Meister Atelier für Stahlschnitt in Steyr Gründungsbericht 1910

Euere Excel l enz Herr Minister für öffentliche Arbeiten, hoher Landesausschuß des Erzherzogtumes Österreich ob der En ns, löblicher Gemeinderat der landesfürstliche n Stadt Steyr! W elche Entwick lung5werte, oft durch zeitliche Widerstände ausgelöst werden können, wenn die für eine gute Sache wirkenden Energien nicht erlahmen, sondern im sicheren Besitze vielseitiger uud weitverbreiteter Sympathien die anregendsten Querströmungen iiberwinden miissen, um zu einem Ziele zu gelangen, we lches, offen gesagt, nicht so weit gesteckt war, als es die giitige Erfüllung von heute gebracht hat, dafiir ist meine Griindung eines freien Meister-Ateliers eiu nicht alllllglil;h~s, auch filr rachgelehrte 111ancher Gebiete interessantes Beispiel. Der geziemende herzlichste Dank für zahllose, höchst wertvolle Förderungen - dies sei meine erste Bitte -- möge daru r11 überall dort anklingen, von wo ein gütiges förderndes Wohl– wollen, ein kuustfreund liches Anerkennen meiner bescheidenen Leistungen ausging. Aber auch filr die interessanten Widerstände, welche anspruchslosere Anfänge erschwerten und auf ein weiter gestecktes Ziel hinlenkten, sei angesichts des o'elingens, ein zum mindesten auf gegenseitiger Achtung benr hender Dank zum Ausdrncke gebracht. Ich wo llte ja von jeher weiter nichts al s u n gehe m m l a r bei I e n, auf einem Gebiete, welches ich mir bescheiden abseits in aller Stille selbst eröffnet hatte. Aber dieses ,ungehemmte, unreduzierte Arbeiten", dieses Ideal j edes Kü nstl ers, ist es eben, was nicht so leicht erreichbar ist, wenn man einst iiber kein anderes allererstes Gründ ungs-Inventar verfügt hat, als Uber zwei riihrige Arme und den angeborenen I ntellekt. Es blieb mir nichts erspart von all dem sozialen Drange, we lchP.11 in seinen intimsten Seilen ja doch nur der Handwerksanfänger kennt, als der ich vor fünfundzwanzig Jahren, am 15. Juli 1885, blutj1111g, in die mich von j eher am meisten befriedigende Selbständigkeit und damit in den freien Wettbewerb des Lebens trat. Wir aufgeweckteren jungen Leute aus dem damals eben seine ersten Probejahre be– standenen ausbaufähigen österreichischen Fachsclrulwesen, wurden zu j ener Zei t gern in das fachlich vorausgeeilt gewesene Aus land stipendiert. Auch diese Erweiternng des Gesichtskreises war nicht ohne innere Wirkung geblieben. Manch lieber Freund hat seither in angemessener Stellung ein gut Teil des Rückstandes nachgeholt, welchen wir einst, mit der frischen Urteilskraft der auf die rechten Wege hingelenkten Jugend, beschämt nicht verkennen konnten. Nur ich begnilgte mich nicht mit <lern guten Vorsatze des Nach h o I e n s, sondern g ing, heimgekehrt, am Ambos und Werktisch einen1 .stillen Programme" nach, von dem ich vorerst nicht reden, vielmehr mit meinem heimischen Materiale zu rate gehen und erst erzielte Leistungen

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