Oberösterreichische Weistümer

108 Kloster Kremsmünster [54.] Frag: Ob das wer, das [man] den sechsen und dem simbten inreden wurdt oder inredet, was darumb recht sei? Urtail: Ich sprich zu recht, ob das wer, das man den sechsen oder dem sibenten inreden wolt oder inredet, wo ir an deuselbing komt, das warlich 5 zu in pracht wirt, den solt ir straffen an leib und guet, so ir stat an im vindt. Das sprich ich zu recht als ain irrer des gotshaus vodrung und rechten. [55.] Frag: Ich frag euch des rechten, ob das wer, das man die lemper an dem rechten tag nicht dienet, was darumb recht sei? Urtail: Ich sprich zu recht, wer der wer, des dienst wer und zu dem 10 rechten tag nicht dient und nicht willen het, der soll über vierzehen tag den dienst für die kuchel pringen und daß schuUen die koch aussprechen, ob es gedient sei oder nicht, und die anschüer stett auch bei den kochen; das sprich ich zu recht. II. Ehaft und VogUaiding. 15 1522. Hs.: Gleichzeitige Papierhs., 4°, 7 Blätter (vorliegender Text auf fol. P—7^),Stifts archiv Kremsmünster. Rechtpuech, so im eehaft- und vogtadmg geruegt wirt anno im 1522. jar. [I.] Der richter fragt ain vorsprech, ob es wol sei an jar und tag, an 20 stund und der [zeit], daß er mug besitzen und richten des gotzhaus Kremßmunster ehaft- und vogttading, wie von alter herkomen ist. [2.] Der vorsprech: Ich sprich zu recht, es sei wol am jar, tag, stund und an der zeit, dasir als richter besizt und rieht des gotzhaus Krembsmunster eehaft- und vogttading, wie von alter herkomen ist. 25 [3.] Alle, die behaust, gefogt, vogtper oder dem gotzhauß underworfen [sind] — es sein erbleut oder inleut —,die sein schuldig, die schrann und tading zu besuechen oder sein eehaft durch sein bereten poten dahie anzaigen. Wer des aber nit tet, der ist zu wandl der herschaft verfalln 60 Bi. [4.] Rittermessige lehen sollen in jar und tag,wer die hat oder gefallen, 30 genomen werden. Wo das aber nit beschicht, sein die dem gotzhaus haimgefallen und sollen mit recht eingezogen werden. [5.] Urbar- und dienstpare gueter sollen in dreien vierzehen tagen zu lehen genommen werden. Wer des uberfur, der ist dem gotzhaus des guets verfallen, das soll mit recht eingezogen werden. 35 [6.] Ob dag auf rittermassige lehen in der schran furkomen, da solF) ain verschriben furbot unter des hofrichters sigil ausgeen. [7.] Ob dag auf dienstper gueter beschehen, [die] sollen durch des richter fronpoten auf die stat verkunt werden. [5.] Welche den dienst zu rechter zeit nit raichten und vierzehen tag 40 darüber Verzügen, die sein der herschaft zu wandl verfallen 72 Bi. Wurd aber dienst und wandl verfalln drei vierzehen tag nach rechter dienstzeit, so ist dasselb guet dem gotzhaus haimgefaUen und mag furpas mit genaden verbhen werden. [9.] Der richter fragt den vorsprech rechtens, alles, so ietz verlesen 45 und gehört sei, was darumb recht ist. ') Hs. fh. umb

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