Sprachrohr Nr. 2 - Jänner 1988

Atombomben produzieren. Da die Zeit eilt wurden so manche "Bewilligungsverfahren" rasch durchgezogen. Zu diesem Zweck wurden sogar einige Gesetze ins Leben gerufen. Großes Interesse an der WAA hat natürlich auch die DKW, die damit riesige Gewinne erzielen SÄUBERUNG» A vrrrn'Mlü'M I könnte. Gegen dieses Wahnsinns projekt hat sich eine breite Widerstandsbewegung entwickelt. Bereits im Sommer 1985 wurde der Bauplatz besetzt und in der Folge von der Polizei brutal geräumt. Bei den "Säuberungsaktionen" wurden rund 800 Personen verhaftet. Die Solidarität der Bevölkerung mit den WAA-Gegner wurde immer stärker. Trotzdem wurde durch ein Aufgebot von 7.000 "Gesetzeshütern" und Einheiten des Bundesheeres am 7.1.86 der Bauplatz geräumt und das Hüttendorf abgerissen. SPRACHROHR WIE FUNK TIONIERT DIE WAA 1. Einggngslager: Hier werden die abgebrannten Brennstäb:e ein bis drei Jahre lang gelagert um die Radioakti vität abklingen zu lassen.. Dieses Lpger soll durch Außen luft gekühlt werden. Wenn ein Behälter nur das kleinste Leck aufweist, gelangt eine große Strahlung ungehindert an die Umwelt. 2. Die eigentliche WAA: Hier werden die Brennstäbe in ■ kleine Teile zerschnitten und in i heißer Salpetersäure aufgelöst. Dabei gelangen radioaktive Gase, die in den Brennstäben eingeschlossen waren, durch den Schornstein ins Freie. Diese Anlage wird mit Wasser gekühlt, das mehrmals verwendet wirq und dadurch stark verseucht wird. Diese Kühlwasser wird in die Naab abgeleitet, die in die Donau mündet. Die Salpeter säure wird chemisch weiterbe handelt, um Uran und Plutoniun für neue Brennstäbe - oder füjAtombomben - zu gewinnen Dabei fallen enorme MENGEN hoch/mittel/schwachaktiver Ab fälle an. 3. Zwischenlager: Die Abfälle werden hier verglast und zwischengelagert. Sollte in diesem Bereich die Kühlung ausfallen, droht eine atomare Katastrophe ungeheuren Ausmaße Bei einem Lager von 30 bis 5C Jahren (sofern bis dahin ein geeignetes Endlager zur Verfü gung steht) ein enormes Risiko. Grundsätzlich wäre noch zu erwähnen, daß die WAA nur etwa 30 Jahre betrieben wer den kann, danach ist die gesam te Anlage radioaktiv verseucht. Die WAA produziert auch mehr Abfälle als sie aufbereiten kann. Christine Plaimauen DER WIDERSTAND In der Weihnachtszeit wurde ein neues Hüttendorf aufgebaut und die örtliche Solidarität mit den Besatzern wurd^ immer stärker. Mit einem Riesenaufgebot von 4000 (! Polizisten und Einheiten des Bundesschutzgesetzes wurde der Bauplatz abermals geräumt. Das alles erreignete sich vor 2 Jahren, doch de« Widerstand ging weiter. Ein oberpfälzischer Bauer hat beim Landesgericht München den vorläufigen Baustopp der Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf durchge setzt .

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