Markt Göstling an der Ybbs

.Schönerungsverein ließ 1933 für Zant eine Gedenktafel an der alten Schule anbringen. .\ls dritter Lehrer, der ebenfalls Musiker war, ist Franz EppenSteiner zu nennen, der durch Jahrzehnte in Göstling lebte und wirkte. Er war als feinsinniger Musiker, Dirigent auf dem liircbencbor und als Chormeister des Gesangvereines viele Jahre verdienstvoll tätig und hat die natürliche Musikalität der Bevölkerung sehr gehoben. Ihm folgte nach seinem Tode sein Sohn, Direktor Karl E p p e n s t e i n e r. der das musikalische Erbe des Vaters fortsetzte. Er beherrschte nicht nur die Orgel meisterhaft, sondern auch Geige und Bratsche. Seine Ver dienste wurden durch die Verleihung des Titels „Chordirektor" durch Bischof Michael Memelauer in St. Pölten gewürdigt. Seine beiden Brü der sind ebenfalls hocbmusikalisch. Zur Zeit von Vater und Sobn Eppensteiner stand das Musikleben in Göstling in bober Blüte. Decbant und Pfarrer Johann S c h r a t t e n h o 1 z e r. Dieser Priester war von 1916 bis 1953 Pfarrer in Göstling an der Ybbs. Er war mit dem Göstlinger Eduard S t e p a n im Stiftsgymnasium Seitenstetten bei sammen gewesen und beide verbrachten schließlich einen großen Teil ihres Lebens in Göstling. Hat Stepan nacb außen gewirkt, so wirkte Pfarrer Schrattenbolzer nach innen. Er war ein guter und eifriger Priester; was ihn aber für Göstling besonders wertvoll macht, ist seine unermüdliche historische Forscherarbeit. Decbant Schrattenbolzer hat aus älteren Aufzeichnungen in langwieriger Archivarbeit und aus münd lichen Überlieferungen Daten über die Geschichte Göstlings und des Ybbstales zusammengetragen und aufgezeichnet. Diese wissenschaftliche Arbeit betrieb er mit größter Genauigkeit bis zu seinem Tode. Er hin terließ ein wohlgeordnetes vollständiges Pfarrarchiv und eigene Auf zeichnungen, die über die Vergangenheit Göstlings weitgehend Aus kunft geben. Dr. Eduard Stepan ist weiten Kreisen als der „Heimat-Stepan" be kannt. In dieser Bezeichnung ruht alle Anerkennung, die man diesem Mann für seine Arbeiten zu zollen hat. Er vollbrachte eine erstaunliche Arbeitsleistung, welche er zu einem guten Teil in den Dienst seiner engsten Heimat gestellt hat. 1874 wurde er in Göstling geboren. Er maturierte am Stiftsgymnasium Seitenstetten, absolvierte das Jusstudium in Giaz, wo er aucb promovierte. Schon als Beamter in der Finanzverwaltung benutzte er jede sich bietende Gelegenheit, um für seine Heimat zu wirken. Seiner Initiative war die Gründung der „Al pinen Gesellschaft der Göstlinger" (Gründungsort Wien) zu danken, die 1905 in die Sektion „Ybbstal" des .\lpenvereines umgewandelt und später „Hochwacht" benannt wurde. Die durch ihn erfolgte Gründung des Vereines „Deutsche Heimat" bot ihm erst die breitere Basis für seine reiche Tätigkeit. Gleichzeitig entwickelte sich sein fruchtbares

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