IV. Amt Molin (2. Hälfte 16. Jh.) 299 ist mit gemain panthading erkent: welielier urbarsmann oder junger knecht zu der zeit, wann der priester auf der canzl ist und das gottswort verkundt, sich auf dem markt,freithof oder in tafern daselbst aufhalt und in die kirchen an redlichen Ursachen nit geet, derselb soll durch ainen ambtman fenklich angenomen und dann nach glegenhait mit fenknuß oder gelt gestrafft werden. 5 [5.] Item von alter ist herkomen, das ain ambtman soll sitzen in dem nidern ambt dem ambtman gleich in der refier herpei, damit ine reich und arm erlangen mag. [6.] Und wann ain ambtman todts oder ander ursach halben verwandlt, so ist von alter heerkumben, daß die gemain zu den vier erbern männer der lo herrschaft hat füer zu stellen, ainen auß denselben acht männer zu erkiesen zu ainem ambtman; für denselben soll si ain ganz jar guet sein, damit der herrschaft von demselben an der zallung nit mangl erschein. [7.] Und wann aber das jar auß, so ist die gemain müessig. [8.] So dann ain ambtman von der herrschaft gefangen wuerdt, so i5 solle die gemain den diiten tag darnach seinenthalben ansuechen thuen, und mag darumben rechtens gefragt werden. [9.] Item so ainer im panthading über ainen will clagen, derselbig soll albeg ainen drei tag davor beschicken, oder er ist im auf sein dag zu antworten nit schuldig. 20 [10.] So es aber beschechen ist, und lässt sich in dem panthading beclagen,so ist er 72 .5) zu wandl schuldig, die 60 der herrschaft und 12 dem ambtman. [11.] Item der stock ist von alter her albeg auf der Vorssthueb zu Mölln gestanden. 25 [12.] Wann dann ainer in stock geschlagen wiert, der zallt 12 ,9) hinein und sovill herauß. [13.] So ist auch von alter herkumben: so ainer in dem ambt zu Mölln über ainen will clagen, der soll dem ambtman geben zwen phening zu füerpot, und so aber ain außlender woUt clagen, der soU dem ambtman geben 12 30 zu füerpot, und der ambtman soll schaffen in vierzechen tagen zu bezallen nach der herrschaft gerechtigkait, und ainem frembden gast soll in dreien tagen ain genüegen beschechen; und so ainer über vierzechen tag der dag nachkumbt und ist nit bezallt, soll er dem ambtman geben 12 ; und soll darumben des rechtens gefragt werden. 35 [11.] Mer ist von alter herkumben, das die gmain ainem ambtman raichen und geben soll des fueterhaber, was der arm vermag,und [soH]sich der ambtman [den holen] lassen; aber die underthanen im dorf zu Molin sein deßselben gefreut, angesechen,daß si aines gefangen hüeten sollen biß an den dritten tag, das in der ambtman der herrschaft zuepringen mag. 40 [15.] Von alter ist herkumben, das ain ambtman mit vorwissen der herrschaft hat in dem ambt zu Mölln zu stiften und zu stern und auch umb zwaiunddreissig phund phening in dem rechten zu Mölln zu richten, und daß erst recht in der schran zu Molin, daß ander mag er geben an dem stab, daß dritt nider zu sitzen, außgenumen die vorsster mit irer vorssterei oder 45 wiltpan, aber umb grund, gueter, wisen und äcker mag man si hie auch perechten, außgenumen ir vorssterei, der mueß daß erst recht nemen bei der herrschaft zu Mölln, das ander zu Wien, das drit bei dem landsfuersten.
RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2