nr. 19, Steyr. Einkauf von altem Gold und Silber, Juwelen und Antiten. de Prisons are am schönsten Punkte des Ausstellungsplatzes vis-à-vis dem Musikpavillon. — Auszug aus dem Preis-Caris: 16 kr. 1 Tasse Café, schwarz oder weiß 1 große Schale Café (Melange) 20 „ 1 Tasse türkischer Café (Originalservirung) 20 „ Ausstellungs- Souvenir (1 Flasche diverse Liqueurs) à 60 kr. und 1 fl. Kaltes Buffet, gutes Flaschen=Bier, echte Weine, billige Preise. Gustav Schnitzan aus Wien. Die Permanente Gewor=Ausstellung des Gewerbevereines in Steyr für die Stadt und den Industrial¬ Bezirk Steyr befindet sich im Bürgerschulge¬ bände, ebener Erde links, und ist während der ganzen Ausstellungsdauer täg¬ lich von 9 Uhr Früh bis 6 Uhr Abends zum unentgeltlichen Besuche 11—20 geöffnet. a Die Somenwaarenfabrik C. Bergmann, Ein¬ empfiehlt sich zur Ausführung, beziehungsweise 11—14 Lieferung aller Betonarbeiten. a 2 J. Eschers „Hotel Graner Steyr, Stadtplay, non dem Rathhause. estaurations-Localitäten ebener Erde und 1. Stock. Reichenschwall in unmittelbarer Nähe der culturhistorischen Ausstellung und des Ausstellungsplatzes. Elegante und große Restaurations-Sale und Restaurations=Garten. keine Wiener Küche zu zeller Tageszeit. Diners a part von 1 fl. 50 aufwärts. Vorzügliches Budweiser und bairisches Bier. Gute Naturweine der besten In= und Auslander¬ Firmen. — Klaßige Preise und aufmerksame Bedienung. . . bürgerl. Glockengiesser in Steyr, Ober-Oesterreich im eigenen Hause, Ennsdorf, Johannesgasse Nr. 1 empfiehlt sich zur Anfertigung sowol als auch zum Tagusse von Kirchen=Glocken in jeder beliebigen Größe und Schwere, mit den reinsten musikalischen Accorden und den schönsten Bildnissen, Verzierungen und Aufschriften ausgefertigt. Ferner erzeugt er Hydrophore, Abprotz=, vierradrige Wagen=, Trag= und Hand¬ Spritzen, Brunnenstiefel, Bentile, Kolben, Pipen, Wechsel zu Wasserleitungen, Pumpen und Bierwerkel für Brauereien, sowie alle Argusse nach Modell oder Zeichnung R-2 und übernimmt alle Reparaturen sämmtlicher in dieses Fach einschlagenden Gegenstände zu den möglichst billigen Preisen. nen Pistolen, evolver, Lefan¬ ceaux u. Lancaster=Gewehre, Burschutzen, Borderlader¬ u. Zimmergewehre, so vic alle Munition dazu empfiehlt billigst 11—15 11—2 die Waffenhandlung Alois Kraft, Stadtplatz, Steyr. . Erste k. k. priv. Donau-DampfschiffahrtsGesellschaft. Auszug aus dem Sommer-Fahrplan 1884. Ankunft in Abfahrt von z 1/2 Uhr Nachmittags. Passau nach Linz täglich 3 Uhr Nachmittags. I. Cl. fl. 3.30; II. Cl. fl. 2.20; Vordeck fl. 1.60; Cabine fl. 3. Wien 4 Uhr Nachmittags. Linz nach Wien täglich 7 ½ Uhr Früh. I. Cl. fl. 5.70; II. Cl. fl. 3.80; Verdeck fl. 2.30; Cabino fl. 5.—. Budapest Uhr Abends. Wien nach Budapest täglich 7 Uhr Früh. I. Cl. fl. 10.12: II. Cl. fl. 6.75 ; Verdeck fl. 5.06; Cabine fl. 7.—. Wien nach Constantinopel jeden Samstag 7 Uhr Früh, 1—1 Nachmittags. in Constantinopel Donnerstag Ankunft I. Cl. fl. 82.50 in Gold; II. Cl. 51.50 in Gold. Reisegepäck 25 Kilo frei. — Für kleinere Cabinen 25% Ermässigung. Vorzügliche Schiffsrestauration. Table d'hôte, — Tour- und Retour-Karten zu besonders ermässigten Preisen. Die im directen Eisenbahn-Verkehr bestehenden Rundreise Coupons der Strecke Passau-Linz-Wien berechtigen auch zur Benützung der Schiffe der Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft auf dieser Strecke.

„Steyrer-Ausstellungs-Zeitung.“ Seite 8 Nr. 6 de SaxonesSoldaten aus dessen Besitzungen am Boogheghi, Adlerberg und in Mas del Torah sind für die Dauer der Elektrischen, Landes industrie= und Forst-Ausstellung in Steyr in dessen am Ausstellungsplatze befindlichen 3 Etablissements und zwar: in der Weise in der Restauration und in der Seura in Original-Flaschen gebünd= und schankweise zu beziehen. Für die PT. Engros-Consumenten liegt in der Weinkosthalle ein Engros-Tarif vor, und werden grössere Bestellungen sofort effectuirt. Dem freundlichen Wohlwollen des P. T. Publicums sich bestens empfehlend, zeichnet R—10 Steyr, am 1. August 1884. Hochachtungsvollst SI Hof-Lieferant Sr. königl. Hoheit des Prinzen Friedrich Carl von Preußen, Weinproducent und Weingroßhändler in Budapest und Wien. -- - Der Weg nach dem herrlich gelegenen Geschäftshaus=Verkauf. ro Christkindl führt jetzt, nachdem die Redten¬ Restauration Hangarsten bacherstraße gegenwärtig der Ausstellung wegen Ein im besten Betriebe stehendes, ein Stock 10 Minuten vom Ausstellungsplatze entfernt, mit geschlossen ist, durch die Schweizergasse und hohes Gasthaus in Steyr, auf um den Werudl-Park herum, oder der Fahr¬ prachtvoll gelegenem schattigen Garten und welchem das Gastgewerbe, die Fleischhauerei Garten=Salon, herrliche Gebirgsaussicht, wird straße nach über Neulust. und Krameret betrieben wird, ist unter sehr dem P. T. Publicum bestens empfohlen. günstigen Bedingungen billigst zu verkaufen. Möblirte Zimmer sind zu vermiethen. Stieglers Restauration 21—11 Nähere Auskunft ertheilt 20—1 Gasse Nr. 1, 1. Stock Josef Steiner, Besitzer. Jos. Kotter, Neu=Schönau Nr. 6 in Steyr. - - empfiehlt sich bei billigster Bedienung. - - COLAE 1a TARTINE. Die österreichen warenfabriksgeselschaft in Stoff deren Erzeugnisse auf dem Gebiete der Waffentechnik weltbekannt sind, befaßt sich gegenwärtig auch mit der Fabrikation elektrotechnischer Artikel, u. A.: — VOS sur Bogen= und Glühlicht, für Kraftubertragung und Elektrolyse, ferner: 2 1—7 Bogenicht-Regulatoren vorzüglichster Construction in Theil tur Blüten und Thement, Glaulampen, Strom-Control-Instrumente und alle für Beleuchtungsanlagen nöthigen Apparate. Nähere Auskunft über Lieferbedingungen etc. ertheilt die elektrotechnische Abtheilung der Waffenfabrik, Steyr, Directionsplatz, Object VIII, täglich von 8 bis 11 Uhr Fruh und von 2 bis 3 Uhr Nachmittags. OHerausgeber: Emil Haas und Dr. W. Lindau. — Verantwortlicher Redacteur Emil Haas. — Druck von M. Haas Erben in Steyr.

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