Die Gewerken im Bannkreise des Steirischen Erzberges

182 Hans v. Leutzendorff, Eiidmeister in Vordernberg, Hammergewerke zu Aflenz und im Zelltale, t Vordernberg 1. Dezember 1641; Verna.: 1. mit Susanne N., Witwe nach David Alopity; die sich mit dem ''Radmeister Wolf v. Riedelmayer wiedervermäblte. Jakob Ferdinand (aus erster Ehe), t in einem Treffen bei Raab vor 1690. Mathias (aus erster Ehe), verm. mit Katharina, Tochter des Gewerken Ma­ thias S ch r agl, wiederverm. mit .loh. Georg Schrotter, Schrannen- Sollizitator in Steyr. Regina (aus erster Ehe), verm. m. Christian Lintschinger, Radmeister in Vordernberg. Johann Simon (aus zweiter Ehe), Radmeister in Vordernberg, Hammerherr in Pachern, Herr auf Friedhofen und Tschakathurn, Landmann in Steyer, t Krieglach 9. Sept. 1708. Verm. mit Magdalena Miko Hin, t 1. Mai 1683. Maria Konstanze, verm.: 1. 13 Juni 1689 mit Niklas Ehren­ reich Kovätsch auf der Zmöll, gest. 13. Oktober 1706, der in erster Ehe mit Maria Sidonia Schwarz, Witwe Sarlin, vermählt war und die Zmöll seiner zweiten Frau vererbte; 2. mit Joh. Leopold v. Prevenhueber, Mitgewerken der Innerberger Hauptge­ werkschaft, seit 1709 Herr auf Zmöll durch Zession der Gattin. Johanna Theresia, geb. 1660, f 1725. Verm. 13. Oktober 1682 mit Franz Christoph v. Gabei­ koven, Herrn auf Pichel, t 1705. 2. Die Leutzendorff auf Ober-Krottendorf. Martin Sigmund v. Leutzendorff, ein jüngerer Bruder des Hans, übernahm von seinem Vater Sigmund den Bauheisenverlag in Leoben, war 1630 Stadtrichter und 1637 Bürgermeister. In diesem Jahre kaufte er von den Saupachschen Töchtern Ursula Manzeli und Magdalena Matz — den Schwestern seiner Frau Katharina, geb. v. Saupach — einen Hammer in der Laming; den Wappensteinhammer dürfte er bereits von seinem Vater übernommen haben. Am 24. Juli 1635 kaufte er von Franz v. Pichel und seiner Gattin Anna Katharina, geb. Wolf, Ober-Krottendorf, das mit 69 Pfd. Herrengült beansagt war. Ober-Krottendorf blieb nun durch drei Generationen der Hauptsitz dieses Zweiges der Leutzendorff. Nach Martins Ableben kam es wegen Vornahme der Sperre und Inventur zu Streitigkeiten zwischen dem Pate von Leoben und der Landeshauptmannschaft. Ersterer berief sich darauf, daß Martin v. Leutzendorff wirklicher Bürger und Pats­ genosse zu Leoben war, während die Landeshauptmannschaft ihn als Adelsperson und Besitzer eines landtäflichen Gutes für ihre Kompetenz in Anspruch nahm. Schließlich entschied die i. ö. Regierung, daß Sperre und Inventur gemeinsam vorzunehmen sei1). Von den dreizehn Kindern Martins ragt Franz Christoph, der den väterlichen Besitz übernahm, durch seine Verdienste um das Eisenwesen als Amtmann in Vor- •) Derartige Kompetenzkouflikte waren in jener Zeit sehr häufig und hatten für den Betrieb der Gewerkschaften oft recht unangenehme Störungen zur Folge. — Im Bereiche der Innerberger Hauptgewerkschaft waren die gleichen Streitigkeiten zwischen dem Kammergrafenamte, dessen Judikatur die Mitgewerken unterstanden, und den Marktobrigkeiten an der Tagesordnung.

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