Oberösterreichische Weistümer

302 Herrschaji Steyr [34.] Item so der urbarman hat den zechent in dem stadl außzellt, und so der zechetner vermainet, der hat nit recht gezellet, so mag in der zechetner umbzellen; hat er nit recht gezechent, so mag der zechneter das korn des urbarmans auflegen und den zechent ligen lassen; und so der urbar5 man gerecht ist gewesen mit dem zellen, so mag er den zug des zechetner m dem Stadl behalten; und mag darumb rechtens gefragt werden. [35.] Es sein auch die urbarleut gefreit mit dem alten löblichen herkumen, das si an menigelichs irrung zu irer notturft in den vörssten zimerholz, liechtholz, stecken, spalten und gärten hacken mugen, darumb si dan 10 jäidich vorssthabern und hennen geben. [36.] So ist von alter herkumen, das die urbarleut haben bei iren urbarn oder hägern — so weit ainer mit der fridthacken von seinem hag hindan werfen mag — hagrecht, also daß inen soliche weite — es pegreif holz oder wasser — gefreit ist; und mag darumb rechtens gefragt werden. 15 [37.] Item wo die urbarleut ir anker mit dem viech an den vorsst haben, da hat kainer kain neuung einzufachen noch kain vorsster zu erlauben andern urbarleuten zu schaden. Es mugen aber die urbarleut ir viech in die vörsst geen lassen, so weit da sich das laubmarch anhebt umb sand Phillips tag; und mag darumb rechtens gefragt werden. 20 [33.] Item so auch ainer am Sachen bei semem urbar, davon er dem vorsster dient, das haist am panholz, hat, darinnen soll im kainer on wiUen abhacken; so es aber beschäche und er ine begreift, so mag er in phenten und das phand dem vorsster zuetragen; alßdann soll der vorsster nach in geen, die stämb zellen, und ist der thatter von ainem iedlichen stamb daß 25 vorsstwandl verfallen alß nämblich b 60 .5); die 60 .S; gehern dem vorsster und die5 .3) der herrschaft zue,und der vorsster hatine weiter zu straffen; und mag darumb rechtens gefragt werden. [39.] Item aines andern herrn hold ist nit weiter gefreit, dann so er auf dem hag steet und so weit er mit der hacken greifen kan, daß mag er 30 fechsnen und nit mer. [40i] Es ist auch den ledigen knechten noclP) dem sollner kainen holzschlag, weder spelten noch stecken, gärten noch scheiter auf den kauf wider die urbarleut durch die vorsster zu machen zuegelassen; so aber die vorsster soliches zuelassen, sollen die vorsster mit dem wandl darumb ge35 strafft [icerden]', und mag darumb rechtens gefragt werden. [41.] Und wan aber ain urbarsman in seinem urbar holz zu dem ver kaufen schlagen wül,[soll] er soliches an vorwissen aines ambtmans nit thuen bei straff des vorsstwandels. [42.] Es ist auch von alter herkumen; so ainer holz schlecht m seinem 40 urbar, das er versteurt und verdient, da ist er kain stockrecht®) von schuldig. [43.] Item so ainer holz schlegt ob aines urbar und mag nit herab, so soU er den urbarsman pitten, daß er in herablaß, und so er in nit herab lassen wollt, so soll er daß holz zu pillichen zelten ablassen und zwen man zu im nemben, die den schaden beschauen, und nach rat derselbn mäner 45 ime den schaden abthuen; und mag darumb rechtens gefragt werden. ') Hs. nach ®) Hs.stackrecht

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