Herrschüft Weißenberg-Zierberg. Yon 1189 bis 1261 ist ein herzogliches Ministerialengeschlecht nachweis bar, das sich nach der Burg Weißenberg (Dorf und Schloß, Gemeinde und Bezirk Neuhofen) nannte. Nach diesen besaß das Geschlecht der Polheimer die Herrschaft. Um 1357 dürfte sie an die Volkensdorfer gekommen sein, 5 die ah 1362 im Besitze der Burg nachweisbar sind. Weißenberg blieb in der Hand dieses Geschlechtes bis zu seinem Aussterben im Jahre 1618. Die Erben des letzten Volkenstorfers verloren die Herrschaft infolge ihrer Teilnahme am Aufstand der Jahre 1619f20. Ferdinand II. übertrug sie im Jahre 1623 an General Johann Tserclaes Graf Tilly (fl632). Dieser ließ die Burg abtragen lo und erbaute das Schloß Weißenberg. Die Herrschaft blieb in den Händen der Grafen Tilly bis zu ihren Aussterben im Jahre 1724, sie fiel dann an die Schwester des letzten Grafen von Tilly, Maria Anna Katherina verw. Gräfin Montfort, die Weißenherg im Jahre 1730 an Josef Clemens Freiherrn von Weichs verkaufte. Dieser verkaufte nur wenig später die Herrschaft an die Frei- 15 herrn von Hochhaus. Der im Text erwähnte Freiherr Johann Karl Sebastian Berthold von Hochhaus wurde 1754 als Besitzer von Weißenberg in die Land tafel eingetragen. Dessen Erben verkauften die Herrschaft im Jahre 1758 an das Kloster Kremsmünster, welches bis zum Jahre 1906 im Besitz dieser Güter verblieb. 20 Die Besitzungen der Herrschaft Weißenberg lagen in den Ortschaften Weißenberg, Nöstlbach (Gemeinde St. Marien, Bezirk Enns), Kremsdorf (Gemeinde Ansfelden, Bezirk Enns) und St. Leonhard (Gemeinde Pucking, Bezirk Neuhofen an der Krems). Der Landgerichtsbezirk Weißenberg entstand in den Jahren 1317(18. 25 Damals nahmen die Volkenstorfer eine Teilung ihres Landgerichts vor, aus der die späteren Landgerichtsbezirke Volkenstorf, Gschwendt, Losensteinleiten und Weißenberg entstanden. Der letztgenannte wurde 1730 durch die Schaffung des Landgerichts Stein bedeutend verkleinert. Die Grenzbeschreibung des Weißenberger Landgerichtsbezirkes ist (nach den Angaben des Instanzenkalenders des 30 Jahres 1827) gedruckt bei Julius Strnadt, Das Gebiet zmschen der Traun und und der Ens, AfÖG 94, 1907, Seite 623. Zierberg (Einzelhaus in der Ortschaft Kremsdorf, Gemeinde Ansfelden, Gerichtsbezirk Enns) wird im Jahre 1179 zum ersten Male urkundlich erwähnt (Warmund von Zierberg). 1234 ist Zierberg als Sitz eines babenbergischen 35 Ministerialengeschlechtes nachweisbar. Um die Mitte des 13.Jahrhunderts befand sich die Burg in der Hand des Meinhard Tröstet;1272 kam sie im Erbgang an Siboto von Lonstorf; nach 1345 gelangte sie durch die Ehe Kunigundes von Lonstorf mit Wolfhart von Ehrenfels in die Hand dieses Geschlechtes; in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts sind die Pirchinger als Inhaber von Zierberg 40 nachweisbar. Die weiteren Schicksale dieses adeligen Gutes, das im vorliegenden Text als Annex der Herrschaft Weißenberg erscheint, sind noch nicht erforscht.
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