schriftstellerisches Schaffen. Von selten des Bundeskanzleramtes wurde ihm 1922 die Organisation der Auslandösterreicher übeitragen. Die von ihm gegründete Zeitschrift „Deutsches Vaterland" diente diesem Zweck. Im gleichen Zusammenhang standen auch seine beiden AmerikaBeisen in die USA und nach Kanada. Stepan gab im Selbstverlag eine Reihe bedeutender Heiniatbücher heraus, wofür er namhafte Mit arbeiter gewann („Mühlviertel", „Waldviertel" usw.). Von seinen eige nen Büchern sind zu nennen „Heimatkunde der Gemeinde Göstling an der Ybbs" (1920), „Führer durch die Eisenwurzen" (1925), ferner das „Ybbstal"-Werk (1951), von dem zwei Bände erschienen sind. Beson ders der Band „Geschichte, Land- und t"orstwirt.schaft" ist in vielen Belangen zu einem Nachschlagwerk herangewachsen in Bezug auf Sied lung, Wirtschaft und deren Geschichte. Nach seiner Pensioniei'ung im Jahre 1925 (er trat als Ministerialrat in den Ruhestand) widmete er sich völlig der Erschließung seiner Heimat für den Fremdenverkehr. Er gründete den „Ybbs- und Erlaftaler I"remdenverkehrsverein" und warb mit vielen Lichtbildvoidrägen im In- und Ausland für seine Hei mat. 1938 bis 1945 war er Bürgermeister der Gemeinde Göstling. Der Erwerb des Schulgrundes in Lassing, der Ankauf des Kalvarienberges für die Gemeinde, die Schaffung von Wasserversorgungsanlagen (auch in Lassing), die Ausweitung des elektrischen Stromnetzes (Elektrifizie rung von Lassing, Mendling und Flochreit), die Schaffung der Haupt schule in Göstling und die Neuordnung der Gemeindegrenzen fallen in diese Ära. Bundespräsident Wilhelm Mihlas hat Dr. Stepan am 22. De zember 1934 das „Offizierskreuz des Österreichischen Verdienstordens" verliehen und diese hohe staatliche Auszeichnung für sein Wirken und unermüdliches Schaffen hat ihn besonders mit Stolz und Freude erfüllt. Die Karl-Franzens-Universität in Graz verlieh ihm am 20. Dezember 1949 das „Goldene Doktordiplom" anläßlich der 50. Wiederkehr des Ta ges seiner Promotion zum Doktor juris auf Beschluß und Antrag des Professorenkollegiums der rechts- und staatswissenchaftlichen Fakiütät dieser Universität. Nach 1946 mußte Dr. Stepan sein Haus „Nar zissenheim", in dem er auch eine Fremdenpension unterhielt, für die Besatzungsmacht freigeben. Dadurch verbrachte er seine letzten Le bensjahre wohl in Göstling, aber außerhalb seines geliebten Heimes, dessen Rückgabe er nicht mehr erleben durfte. Ministerialrat Doktor Eduard Stepan starb am 23. Juli 1953 in Göstling.
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