Oberösterreichische Weistümer

314 Herrschaft Steyr in Steinlach 183 Messererwerkstätten). Die Steinbacher begnügten sich aber nicht mit dem Messerhandel, sondern begannen — in weitherziger Auslegung des Privilegs von 1462—im 16. Jahrhundert auch einen schumnghaften Handel mit Textilien und anderen Waren;ihre Handelsbeziehungen reichten bis Venedig 5 und Frankreich. Steyr prozessierte gegen diese Steinbacher Handelsunter nehmungen bis ins 18. Jahrhundert, ohne aber Erfolge erzielen zu können. Steinbach lag im Landgericht Schloß Steyr, der Steyrfluß bildete die Grenze zum Landgericht Hall. Der Friedhof von Steinbach genoß das Recht einer Freiung vom Landgericht. 10 Es.: Papierhs.aiis der2. Hälfte des 16.Jh., 4°,14Blätter (J)eschriel)en fol.1'—ID); Hofkammerarchiv Wien, niederösterreichische Herrschaftsakten, Fasz. S lldjL, fol. 2—15. Kueg-pueclil im ambt Stainpacb. Hie ist zu merken das ambtzu Stainpacb, das zu dem furstengeschloß gebort, 15 mit seinen freibaiten und recbtn. [2.] Item von erst, was das ambt zu Stainpacb freibait batt: auf den tag, so wir unser ehafts täding bie auf dem gescbloß zu Steyr baben, so soll uiiß weder die berrscbaft nocb die ambtleut weder umb dienst nocb umb steier nocb umb kainerlei sach den tag aufzuhalten weder auf dem gesoblos 20 noch in der stat nocb niemands. Das recht baben wir von alter her gebracht und bitten euer gnadt, das ihr unß nocb dabei babt^); nun fragt die haußgenossen an der scbran, ob das recht von alter her komen sei®). [2.] Item wo die leut auß dem vorgenanten ambt koment in stet oder märkt, das man sie weder umb gelt nocb umb kainerlai, waß erbebe sachen 25 sein, auf solt halten an zeredtsezen irs ambts oder pbleger zu Steyer... [3.] Item darnach bat das ambt zu Stainpacb die recht, ob ain gefacht geschähe zu Steyr in der stat von den urbarleuten im Stainpacb und komen in die Hofgassen binder dem rink oder in andern gassen oder auf dem berg, so baben sie freiung, so soll in weder riebter noch kainer seiner helfer nitt 30 nacbtretten weder umb wandl noch umb kainerlai sacb, so sollen sie trotten zu euern genadt in die vest; und ob sein ainem auß dem ambt nott gescbech von ains todscblags wegen,den solt üir schirmen undfreien, als lang er begert und er sein zerung bei euern genadt gehaben mag, und wan er bei euern genaden nit lenger bleiben mag,so solt ihr in belaiten bin von der freiung ain 35 meil wegs und solt in, darnach sie baissen, bueten von seinen feinden; und ob sich ain gefacht, es wer in der stat oder auf dem gei oder das wein oder das tanzen, da ainer erschlagen wurdt, so ist ainer von ainem todtscblag plüicbtig zu wandl 60 .di und seinem ambtman 12 .5), und der soll er euch oder sein bott außrichten inner 3 tagen, und ob er kam an dem dritten tag 40 zwischen hechten und richte euch das wandl auß oder ob er sich verspottet, das er in die stat nitt möcbt,so soll ers an ainen pacben binden und soll dem 1) Das recht... habt oder: Die recht haben wir von alters also hergebracht und bitten euer gnadt, das ihr unß noch dabei haltet; eine dieser Formeln steht in der Hs. am Schlüsse folgender Artikel: 2, 3, 4, 7, 14, 15, 16, 18, 19, 25 und 26. ®) Nun 45 fragt...sei: jeder Artikel, ausgenommen Artikel 26, schließt in der Hs. mit dieser Formel oder mit der folgenden: Nun fragt die haußgenossen an der sclirann, ob si das recht also her haben gebracht.

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