Oberösterreichische Weistümer

62 Kirchdorf Ijl. Rechte der Bürgerschaft. 1550. A:Markthuch von Kirchdorf (geführt von 1550—1710), 2", 192 Blätter (vorliegender Text auf fol. 24^—52^),OÖLA, MarktarcMv Kirchdorf, Hs. Nr. 1. 5 B:Hs. des Textes 1)2. Der burgerschaft reehtsprüchi). Zu vermerken der purgerschaft ehaft tading und rehtsprüch, so alle jar järlich gehalten wirt des mittichen nach unsers Herrn franleihnambstag. 1. Fragt, ob es wol an jar und an tag sei, das der als markrichter 10 pesitz unsers hochwirdigen fürsteiF) van Pambwergkh seiner hochfürstlichen genaden armen Unterthannen und purger zu Khirhdorff eehafts tading. Zu recht sprich ich, das es heud am jar, amb tag, an weil und an der zeit ist, das der als markrihter pesitzt unsers hochwirdigen fürsten van Pambwerg ierer fürstlihen genaden armen unterthanen und purger zu Khirhdorff 15 ehafz tading. 2. Fragt, ob ain purger heut zu der schi'ann nicht kiembt und vomb markrichter nicht erlaubnüs het, was der meinemb genädigen herrn van Pambwergkh und seinemb geriht zu Khirhdorff schuldig sei? Zu reht sphrich ich, das der markrihter das rehten durch gemaines 20 markz diener zum dritten mal offendlich verschreien lassen [soll]; und welher purger anhaimb und zumb rehten nicht kämb, auh von dem rihter niht erlaubnus het und aus fravel aussen plib, ist er unsermb hohwirdigen fürsten von Pambwergkh das fravelwandl 5 60 .5), demb rihter 72 .5), der purger pesserrung. Wölher aber var dreien tagen auszug und widerumben wilens, 25 zu dem rehten anhaimb zu kumen,ist er niemantz nihtz schuldig; ob er das aus verahtlihkaid täd und aussen plib, ist er di obenenten wandl und straff zu erlegn shuldig. 3. Fragt, wie ain purger zu der schrann kümben soll? Ze reht sphrich ich, das ain purger mit seiner pösten wör und mit 30 pedegkten knien zu dem rehten kumen sol, sih ainem mans personnen gleih stein; ob es van ime niht also peschäh, und geschah aus verahtnus, ist er der grundobrikaid das fravel[wandl], dem rihter das wandl, der purger pesser rung;obs ie peschah aber aus kainer verahtnus,so ist er dem rihter sein wandl. 4. E'ragt, ob es sich pegäb, das man mit Gotzleihnamb ging oder aber 35 ain feur auskämb oder sunst ain auflauf würt, das di purger an der sclirann aufstundn, ee di gerehtigkaid alle geriht und gemelt würt, ob des unser genädiger herr und seinen armbe leit nindert endgelten solln? Zu reht sphrich ich, das uns God darvar pehüeten wöl, das ain auflauf peschah, wie es sich zuetragen möht, so sol man reht nider setzn und reht 40 pekumen mögen, pis di stern am himel sten, es sol unser grandobrikaid oder iere arme Unterthannen an disem kamen mengl noh fal haben. 5. Fragt, ob ainer ain zu todt shlueg, was ain markrichter darzue tain solt? Zu reht sphrich ich, ob ainer ain zu tad shlueh, und kainer unser 45 grundobrikaid zuegehort, mag ime der rihter under der urxssen') lassen durhlaufen; ob aber der endleibt unser grundobrikaid zuegehort, sol der Spät. Zusatz A spät. Zusatz und herrn herrn ') A spät. Zusatz axien, B iexen

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