VI. Amt Steinbach (2. Hälfte 16. Jh.) 313 wittiber oder wittib würdet, nur halbß guet verfreit, von zehen guldn vüerundzwainzig kreuzer geraicht, und wan ein wittib zu ainem frembden ausser diser vier ämbter sich wider verheurat, von deß behaussten guetß wert in gleichen von zehen gülden vüerundzwainzig kreuzer anlaitgeld gegeben werden [sollen]. 5 Schlüesslichen waß aber anderen obrigkeitlichen gehorsamb,alß landoder urbarsteur, robat, rüsstgelt, zehetraichung und gemaine landßanlagen, die nach gelegenheit der zeit und leuf bewilligt und auf die untertannen geschlagen werden,ausser diser specificierten befrei- oder begnadung anlangt, da sein sie — die villgedachte unserer vüer ämbter untertannen — gegen lo unß und unserer herrschaft Steyr in allen getreu, gehorsamb und willföhrig zu halten und zu erzaigen schuldig. Und gebieten darauf N.allen und jeden unsern geistlichen und weltlichn nachgesezten Obrigkeiten, auch dienern und ambtleuten, waß würdn, standß oder Weesens die allenthalben in unserem erzherzogtumb Österreich 15 unter und ob der Ennß gesessen und wohnhaft sein, und in Sonderheit gegen wärtig und künftigen unßern burggrafen und rentmaistern unserer herrschaft Steyr gnädiglich und wollen, das ihr die mehrgedachte unser untertannen der vüer ämbter Neustifft, Pfnurnreith,Eberßegg und Windthaag bei solchen angeregten befrei- und begnadungen vestiglich handhabet und sie darwider 20 nicht beschwähret,alß lieb einem ieden seie, unser ungnad und straff zu ver meiden; daß meinen wür ernstlich. Geben in unserer statt Wienn den neunzehenten monatßtag ianuarii einseehzehenhundundzwölfen, unserer reiche des Hungarischen im vüerten und deß Böheimbischen im ersten jähren. 25 Matthias. Ad mandatum sacrae regiae majestatis proprium. H. V. Krenperg. Christoph Chrapler. V/. Freiheiten und Rechte der Untertanen im Amt Steinbach. (2. Hälfte des 16.Jh.). Pfandorf und Ortsgemeinde an der Steyr im Oerichtsbezirlc Grünburg, so Vonl099(Airam vonSteinhach) bis1505sindGenannte von Steinbach urlcundlich nachweisbar, jedoch gehörte das Gebiet um den Ort zumindest seit dem Hoch mittelalter zur Herrschaft Steyr.Im 14.Jahrhundert(Urbar der Hofmarh Steyr) wird Steinbach als eigenes Amt der Herrschaft angeführt. Da sich dort auch der Sitz eines Pflegers der Herrschaft Steyr befand, sprach man im 19. Jahr- 85 hundert von einer Herrschaft Steinbach, die einen Teil der Herrschaft Steyr bilde. Neben Steyr besaß auch das,Kloster Garsten einige Untertanen im Gebiet um den Ort. Große Bedeutung erlangte der Ort schon im Mittelalter durch seine Messererzeugung (Privilegien der Messererzunft 1462 und 1477 von 40 Friedrich III.,1525 von Ferdinand L).Da die Steinbacher Messerer auch das sonst nur Bürgern zustehende Sondervorrecht besaßen, ihre Erzeugnisse auch nach auswärts zu verhandeln (Privileg Friedrichs III. von 1462), wurde der Ort zu einer schweren Konhurrenz für Steyr und fügte der Stadt im 16. und 17. Jahrhundert empfindlichen Schaden zu.(In Theresianischer Zeit bestanden 45
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